Physik aktiv

Schüler-Team gewinnt mit kreisrundem Turm Physikwettbewerb

Lehrer Christian Tilly moderierte den Wettbewerb am Gymnasium Letmathe. Die Schüler mussten einen 60 oder 80 Zentimeter hohen Turm aus Papier errichten.

Lehrer Christian Tilly moderierte den Wettbewerb am Gymnasium Letmathe. Die Schüler mussten einen 60 oder 80 Zentimeter hohen Turm aus Papier errichten.

Foto: Hendrik Schulze Zumhülsen

Letmathe.   Wer kann mit dem leichtesten Papierturm eine 0,5 Liter Wasserflasche tragen? Letmather Gymnasiasten lösten diese Aufgabe ganz unterschiedlich.

Manchmal sind die scheinbar einfachsten Ideen die besten. Das zeigte sich auch beim Physik-Wettbewerb am Gymnasium Letmathe. Mit ihrem runden Turm aus Papier konnten die Schülerinnen Mia Dietrich und Angelina Pollul den Wettbewerb der fünften und sechsten Klassen für sich entscheiden. Die Aufgabe: Ein möglichst leichter 60 Zentimeter großer Turm soll eine mit einem halben Liter Wasser gefüllte Flasche tragen.

„Drei Modelle haben wir vorher schon ausprobiert“, sagt die elfjährige Mia Dietrich. Der kreisrunde Turm hat sich aber gegen das Kons­trukt aus quadratischen oder sechseckigen Flächen durchgesetzt. Damit ist es mit 14 Gramm das leichteste Modell unter den Türmen. Und stabil ist das Siegermodell auch, wie die ebenfalls elfjährige Angelina Pollul sagt: „Da hätte man auch am Tisch wackeln können, da wäre nichts umgefallen.“

Ganz kleine Streifen aus Papier dienen als Stütze

Da nur Papier und keine Pappe für den Bau verwendet werden darf, haben sich die Schülerinnen etwas besonderes einfallen lassen. Für die Plattform oben auf dem Turm, die die Wasserflasche tragen soll, haben sie Papier in Zickzacklinien gefaltet und an der Unter- und Oberseite mit einer ebenen Fläche gestützt. „Das ist so fest wie Pappe“, sagt Angelina Pollul. Ganz kleine Papierstreifen sind ebenfalls als Stützen oben und unten am Turm angebracht, damit das Konstrukt an Stabilität gewinnt. Zudem ist die Plattform aus gefaltetem Papier nicht angeklebt, sondern liegt nur auf dem runden Turm auf. „Jeder Tropfen Kleber macht den Turm schwerer“, sagt Mia Dietrich.

Erstaunlich ist auch, dass die zwei Schülerinnen nicht nur naturwissenschaftlich begeistert sind. Beide Elfjährigen spielen gleich drei Ins­trumente: unter anderem Klarinette, Klavier und Gitarre.

Einen Preis gibt es auch für die siebten und achten Jahrgänge. Für sie ist die Herausforderung aber ein bisschen größer. Statt einer 60 Zentimeter hohen Konstruktion müssen sie einen 80-Zentimeter-Turm bauen. Dementsprechend sieht der Gewinner-Turm von Felix Claas und Nils Becker ganz anders aus als das Siegermodell der beiden Schülerinnen. Mit seinem quadratischen Aufbau und den nach innen gerichteten Stützflächen wirkt der Papierkoloss fast wie das Baugerüst eines Hochhauses. Trotzdem ist er nur etwa 40 Gramm schwer und damit das leichteste Modell. Ähnlich wie das Siegerpaar der unteren Klassen mussten die Schüler erst ein paar Modelle ausprobieren. „Vor einer Woche haben wir damit angefangen. Am Wochenende waren wir fertig“, sagt Felix Claas. Dabei half ihnen der Computer. Die Schüler druckten eine Vorlage auf einem DIN-A4-Blatt aus, schnitten und klebten die Würfel zusammen und stapelten die Teile aufeinander. „Pro Würfel hat das so 15 bis 20 Minuten gedauert“, schätzt Nils Becker.

Der 13-Jährige ist zudem kein unbeschriebenes Blatt, was Physik-Experimente betrifft. Er hat schon in der sechsten Klasse den jährlichen Wettbewerb an seiner Schule für sich entschieden. „Damals ging es um Brücken, die möglichst viel tragen sollten“, sagt Nils Becker.

Im Juni geht es in Hagen in die nächste Runde

Sowohl die beiden Schülerinnen aus der sechsten, als auch die Schüler aus der achten Klasse kommen Anfang Juni in die nächste Runde des Wettbewerbs „Physik aktiv“, der von der Bezirksregierung Arnsberg und der Fachhochschule Südwestfalen veranstaltet wird. In Hagen messen sich die Schüler des Letmather Gymnasiums dann mit den Siegerteams der etwa 40 anderen Gymnasien und Gesamtschulen im Regierungsbezirk. Ziel der Aktion ist es, bei den Schülern ein Interesse an Technik und Naturwissenschaften zu wecken. Mathe- und Physiklehrerin Judith Noll: „Die Schüler können außerhalb des Unterrichts mal im Team arbeiten. Ich finde das schön.“

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