Marienhospital

Sabotage-Vorwürfe gegen Märkische Kliniken

Mitarbeiter des Marienhospitals, die noch immer gegen die Schließung kämpfen, erheben schwere Vorwürfe gegen die Märkische Gesundheitsholding.

Mitarbeiter des Marienhospitals, die noch immer gegen die Schließung kämpfen, erheben schwere Vorwürfe gegen die Märkische Gesundheitsholding.

Foto: Alexander Barth / IKZ

Letmathe.  Mitarbeiter des Marienhospitals widersprechen Aussagen von Geschäftsführer Dr. Thorsten Kehe. Probleme seien gezielt herbeigeführt worden.

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Die Nerven liegen blank bei den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Unterstützern des Letmather Marienhospitals. Das wird in Gesprächen der letzten Tage immer wieder deutlich. Verstärkt wird die Entwicklung dabei durch die Ankündigung von Dr. Thorsten Kehe, Geschäftsführer der Märkischen Gesundheitsholding, im Kreisausschuss, das Haus bereits zum 31. Oktober schließen zu müssen, wenn sich kein Ersatz für die weggefallenen Assistenzstellen in der Radiologie fänden. Öffentlich möchte zum jetzigen Zeitpunkt in dieser Situation niemand mehr Stellung beziehen – bei der Belegschaft ist die Angst vor fristlosen Entlassungen oder sonstigen arbeitsrechtlichen Schritten zu groß. Die Heimatzeitung fasst die aktuellen Kern-Argumente der Schließungs-Gegner nachfolgend zusammen.

Aus den Reihen der Mitarbeiter heißt es, seit dem Schließungsbeschluss hätten vom gesamten Personal bis heute erst drei Pflegekräfte, zwei Röntgenassistenten und zwei Ärzte das Haus verlassen. Die Geschäftsführung hatte dem Kreisausschuss höhere Zahlen präsentiert – die Diskrepanz könnte sich daraus ergeben, dass diese Arbeitsverhältnisse einschließen, die erst zum Monatsende auslaufen.

Ferner jedoch würden entgegen der Darstellung von Thorsten Kehe keineswegs allen Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung an einem der anderen Standorte angeboten. In den laufenden Gesprächen sei mehreren Mitarbeitern signalisiert worden, dass für sie in den Märkischen Kliniken kein Bedarf wäre. Da die betroffenen Pflegekräfte und Ärzte geplant hätten, zum 30. September zu kündigen, um die dreimonatige Frist bis Jahresende einzuhalten, würden sie ohne Arbeit da stehen, wenn das Marienhospital schon früher schließt.

Die derzeit geringe Bettenauslastung sei auch dem niedrigem Personalstand geschuldet, der schon in den letzten Jahren extrem niedrig gewesen sei und nur durch Leiharbeitskräfte hätte aufgefangen werden können. Da diese teuren Kräfte mittlerweile gänzlich eingespart würden, sei mit Beginn der Urlaubszeit eine Vollauslastung nicht mehr möglich gewesen.

In Werdohl soll es ohne Röntgenbereitschaft gehen

Als „zynisch“ bezeichnen Mitarbeiter im Gespräch mit unserer Redaktion die Begründung für die vorzeitige Schließung, mit dem Schwund der Röntgenfachkräfte sei der nächtliche Notdienst nicht mehr zu gewährleisten. Dieser Zustand herrsche schon seit geraumer Zeit in der Werdohler Klinik und dort würde dies nicht zum Anlass genommen, eine Einstellung des Betriebs in Erwägung zu ziehen. Ärzte aus der Abteilung Innere Medizin seien mit Angeboten deutlich über dem marktüblichen geködert worden, das Marienhospital schon zum 31. Oktober in Richtung Werdohl zu verlassen – wohl wissend dass die Abteilung dann nicht mehr funktionsfähig sei.

Ihre wohl letzte Hoffnung verbindet die verbliebene Belegschaft offenbar mit dem Eintreffen des von der Iserlohner Verwaltung beauftragtem Wirtschaftsgutachtens und der darauf folgenden Ratssitzung am Dienstag, 8. Oktober. Dann wird eine Entscheidung erwartet, ob die Stadt für die Rettung des Hospitals einspringt.

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