Kultur

„Silent Punch“ lässt Kälte vergessen

„Silent Punch“ sorgten mit guter Laune und Spielfreude dafür, dass keine Kälte in die Glieder kriecht.

„Silent Punch“ sorgten mit guter Laune und Spielfreude dafür, dass keine Kälte in die Glieder kriecht.

Foto: Miriam Mandt-Böckelmann

Letmathe.   Dechenhöhle bietet perfekten Rahmen für Lieder aus einer anderer Zeit

Gleich wird es kalt . . . das zeigen die Decken und Sitzkissen der Konzertbesucher, die am Eingang der Dechenhöhle auf den Einlass warten. Als dann auch noch ganz in schwarz gewandete Männer und Frauen mit Thermoskannen in der Hand vorbeihuschen, schießt dem einen oder anderen der Gedanke durch den Kopf: Bin ich warm genug angezogen? Zehn Grad – sommers wie winters sind es in der Höhle. War es womöglich ein Fehler Omas Schafwoll-Schlüpper abzulehnen? Mal sehen ... Folk-Freunde sind hart im Nehmen, und die sechs Musiker von „Silent Punch“ sorgen mit guter Laune und Spielfreude dafür, dass keine Kälte in die Glieder kriecht. Dabei macht es die Dechenhöhle den Künstlern nicht leicht: Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt dafür, dass Frontmann Sascha Kaeufer öfters seine Gitarre nachstimmen muss und die geringe Deckenhöhe wirft den Klang fast ohne Verzögerung zurück. Die Texte sind anfangs nur schwer zu verstehen, die Trommeln zu laut, das gibt sich im Lauf des Konzertes aber.

Musikalische Reise zu Elfen, Feen, Piraten und Kobolden

Das Experiment geht auf: Die mystischen Gesteinsformationen bilden den perfekten Rahmen für eine musikalische Reise zu Elfen und Feen, Gauklern und Narren, holden Maiden und liebestrunkenen jungen Männern, durstigen Seebären, mutigen Piratinnen und einem „Kobold-König, der über heiße Glut läuft“ – wie das Publikum beim Refrain des Songs lautstark mitsingt. Es sind Lieder und Melodien aus einem Land vor unserer Zeit, sie passen perfekt in einen Konzertsaal tief im Schoß der Erde. So muss sich der Komponist Edvard Grieg seine „Halle des Bergkönigs“ vorgestellt haben . . .

Erst als der letzte Akkord langsam verklungen ist, ist sie wieder da, die Kälte, die in die Glieder fährt. Schnell nach oben, in ein Land von unserer Zeit!

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