Corona-Krise

Rollende Kapelle sorgt für ein paar befreite Minuten

Ute Sodenkamp und Friedhelm Hombeck vom Dortmunder Drehorgelorchester waren jetzt mit ihrer Drehorgel zu Gast im Märkischen Seniorenzentrum.

Ute Sodenkamp und Friedhelm Hombeck vom Dortmunder Drehorgelorchester waren jetzt mit ihrer Drehorgel zu Gast im Märkischen Seniorenzentrum.

Foto: Vanessa Wittenburg / IKZ

Letmathe.  Im Märkischen Seniorenzentrum in Letmathe war jetzt das Dortmunder Drehorgelorchester zu Gast, um die Bewohner mit ihrer Musik zu unterhalten.

„Vorhang auf“, hieß es im Märkischen Seniorenzentrum am Dienstagnachmittag: Auf allen Balkonen hatten die Bewohner -- mit sicherem Abstand – in der Sonne und unter gelben Markisen Platz genommen. Auch auf den Terassen vor dem Gebäude war beinahe kein Platz mehr frei – und auch Kaffee und Eiscreme durften natürlich nicht fehlen. Um den Bewohnern des Seniorenzentrums eine Freude zu bereiten, findet dort aktuell jede Woche ein kleines Konzert statt, wie Virginia Brenscheidt, Leiterin des Sozialen Dienstes, berichtete.

Und so haben sich in den vergangenen Wochen Musiker der verschiedensten Richtungen die Klinke in die Hand gegeben – von klassischer Musik, einer Harfenistin bis hin zum Schlager war für jeden Geschmack etwas dabei. „In der kontaktarmen Zeit wollten wir den Bewohnern ein bisschen Abwechslung bieten und haben uns deshalb für die kleinen Konzerte auf unserem Hof entschieden“, erklärt Virginia Brenscheidt. Und auch, wenn unter strengen Regeln jetzt wieder Besuche bei den Bewohnern möglich seien, würden die Konzerte weiter fortgeführt werden, so die Sozialdienstleiterin.

An diesem Dienstag war es eine Besonderheit, die die Bewohner in die Sonne lockte: Das Dortmunder Drehorgelorchester, vertreten durch Friedhelm Hombeck und Ute Sodenkamp, unterhielt mit bekannten Klängen wie beispielsweise dem „Radetzkymarsch“. Und dass das gut ankommt, zeigte sich schon beim Warmspielen der Musiker. Bereits die Probemelodien sorgten für Beifall und Jubel von den Balkonen und der Terrasse. Während Ute Sodenkamp und Friedhelm Hombeck die Orgel teilweise Hand in Hand bedienten und bei dem ein oder anderen Lied sogar mitsangen, blieben auch immer wieder Passanten im Schatten der Linden auf dem Gehweg stehen, um dem Drehorgelkonzert zumindest einen kurzen Moment lang zu folgen.

Drehorgelorchester ununterbrochen auf Tour in der Region

„Das ist jetzt das neunte Mal, dass wir in der Corona-Zeit in einem Altenheim spielen“, berichtete Friedhelm Hombeck. Mit seiner „rollenden Kapelle“, wie er die große Drehorgel nennt, hatte er zunächst nur in einem heimischen Altenheim in Dortmund gespielt. Als dass dann allerdings in einer Zeitung abgedruckt wurde, seien die Anfragen durch die Decke gegangen. „Die Nachfrage ist riesig, vor allem, weil ja keiner wirklich weiß, wann wieder etwas Normalität einkehrt“, erzählte Hombeck. Da es mittlerweile in Deutschland nur noch rund 500 Drehorgelspieler gebe, sei der Ansturm natürlich besonders groß, so der Dortmunder.

Er selbst beschrieb den Auftritt in Letmathe ein bisschen wie „nach Hause kommen“: „Ich bin in Kesbern geboren und aufgewachsen, das ist hier ist Heimat für mich.“

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