Marienhospital

„Ohne Zahlen werden wir nicht entscheiden“

Das Marienhospital in Letmathe soll nach den Plänen des Aufsichtsrates der Märkichen Kliniken geschlossen werden. In der Politik gibt es Zweifel.

Das Marienhospital in Letmathe soll nach den Plänen des Aufsichtsrates der Märkichen Kliniken geschlossen werden. In der Politik gibt es Zweifel.

Foto: Alexander Barth

Letmathe/Lüdenscheid.   Die SPD erwägt die Streichung des Punktes Marienhospital von der Kreistags-Tagesordnung am 27. Juni.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

In der Politik wachsen die Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Vorgehens bei der geplanten Schließung des Marienhospitals: Eine Woche nach der überraschenden Nachricht, dass die Märkische Kliniken GmbH den Standort Marienhospital nach 146 Jahren abwickeln will, kann sich zum Beispiel der Iserlohner SPD-Fraktionschef und Kreistagsabgeordnete Peter Leye die Dringlichkeit, die von Landrat Thomas Gemke (CDU), Geschäftsführer Dr. Thorsten Kehe und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Detlef Seidel (CDU) vorgetragen wird, nicht erklären.

„Ohne die Zahlen zu kennen, die der Aufsichtsrat hat, werden wir sicher keine Entscheidung treffen und abstimmen“, kündigt Leye an. Am Dienstag hat sich der SPD-Politiker mit Michael Scheffler, Letmather und Vizebürgermeister der Stadt Iserlohn, und der Stadtverbandsvorsitzenden Eva Kitz zu Gesprächen im Kreishaus getroffen. „Im bin auch Mitglied im Beirat des Marienhospitals“, erinnert sich Leye an eine Sitzung im April. Dort habe Geschäftsführer Kehe zwar von einer negativen Entwicklung, aber auf keinen Fall von einer dramatischen Situation gesprochen, die eine schnelle Schließung des traditionsreichen Letmather Krankenhauses begründen könnte. „Die Frage ist für mich, was die Geschäftsführung in Lüdenscheid unternommen hat, um das Haus besser aufzustellen und zukunftsfest zu machen – offenbar zu wenig bis gar nichts. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich den Antrag stelle, das Thema von der Tagesordnung des nächsten Kreistages Ende Juni zu nehmen.“ Bündnis 90/Die Grünen und UWG-Piraten haben unterdessen beantragt, den Arbeitskreis Gesundheitsversorgung im Rathaus öffentlich tagen zu lassen.

FDP-Fraktion trifft sichmit den Mitarbeitern

Auch die Freien Demokraten Iserlohn wurden von der drohenden Schließung völlig überrascht, sagt Sprecher Nils Koschinsky. „Dem ersten Entsetzen folgte die sofortige Kontaktaufnahme mit der FDP-Kreistagsfraktion und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Krankenhauses.“ Eine Sondersitzung war am Mittwoch. Ergebnisse aus diesen Gesprächen will die FDP am Donnerstag veröffentlichen. „Uns geht es darum, zunächst alle Hintergründe zu beleuchten und zu eruieren, welche konkreten Ansatzpunkte und Einflussmöglichkeiten wir haben“, erklärt Nils Koschinsky.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben