Marienhospital

Hunderte werden Samstag zur Demo erwartet

Auf Facebook tritt Dominik Peukmann als Führer der Protestbewegung auf – jetzt hat sich die Belegschaft des Marienhospitals über ihren Sprecher Michael Hillebrand von den öffentlichen Aussagen des 25-Jährigen distanziert.

Auf Facebook tritt Dominik Peukmann als Führer der Protestbewegung auf – jetzt hat sich die Belegschaft des Marienhospitals über ihren Sprecher Michael Hillebrand von den öffentlichen Aussagen des 25-Jährigen distanziert.

Foto: Alexander Barth

Letmathe.  Die Demonstration findet am Samstag statt – trotz Unstimmigkeiten hinter den Kulissen. Abmarsch ist um 15 Uhr vom Neumarkt

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Das Wichtigste zuerst: Die Demonstration gegen die Schließung des Marienhospitals findet am Samstag statt. Zweifel daran haben am Donnerstag und Freitag für Irritation gesorgt und eine große Zahl besorgter Nachfragen auf Facebook ausgelöst. Vorübergehend sah es so aus, als würde der 25-jährige Krankenwagenfahrer Dominik Peukmann, der die Facebookgruppe „Gegen die Schließung des Marienhospitals“ gegründet und die Demonstration angemeldet hatte, das Handtuch werfen. Unter anderem stand die Befürchtung im Raum, die Veranstaltung müsste abgesagt werden, weil die behördlichen Auflagen nicht erfüllt werden können.

Tatsächlich sind es offenbar Unstimmigkeiten hinter den Kulissen, die den Wirbel ausgelöst haben. Peukmann selbst berichtete im Gespräch mit unserer Zeitung, die Werbegemeinschaft Letmathe sei kurzfristig an ihn herangetreten, um Kräfte zu bündeln. Bei dem Treffen habe diese versucht, ihn als Veranstalter auszubooten: „Die haben Ideen für Plakate und T-Shirts präsentiert, die wir längst geplant hatten.“ Ein bei Facebook veröffentlichter Flyer hätte ihn als Initiator nicht namentlich erwähnt, bis er nachgebohrt habe. „Mein Name muss nicht überall stehen, es geht um das Marienhospital. Aber ich sehe nicht ein, dass die sich mit fremden Federn schmücken. Ich bin persönlich enttäuscht“, machte Dominik Peukmann seinem Ärger Luft.

Der Adressat der Vorwürfe weist diese zurück: „Das ist aus der Luft gegriffen. Es sind Fehler passiert, aber keiner will ihm irgendetwas. Die Aufregung kann ich nicht nachvollziehen. Am Ende zählt doch, dass wir in der Sache zusammenstehen“, erklärte Rainer Großberndt, 2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft auf Nachfrage.

Überraschend meldete sich am frühen Freitagabend, in Reaktion auf die erste Onlineversion dieses Artikels, Michael Hillebrand, seit 42 Jahren Pfleger im Marienhospital, bei unserer Zeitung und distanzierte sich von den Vorwürfen Peukmanns. Das Engagement des 25-Jährige wolle er nicht in Abrede stellen, jedoch habe dieser die Ereignisse falsch wiedergegeben und sei seinerseits mehr an Eigenprofilierung interessiert als am Erhalt des Marienhospitals: „Nicht die Werbegemeinschaft ist an ihn herangetreten, wir als Mitarbeiter haben dort, beim Heimatverein und anderen Gruppen um Unterstützung gesucht.“ Bei den gemeinsamen Gesprächen habe Peukmann am Ende Zustimmung signalisiert und dann hinterher öffentlich ein ganz anderes Gesicht gezeigt.

Politikerin springt als zweite Veranstalterin ein

Hillebrand, der sich als von den Kollegen gewählter Sprecher der Belegschaft vorstellte, machte deutlich, dass der 25-Jährige selbst kein fester Mitarbeiter sei: „Der ist hier nicht einmal angestellt und will uns Vorschriften machen, das kann nicht angehen.“ Für den Fall, dass der einzige offizielle Veranstalter nicht zur Kundgebung erscheinen sollte – was zur Folge hätte, dass diese nicht stattfinden darf – hat sich ­Sylvia Olbrich (Grüne) als zusätzliche Veranstalterin eintragen lassen: „Nur, damit die auf jeden Fall stattfinden kann“, wie sie betonte. Dominik Peukmann bekundete am Freitag noch, keinen Rückzieher machen zu wollen: „Ich bin auf jeden Fall da.“

>>> Info zur Demonstration

Die Teilnehmer der Kundgebung treffen sich am Samstag ab 14.30 Uhr auf dem Neumarkt und laufen um 15 Uhr zum Marienhospital. Der Veranstalter empfiehlt Krachmacher wie Trillerpfeifen und weiße Shirts.

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