Tiere

Ohne Katzen geht bei Luthers gar nichts

Claudia und Manfred Luther mit zwei der älteren Tiere. Für sie hat das Paar nicht nur den Balkon mit einem Netz versehen, sondern auch ein Wohnmobil angeschafft. Fotos:Michael May

Claudia und Manfred Luther mit zwei der älteren Tiere. Für sie hat das Paar nicht nur den Balkon mit einem Netz versehen, sondern auch ein Wohnmobil angeschafft. Fotos:Michael May

Letmathe.   Das Ehepaar hält fünf „Norweger“, die es zwischenzeitlich selbst gezüchtet hat.

Wer bei Claudia und Manfred Luther klingelt, wird neugierig begrüßt. Allerdings nicht von den beiden Menschen, sondern von mindestens einer Norwegischen Waldkatze. Davon leben nämlich insgesamt fünf bei dem Ehepaar, das zwischenzeitlich auch gezüchtet hat.

Angefangen hat alles, nachdem die Hauskatze Angie, die Luthers Sohn „angeschleppt“ hatte, im Alter von sieben Jahren überfahren wurde. „Da waren wir uns sicher: ,Wir kriegen keine Katze mehr’“, erinnert sich Manfred Luther. Vier Wochen später war diese Aussage vergessen. „Ohne Katze geht’s nicht“, sagt Claudia Luther. Sie und ihr Mann wollten nach der traurigen Erfahrung mit der ersten Samtpfote jedoch keinen Freigänger mehr. „Wir haben uns bewusst nach einer Rassekatze, die eine gewisse Summe kostet, umgesehen, damit wir gar nicht erst in Versuchung kommen, sie rauszulassen“, erklärt er. So fiel die Entscheidung auf Norwegische Waldkatzen – wegen der „natürlichen Schönheit gepaart mit einer sanften Seele“. Sie gelten als besonders anhänglich und menschenbezogen.

Geplant war eigentlichnur ein Tier

„Wir wollten eigentlich nur eine Katze“, sagt Manfred Luther. Er und seine Frau wurden bei einem Züchter in Mönchengladbach fündig, Dinah gehört seit 2005 zur Familie. Ein halbes Jahr später zog Kater Fernando bei Luthers ein. „Wir haben dann – wie wohl fast jeder Katzenhalter – gesagt, dass wir schon gerne ein paar Junge haben möchten.“ Allerdings war die Verwandtschaft von Dinah und Fernando, die die gleiche Großmutter haben, ein Hindernis. Der Züchter in Mönchengladbach erklärte den Letmathern außerdem: „So einfach ist das nicht.“ Also bereitete sich das Paar, das nicht „schwarz“, sondern offiziell züchten wollte, etwa ein Jahr lang darauf vor, Dinah zur Mutter zu machen. Ein Kater ohne verwandtschaftliche Beziehungen wurde ausgeliehen und schließlich auch vierfacher Vater. Der Grundstein für die „Norwegischen Waldkatzen vom Cattegat“ war gelegt.

„Wir sind in ersterLinie Liebhaber“

Allerdings hatten Luthers eine Maßgabe: „Viele Züchter sind der Meinung, dass man nur dann weiterkommt, wenn man bereit ist, seine ausgedienten Zuchttiere und Kastraten abzugeben und durch neue Tiere mit möglichst noch besseren Eigenschaften zu ersetzen. Wenn es das ist, was einen Züchter ausmacht, dürfen wir uns nicht Züchter nennen. Unsere erwachsenen Tiere haben hier alle ihren Lebensplatz. Keines von ihnen soll vernachlässigt werden. Deshalb sind unserer Zucht von vornherein Grenzen gesetzt.“ Claudia und Manfred Luther wussten von Anfang an, dass sie die Zucht einstellen, sobald ihre Tiere das Rentenalter erreicht haben. „Wir sind in erster Linie Liebhaber, erst danach Züchter“, sagt sie. Hätten alle Katzenkinder bei ihnen bleiben dürfen, hätten Luthers jetzt eine 26-köpfige Mannschaft bei sich.

„Wir haben uns alle Käufer genau angesehen, zu manchen verbindet uns auch eine Freundschaft.“ Von Geburt an wurden die Kitten, wie Katzenbabys genannt werden, in das Leben der Familie integriert, erzogen und an den Umgang mit Mensch und Tier gewöhnt. Mit allen erforderlichen Dokumenten im Gepäck haben Luthers ihren Nachwuchs in ihr neues Zuhause begleitet, um ihnen den Abschied beziehungsweise die Eingewöhnung zu erleichtern.

Gemeinsame Reisengehören dazu

Und das immer mit dem eigens für die Urlaube mit den vierbeinigen Familienmitgliedern angeschafften Wohnmobil. Damit waren Luthers und ihre „Fünferbande“ bereits in Deutschland, Schweden, Frankreich und anderen Ländern unterwegs. „Auf den Campingplätzen gucken die Leute schon, wenn sie die Katzen im Fenster liegen sehen. Es werden aber immer mehr, die ihre Katzen dabei haben“, sagt Claudia Luther. Die Reisen klappten prima, weil die tierischen Begleiter von Geburt an daran gewöhnt wurden. „Nur ab 110/120 km/h werden sie unruhig“, weiß Manfred Luther.

Er und seine Frau pflegen Rituale mit ihren Lieblingen: Zum Aufstehen gibt es ein Leckerchen, auch vor dem Schlafengehen. Eine große Kuscheleinheit fordern von der Ältesten, Dinah, bis zur Jüngsten, der zweieinhalb Jahre alten Henrike, alle fünf. Wenn sie frische Luft schnappen möchten, können die Tiere das auf den mit einem Netz geschützten Balkon oder in ihr Gehege. Nach der neugierigen Begrüßung fremder Besucher versuchen die Norweger zwar immer wieder, auch von ihnen Streicheleinheiten zu bekommen, aber dann verziehen sie sich in ihre Körbe, aufs Sofa oder auf andere Plätze in ihrem Zuhause.

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