Gesundheitswesen

Schulgeld eröffnet bessere Chancen

Die angehenden Physiotherapeuten freuten sich, als ihre Schulleiterin Kristine Helmus die frohe Botschaft der Schulgeldermäßigung verkündete.

Die angehenden Physiotherapeuten freuten sich, als ihre Schulleiterin Kristine Helmus die frohe Botschaft der Schulgeldermäßigung verkündete.

Foto: Michael May

Letmathe.   Das Land NRW übernimmt neuerdings 70 Prozent der Ausbildungskosten für Physiotherapeuten in spe.

„Wir freuen uns für unsere Schüler und unsere Schule. Das Land übernimmt künftig einen Großteil Ihrer Ausbildungskosten: immerhin 70 Prozent.“ Das verkündete Schulleiterin Kristine Helmus am Mittwochmittag den angehenden Physiotherapeuten in ihrer „maxQ. Schule für Physiotherapie“. Sie erläuterte die Entscheidung: „Rückwirkend zum 1. September wird der Einstieg in die Schulgeldfreiheit in Nordrhein-Westfalen für Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Auszubildende an staatlich anerkannten Ausbildungsstätten der Ergotherapie, Logopädie, der Berufe der Physiotherapie, Podologie und der pharmazeutisch-technischen Assistenz umgesetzt.“

Als die Schulleiterin die frohe Botschaft vor den Teilnehmern aller drei aktuell laufenden Kurse verkündete, brandete Jubel und Applaus unter den angehenden Physiotherapeuten auf. Bislang müssen Krankengymnasten ihr Schulgeld nämlich selber bezahlen. Das ging ins Geld. Von bisher 435 Euro pro Monat müssen sie künftig nur noch 130,50 Euro zahlen. Das bedeutet eine deutliche Entlastung für einige Schüler, von denen einige Nebenjobs übernahmen, um die Kosten aufbringen zu können, weiß Kristine Helmus. In Bayern und Rheinland-Pfalz sind die Schüler sogar komplett vom Schulgeld befreit.

Große Nachfrage vonPraxen und Kliniken

Sie verteilte Förderrichtlinien und Antragsvordrucke. Zunächst mussten alle Beteiligten einige Formulare ausfüllen. „Beantragt wird die Schulkostenerstattung von der Ausbildungsstätte für alle dort in Ausbildung befindlichen Schülerinnen und Schüler.“ Entsprechende Antragsformulare füllten die Schüler direkt aus. „Ich glaube, das ist der richtige Weg, um dem Therapeutenmangel entgegen zu wirken“, sagte die Schulleiterin. Die Nachfrage sei enorm: „Alle Schüler vom Oberkurs haben sofort eine Stelle bekommen. Wir haben eine große Nachfrage von Praxisinhabern und Kliniken. Das Schulgeld gibt nun vielen Leuten die Chance, diesen Beruf zu ergreifen. “

Vom 12. bis zum 16. November veranstaltet die Schule die Woche des offenen Unterrichts in der Physiotherapie. Interessierte können sich in der Zeit zwischen 8.15 und 16.15 Uhr über die dreijährige Ausbildung in dem abwechslungsreichen Beruf informieren. Wie Kristine Helmus erläutert, durchlaufen die Schüler verschiedenen Fachbereiche wie Orthopädie, Gynäkologie, Chirurgie, Neurologie und Psychiatrie in Kooperation mit verschiedenen Reha-Einrichtungen und Kliniken.

„Sie haben gigantische Möglichkeiten. Es ist ein Traumjob, gerade für Frauen mit Kindern, denn sie können auch stundenweise arbeiten“, erklärt die Schulleiterin. „Ich mache das seit 30 Jahren. Es macht immer noch Spaß.“ Eine dankbare Mutter, deren Kind sie früher behandelte, schenkte ihr ein selbst gemaltes Bild. Es ziert ihr Büro und erinnert an die Dankbarkeit für die erfolgreiche Therapie. „Man bekommt so viel zurück“, betont sie die menschlich bereichernde Seite dieses Gesundheitsberufes.

Wencke Romberg zur Schülersprecherin gewählt

Die Teilnehmer der drei Kurse wählten ihre neuen Schülersprecher. Wencke Romberg vertritt ihre Interessen und löst Vinko Tufekcic ab. Zu ihrem Stellvertreter bestimmten sie Dominik Spatke.

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