Kongo-Hilfe

Segensreiches Ultraschall-Gerät

Johannes Zimmermann (links) sowie die Ärztinnen Ute Müller (rechts) und Heike Völkner (links daneben) haben mit dem Ultraschallgerät für Aufmerksamkeit und Fortschritt in der Gesundheitsstation Botshini gesorgt.

Johannes Zimmermann (links) sowie die Ärztinnen Ute Müller (rechts) und Heike Völkner (links daneben) haben mit dem Ultraschallgerät für Aufmerksamkeit und Fortschritt in der Gesundheitsstation Botshini gesorgt.

Foto: IKZ

Letmathe.   Das Ultraschall-Gerät, das eine Delegation des ev. Kirchenkreises Iserlohn an eine Gesundheitsstation im Kongo überbracht hat, leistet dort bereits wertvolle Hilfe.

Auf dem ersten Foto sind Unterlagen zu sehen, darunter ein Impfpass und einige Dokumente. „Das ist unsere Einladung, mit der wir nachweisen mussten, dass wir dem Präsidenten nicht zur Last fallen“, erklärt Johannes Zimmermann. Seine Zuhörer grinsen. Der diplomierte Elektrotechniker ist im Mai für zwölf Tage als Teil der Ultraschall-Crew in die Demokratische Republik Kongo gereist, wo der ev. Kirchenkreis Iserlohn eine Partnerschaft zu den Kirchenkreisen Boende und Lofoy unterhält. Zum Reisegepäck zählte auch ein Ultraschallgerät, das jetzt in der Gesundheitsstation Botsini eingesetzt wird.

Crew wurde gewogen und musste Gepäck zurücklassen

Die Gruppe ist längst wieder gesund und vollzählig zurückgekehrt. Am Dienstagabend berichteten die Teilnehmer im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus vor Mitgliedern des Partnerschaftsausschusses von erschreckenden Erlebnissen, aber auch von solchen, die mit Humor genommen wurden. Die Bild- und Filmaufnahmen beeindruckten die Zuhörer.

Zu den Erlebnissen, die im Rückblick Heiterkeit auslösten, zählt die Anreise, die zunächst von Brüssel in die kongolesische Hauptstadt Kinshasa führte. Dort stieg die Dreiergruppe, zu der neben Johannes Zimmermann mit Dr. Ute Müller als Teamleiterin und Heike Völkner zwei Ärztinnen gehörten, in ein Kleinflugzeug um, das sie nach Boende brachte. „Wir wurden gewogen und mussten einige Gepäckstücke zurück lassen“, schildert Zimmermann. Bei der Ankunft war dann das halbe Dorf auf den Beinen. „Überall wo wir hinkamen, wurden wir mit Gesang und Tanz empfangen“, erzählt Dr. Ute Müller, die bereits am ersten Nachmittag die Ultraschall-Untersuchungen aufnahm. Dass sie das überhaupt machen konnte, hatte sie Zimmermann zu verdanken. Der stellte zwar fest, dass das Kabel, das den Generator mit dem medizinischen Gerät verbinden sollte, in einem der zurückgelassenen Koffer steckte, doch durch Improvisation bekam er die Sache hin. Er sorgte auch für elektrisches Licht in Kreißsaal und OP-Zimmer, „damit nicht mehr mit einer Taschenlampe operiert werden muss“.

Dr. Müller: „Es kamen Frauen, die über Unterleibsschmerzen klagten, Schwangere, und Frauen, die noch gar nicht wussten, dass sie ein Kind bekommen.“ Auch eine schwerkranke Patientin, deren weiteres Schicksal Müller heute noch beschäftigt, kam mit ihrer Mutter hilfesuchend zu ihr und wurde auf den Fußboden gelegt. Einen Behandlungstisch gab esnicht. „Sie konnte nicht mehr laufen, war blass und gleichzeitig gelb. Ich weiß nicht was sie hatte, denn ich konnte ihr aufgrund ihres Zustandes nicht mal Blut abnehmen.“

Ein Stethoskop, ein Blutdruckmessgerät, Standardgeräte in jeder Arztpraxis, fehlten. Ob die Frau noch lebt, weiß Müller nicht. Dabei setzten die Patienten große Hoffnungen in sie. „Da kommt eine weiße Ärztin, die macht uns alle wieder gesund“, habe die einhellige Meinung gelautet.

Heike Völkner denkt lieber an die Einheimischen zurück, mit denen sie vor Ort zusammengearbeitet hat. „Das war eine Freude.“ Obwohl auch das nicht immer einfach war. Im Kongo wird französisch gesprochen. Mit Wörterbuch und Gesten habe aber auch die Verständigung funktioniert.

102 Patienten sind mit dem Gerät untersucht worden

Generator und Ultraschallgerät leisten weiterhin treue Dienste. Mitte Juni meldete sich José Simokpi Zoyombina, der leitende Krankenpfleger des Gesundheitszentrums Botsini, und teilte in einem Brief unter anderem mit, dass er bereits 102 Personen mit dem Gerät untersucht hat. Er wurde zuvor von Dr. Müller und Völkner in dessen Bedienung eingewiesen.

Neben den Tätigkeiten in der Krankenstation ist die Gruppe viel unterwegs gewesen. „Sechs mal haben wir den Äquator überquert“, sagte Johannes Zimmermann. Unter anderem wurden einige Schulen besucht, darunter die Partnerschule der Bartholomäus-Grundschule in Boende, die momentan auch mit Geld aus Letmathe saniert wird. 1600 Euro wurden der kongolesischen Delegation, die Anfang Mai in Letmathe zu Gast war, mit auf den Weg gegeben. Das Geld stammt aus einer breit angelegten Spendenaktion der Bartholomäusschule. Der Unterstützung des Bildungssektors will sich der Kirchenkreis Iserlohn jetzt verstärkt widmen. Es existiert ein Konto, worauf Spenden an den evangelischen Kirchenkreis Iserlohn überwiesen werden können. Das Stichwort lautet Partnerschaft Boende/Kongo. IBAN: DE89 3506 0190 2001 1690 28, Bic: GENODED1DKD.

Im September dieses Jahres soll es noch einmal für alle Interessierten im Dietrich- Bonhoeffer-Gemeindehaus einen Rückblick auf die Kongo-Reise geben.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben