Verkehr

„Selbst ich fühle mich nicht sicher“

Gunhild Pfaff (re.) erläuterte (v. li.) Vizebürgermeister Michael Scheffler, dem SPD-Fraktionsgeschäftsführer Martin Luckert, Schulleiterin Verena Heintz und dem Verkehrsausschussvorsitzenden Rolf Kaiser die Situation an der Unterfeldstraße.

Gunhild Pfaff (re.) erläuterte (v. li.) Vizebürgermeister Michael Scheffler, dem SPD-Fraktionsgeschäftsführer Martin Luckert, Schulleiterin Verena Heintz und dem Verkehrsausschussvorsitzenden Rolf Kaiser die Situation an der Unterfeldstraße.

Foto: Torsten Lehmann

Oestrich.   Die teils chaotische Verkehrssituation an der Bartholomäusschule beunruhigt die Eltern.

Auf die allmorgendliche „chaotische Verkehrssituation“ rund um die Bartholomäus-Grundschule und die damit verbundenen Gefahren für die Kinder hat die Oestricherin Gunhild Pfaff am Vizebürgermeister Michael Scheffler und den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, Rolf Kaiser (beide SPD), vor Ort aufmerksam gemacht. „Es ist gefährlich hier.“

Grund waren zwei Situationen, in denen ihre siebenjährige Tochter trotz entsprechender Anleitung und aufmerksamen Beobachtens des Verkehrs fast überfahren worden wäre. Daraufhin habe die Zweitklässlerin ihre Eltern gebeten, sie wieder die 250 Meter von ihrem Zuhause an der Unterfeldstraße bis hoch zur Schule zu begleiten. „Es ist ein Unding, wenn sich ein Kind von fast acht Jahren auf einem solchen Schulweg nicht sicher fühlen kann“, empörte sich Gunhild Pfaff.

Durch die morgendliche Begleitung habe sie die Situation auf ihrer Straße und auf der Berliner Allee mit eigenen Augen gesehen: „Und selbst ich als Erwachsener mich nicht sicher gefühlt.“ Da es also nicht nur ihre Tochter betreffe, die zudem ja auch in zwei Jahren die Schule wieder verlassen werde, mache sie sich jetzt für Verbesserungen stark. Zumal auch andere Eltern, wenn man sie darauf anspreche, es genauso sehen würden.

Der Schulweg ist nichtvom Kinder her gedacht

Denn das Grundproblem sei, dass „der Schulweg nicht vom Kind her gedacht“ und angelegt sei. Es gebe für die Kinder „keinen Hinweis in ihrer Sichthöhe“, wo sie die Straße möglichst gefahrlos überqueren könnten. Und auf der Berliner Allee gebe es zwar eine Verkehrsinsel, aber keinerlei zusätzlichen Hinweis darauf (zum Beispiel durch ein Schild) für die Autofahrer, die dort zumeist schneller als mit den erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs seien. Sehr dicht beieinander, so Gunhild Pfaff, seien zudem die Haltestelle oben auf der Unterfeldstraße und eine weitere kurz nach der Einmündung auf der Berliner Allee, wobei es sich dabei um zwei unterschiedliche Buslinien handelt, mit denen auch Grundschüler zur Schule kommen. Wenn dann aber neben dem haltenden Bus auch noch Eltern-Taxis dazu kämen, sei vor allem an der Unterfeldstraße die Situation sehr unübersichtlich. Gunhild Pfaff kann allerdings nachvollziehen, dass die Eltern ihre Kinder angesichts dieser Gefahren nicht alleine zur Schule gehen lassen, sondern sie hinfahren.

„Wir haben als Schwerpunktschule für Kinder mit Behinderungen sowie mit dem Konzept des jahrgangsübergreifenden Lernens aber auch viele Schüler, die gar nicht zu Fuß kommen können“, machte Schulleiterin Verena Heintz mit Blick unter anderem auf diejenigen aus dem ganzen Stadtgebiet von Iserlohn und zudem aus Nachrodt-Wiblingwerde, Hemer und Hagen deutlich, dass es für einige gar keine andere Möglichkeit als den Transport per Auto (bzw. per Taxi oder Bus bei den Kindern mit Handicap) gibt. Die von Gudrun Pfaff angeregten Kontrollen des einseitigen absoluten Halteverbots in der Unterfeldstraße sowie des Parkens und Haltens in der Berliner Allee seien zuletzt vor zwei Jahren durch Mitarbeiter des Ordnungsamtes konsequent jeden Morgen gemacht worden. „Unsere Erfahrung ist: Es geht danach eine Woche gut, dann ebbt es wieder ab“, berichtete Verena Heintz.

„Wir haben fast an jeder Schule in Iserlohn das Problem“, betonte Rolf Kaiser. Zusammen mit weiteren Mitgliedern des Verkehrsausschusses möchte er sich jetzt morgens einmal selber die Situation an der Bartholomäus-Grundschule anschauen. Denkbar und auch kurzfristig umsetzbar sei es, das absolute Halteverbot an der Unterfeldstraße auszudehnen, was dann ebenso wie die Einhaltung der sonstigen Regeln über längere Zeit vom Ordnungsamt kontrolliert werden könnte und müsste.

Mutter fordert Tempo 10morgens zum Schulbeginn

Erst als längerfristige Lösung könnte es dann bauliche Maßnahmen geben, von denen Gunhild Pfaff auch schon konkrete vorgeschlagen hat, wie beispielsweise einen eingefärbten, erhöhten Bereich, in dem dann morgens zwischen 7.30 und 8.30 Uhr nur Tempo 10 gelte. Was natürlich dann auch entsprechend kontrolliert werden müsse. Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen könnten auch freiwillige Elternlotsen (Schülerlotsen sind erst ab dem Jahrgang 7 erlaubt).

Rolf Kaiser signalisierte, dass es für den notwendigen Versicherungsschutz eine Lösung seitens der Stadt geben könnte.

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