Jahreshauptversammlung

Schefflers Wut auf die Parteispitze

Leichte Veränderungen gab es im Vorstand der SPD Letmathe. Kai Brünen (hinter Anja Müller, ganz vorne) ist mit Olaf Hennecke (links) zum zweiten Vorsitzenden gewählt worden.Daneben: Martina Matner-Kißler.

Leichte Veränderungen gab es im Vorstand der SPD Letmathe. Kai Brünen (hinter Anja Müller, ganz vorne) ist mit Olaf Hennecke (links) zum zweiten Vorsitzenden gewählt worden.Daneben: Martina Matner-Kißler.

Foto: Oliver Bergmann

Oestrich.   Feuriger Auftakt zur Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Letmathe. Kai Brünen steigt vom Beisitzer zum zweiten Vorsitzenden auf.

Eine Jahreshauptversammlung von durchaus hohem Unterhaltungswert erlebten die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Letmathe im Gasthof Denniger. Die Anwesenden hätten aber auf einen Teil wohl liebend gerne verzichtet. Es handelte sich dabei um eine kleine Brandrede, die der langjährige Landtagsabgeordnete Michael Scheffler gleich zu Beginn hielt: „Ich bin immer noch ein stückweit sprach- und wortlos wegen dem Scherbenhaufen, den unsere Granden in Berlin aufgeschüttet haben. Dem Reden von Gerechtigkeit folgen keine Taten, stattdessen wird ohne Sinn und Verstand gehandelt. Es wird lange dauern, bis sich unsere Partei erholt.“ Er forderte dass sie sich wieder auf ihre Wurzeln besinnt, statt weiter den neoliberalen Kurs zu fahren und machte seinen Genossen Mut: „Letmathe wäre ärmer, wenn es keine derart aktive SPD vor Ort gäbe.“

Nach Michael Scheffler begrüßte die Ortsvereins-Vorsitzende Martina Matner Kißler, die im Laufe des Abends zum dritten Mal nach der kommissarischen Übernahme des Vorsitzes im Jahr 2014 wiedergewählt wurde, den neuen Leiter der städtischen Ressorts Kultur, Migration und Teilhabe, Jochen Köhne. Er beließ es bei seiner Vorstellung nicht nur bei den Details zu seinem Werdegang, sondern nahm auch Stellung zu lokalen Themen.

Kein Konzept, aber großes Vertrauen in Letmathe

Auf die Nachfrage, ob er schon ein Konzept für den Saalbau habe, blieb Köhnke locker, obwohl er ein Konzept nicht präsentieren konnte. Möglicherweise braucht er auch keines. „Letmathe ist ein sehr selbstständiger und starker Stadtteil. Ich möchte hier Dinge unterstützen, werde aber nicht als Schlaumeier auftreten“, lautete die Begründung, die in den Ohren der Mitglieder plausibel klang. Vor ihrer Wiederwahl blickte Martina Matner-Kißler auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres zurück. Zwei wichtige Wahlen, zum Land- und Bundestag, waren angesetzt, der Kampf um Wählerstimmen stand daher im Mittelpunkt der Aktivitäten. Die Vorsitzende nannte aber auch die Vor-Ort-Aktion, die in Lasbeck bereits über die Bühne gegangen ist und im Stübbeken ihre Fortsetzung finden soll. Auch an der Gesprächsrunde der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen war die Letmather SPD maßgeblich beteiligt, unter anderem war Jini Meyer in der Runde zu Gast.

Die Vorstandswahlen brachten wenige, aber wichtige Änderungen. Sabine Stake, bislang gemeinsam mit Olaf Hennecke zweite Vorsitzende, kandidierte nicht mehr. Sie wolle nach neun Jahren Vorstandsarbeit etwas kürzer treten und mehr Zeit mit ihrer Familie verbringen, zumal sie noch zahlreichen anderen Aktivitäten nachgehe. Ein Nachfolge-Kandidat war in dem bisherigen Beisitzer Kai Brünen schnell gefunden und gewählt worden. Mit 23 Ja-Stimmen und einer Enthaltung erzielte er sogar ein besseres Ergebnis als seine Vorsitzende, die eine Gegenstimme erhielt. Sie war damit in guter Gesellschaft.

13 Mitglieder bilden das Vorstandsteam

Auch auf Heinz Wrobel (zweiter Kassierer), Frank Bergers (Schriftführer) und den Bildungsbeauftragten Peter Matner entfielen in der geheimen Wahl je eine Nein-Stimme. Erster Kassierer bleibt Frank Barthelmes, als zweiter Schriftführer wurde Professor Dr. Martin Kißler in Abwesenheit bestätigt. Fünf Beisitzer komplettieren den Vorstand, das sind Britta Reinke-Kappenstein, Annika Müller, Fikret Taskin, Gerd Westesen, Nico Chrupalla und Anja Müller. Die Kasse wird ab sofort von Wolfgang Schneider und Hannelore Fleischer geprüft.

Der Ortsverein wird sich künftig an der Sponsoring-Aktion der Werbegemeinschaft beteiligen. Frank Barthelmes machte den Vorschlag, der bei seinen Genossen auf Zustimmung stieß. „Es wird immer schwieriger, eine große Summe zu erzielen, da große Geschäfte wie Sonneborn nicht mehr mitmachen und andere geschlossen wurden. Er bot außerdem an, die Aktion zu koordinieren. Sofern alle Mitglieder mitziehen, könnte die SPD ein achtbares Ergebnis erzielen. Denn dem Ortsverein gehören aktuell 102 Mitglieder an.

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