Behinderung und Arbeit

Richtige Unterstützung für den Wunsch-Job

"Woche der Menschen mit Behinderung", Altenzentrum St. Kilian

"Woche der Menschen mit Behinderung", Altenzentrum St. Kilian

Foto: IKZ

Letmathe.   Die Arbeitsagentur nimmt die „Woche für Menschen mit Behinderung zum Anlass“ auf Probleme, aber auch Erfolge bei der Vermittlung von Menschen mit Behinderung in eine feste Anstellung aufmerksam zu machen.

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Matthias Bollweg ist zufrieden mit seinem Job, doch das war nicht immer so. Bis vor wenigen Jahren arbeitete der junge Mann in der Hemeraner Lungenklinik, bis er psychisch erkrankte. Über die Agentur für Arbeit kam er in eine „Maßnahme“, wie er sagt, während der er auch im Letmather Altenzentrum St.Kilian mitarbeitete. Im Nachhinein ein Glücksfall – heute arbeitet er hier im EDV- und Telefondienst, fest angestellt.

Dass dies so kam, ist keine Selbstverständlichkeit, noch immer ist es für Menschen mit einer Behinderung wie Matthias Bollweg schwer, eine feste Stelle zu finden. „Wir wollen heute darauf aufmerksam machen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es in diesem Bereich gibt“, sagt dazu im Rahmen eines Pressegesprächs in St. Killian Karin Käppel, Chefin der Agentur für Arbeit Iserlohn. Anlass des Termins ist die laufende 15. „Woche der Menschen mit Behinderung“, bei der bundesweit mit Aktionen auf das Problemfeld behinderte Menschen und Arbeit hingewiesen wird.

In dem Letmather Altenzentrum sind vier Personen mit einer Behinderung inzwischen fest angestellt. Qualifiziert wurden sie unter anderem durch Stefan Schreiber, Qualifizierungstrainer bei der Initiative für Ausbildung und Beschäftigung (inab). „Wir qualifizieren seit 2009 eigentlich für alle Bereiche“, sagt er. „Vom Postboten bis zum Friseur bis zum Lagerlogistiker.“

Je nach Grad der Behinderung kann die Qualifizierung für einen Betrieb bis zu 24 Monate dauern. Dabei kommt ein Trainer auf fünf Maßnahmenteilnehmer. Und auch wenn die Personen in Arbeit gebracht wurden, können sie in gewissem Umfang weiter betreut werden. Es gelte nicht nur grundsätzlich, Menschen mit Behinderung in Arbeit zu bringen, sagt Schreiber, sondern die passende Stelle für den passenden Menschen zu finden.

Im St. Kilian die passende Stelle gefunden haben neben Matthias Bollweg auch Ramona Knaebel, Nicole Lopes Gomez und Patrick Freitag, der hier an der Pforte arbeitet. Im Rahmen der unterstützenden Beschäftigung durch die „inab“ arbeitete er zunächst auch in den Bereichen Montage und in einem Sanitätshaus, fand dann aber in dem Letmather Altenzentrum schließlich eine für ihn passende Stelle.

Für die Agentur für Arbeit ist St. Kilian ein idealer Kooperationspartner. Auf 143 Bewohner kommen hier 165 Mitarbeiter, „weil wir alles in Eigenregie machen, Pflege, Wäscherei. Küche und mehr“, sagt St.-Kilian-Leiter Wolfgang Eberz. „Und offen sind für Menschen mit Behinderung.“ Weil das nicht überall auf dem Arbeitsmarkt der Fall ist, sieht Karin Käppel hier Nachholbedarf: „8,3 Prozent der Arbeitslosen im Märkischen Kreis haben eine Schwerbehinderung, deutlich mehr als der Schnitt in NRW, der bei 6,7 Prozent liegt.“ Weitere Infos unter 02371/905-139 oder -444.

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