Kriminalität

Schmierfinken geraten unter Druck

Kein schöner Anblick: Selbst von der Gennaer Uferseite aus sind die Schmierereien zu erkennen.

Foto: Oliver Bergmann

Kein schöner Anblick: Selbst von der Gennaer Uferseite aus sind die Schmierereien zu erkennen. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Kamera, Anzeigen und Kontrollen sollen Situation an der Promenade entschärfen. Mike-Sebastian Janke findet deutliche Worte.

Die Zeiten, in denen Schmierereien und Beschädigungen an der Lennepromenade mit Bedauern oder Bestürzung registriert worden sind, scheinen vorbei zu sein. Jetzt weht unterhalb des Lennedamms ein anderer Wind. Den Ausschlag haben die jüngste Farbattacke und die Verunstaltung einer kompletten Bank gegeben.

Als Rainer Großberndt, zweiter Vorsitzender der Letmather Werbegemeinschaft und Kämpfer für den Promenadenbau seit der ersten Stunde, die Fotos zugeschickt worden sind, hat er Anzeige erstattet. Zwar gegen Unbekannt, doch es soll bekannt sein, wer die erneute Verschandelung zu verantworten habe.

Tätern drohen bis zu zwei Jahre Haft auf Bewährung

Seinen Angaben zufolge traue sich allerdings aus dem kleinen Kreis, in dem der Täter bekannt sein soll, niemand etwas zu sagen. Denn Ärger ist für die Verursacher vorprogrammiert. Wie Polizeisprecher Marcel Dilling erklärt, handele es sich um Sachbeschädigung. Und dafür sehe der Gesetzgeber eine Freiheitsstraße bis zu zwei Jahren auf Bewährung oder eine Geldstrafe vor.

Die Stadt hat sich laut ihrer Sprecherin Christine Schulte-Hofmann nach den jüngsten Vorkommnissen dazu entschlossen, dass der Außendienst des Ordnungsamtes seine Kontrollen im Bereich der Promenade verstärken wird. Weiter in der Prüfung sei zudem das Thema Webcam.

Zwei Dinge möchte Großberndt nun bewirken. Erstens: Die Täter sollen zur Rechenschaft gezogen werden. Zweitens hat er damit begonnen, das Gespräch mit den Leitern der Iserlohner Schulen zu suchen, damit das Thema auch dort angesprochen wird – in der Hoffnung, dass zumindest aus den Reihen der Schüler keine neuen Taten begangen werden.

Auch Stadtbaurat Mike-Sebastian Janke machte seinem Ärger kürzlich Luft. Als er am Sonntag beim SPD-Ortsverein Letmathe einen Vortrag über die städtischen Bauprojekte hielt, kam er an der Lennepromenade natürlich nicht vorbei. Er redete sich dabei ordentlich in Rage: „Wie kann denn so etwas sein? Alle freuen sich und trotzdem kommen Leute dorthin, die in ihrer Freizeit einfach anscheinend nichts anderes zu tun haben als solche Dinge zu tun. Einige wenige treten das, was wir für die Allgemeinheit geschaffen haben, mit Füßen. Es ist eine Katastrophe.“ Er appellierte an die Stärke der Gesellschaft, dieser Entwicklung entgegen zu treten und Beobachtungen zur Anzeige zu bringen. „Wir müssen zusammenstehen, damit das, was uns gehört und unsere Stadt ausmacht, nicht kaputt gemacht wird.“

Rainer Großberndt ist trotz allen Ärgers guter Dinge, dass die Entwicklung der Promenade doch noch in die richtige Richtung geht. „Denn es sind ja keine hundert Leute, die dort alles vollmalen, sondern einige wenige. Das ist inzwischen bekannt.“

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