Einwohnerzahlen

Stadtteil Dröschede legt kräftig zu

Letmathe.   Der seit Jahren in Letmathe anhaltende Trend des Bevölkerungsrückgangs setzt sich aber insgesamt fort. Allein das Stadtzentrum hat 107 Einwohner verloren.

25 387 – das ist die Summe der Menschen, die zum 31. Dezember 2017 auf Letmather Gebiet gelebt haben. Und es sind deutlich weniger als noch zum Stichtag Ende 2016, nämlich 137. Im Vergleich 2016 zu 2015 betrug der Verlust noch 48 Personen, während sich im Jahresverlauf 2015 die Einwohnerzahl um 29 nach oben entwickelte. Die Flüchtlingswelle schlug sich auch in der Statistik nieder.

„Aber grundsätzlich lässt sich für die gesamte Stadt, nicht nur für Letmathe, sagen, dass sich die Bevölkerung wie erwartet entwickelt hat. Es gibt weiterhin mehr Todesfälle als Geburten“, sagt Barbara Koll, Leiterin der städtischen Statistikstelle.

Es gibt aber auch Stadtteile, die zugelegt haben: Roden ist um fünf Einwohner gewachsen, dort sind zum Jahresende 1508 Menschen gemeldet gewesen. Eindeutiger Gewinner ist Dröschede, wo ein Plus von 40 Personen verzeichnet worden ist. Das hänge laut Barbara Koll mit der Fertigstellung und dem Bezug des neuen Wohngebietes Auf der Emst zusammen. Auch der Blick auf die Dröscheder Bevölkerungszahl nach Geschlecht sticht hervor: Dort lebten 2017 fünf Männer und 35 Frauen mehr als noch im Jahr davor.

Vergleichsweise wenig Frauen südlich der Lenne

Überhaupt ist Letmathe mit einem Anteil von 52 Prozent ein überwiegend und überdurchschnittlich weiblicher Stadtteil, das gilt ganz besonders für das Zentrum. Dort liegt der Frauenanteil sogar noch um weitere zwei Prozent höher und nimmt damit Platz eins im stadtweiten Vergleich ein. Einmal die Uferseite gewechselt, und die Frauen sind in der Minderheit: An der gemeinsam erfassten Bevölkerung in Genna und Lasbeck beträgt ihr Anteil nur noch 49 Prozent.

Letmathe-Mitte übernimmt auch die Spitzenposition bei der Reihenfolge der Ortsteile mit dem stärksten Einwohnerschwund. 55 Menschen weniger lebten dort am 31. Dezember im Vergleich zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. Der Siedlungsraum Nordfeld/Dümpelacker muss den Verlust von 43 Bewohnern hinnehmen, 19 weniger sind es in Oestrich. Die Einwohnerzahl betrug zum Stichtag 3003. Dass es Ende dieses Jahres weniger als 3000 sein werden, ist keine pessimistische Prognose. „Wir rechnen weiter mit stark rückläufigen Zahlen“, sagt Barbara Koll. Die Letmather Besonderheit liege darin, dass der Stadtteil aufgrund seiner Altersstruktur mehr Einwohner als andere.

Werfen wir einen Blick auf diese Zahlen: Von den 25 387 Letmathern haben 6236 mindestens ihren 65. Geburtstag bereits gefeiert – das sind 268 mehr als noch zehn Jahre zuvor. Dagegen gehörten der Gruppe der sechs- bis 14-Jährigen damals noch 2472 Kinder und Jugendliche an. Jetzt sind es mit 1800 genau 672 weniger. Dass nicht nur hohe Sterbe- und niedrige Geburtenraten eine Erklärung für den Rückgang der Einwohnerzahl ist, zeigt der Vergleich der Gruppe der 30- bis 39-Jährigen. 2007 gab es 3321 Letmather in diesem Alter, zehn Jahre später bilden sie die Gruppe der 40- bis 49-Jährigen und kommen auf 3170. Das durchschnittliche Alter der Letmather Bevölkerung ist zwischen 2007 und 2017 um exakt drei Jahre von 43,9 auf 46,9 Jahre gestiegen. Veränderungen hat es auch am Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund gegeben.

Migranten zieht es weg aus Letmathe-Mitte

Die Statistik unterscheidet zwischen den Menschen, deren Wurzeln in einem fremden Land liegen, die aber inzwischen deutsche Staatsangehörige sind, sowie Ausländern ohne deutschen Pass. Abgebildet ist aber auch der Bevölkerungsanteil mit Migrationshintergrund insgesamt. Er ist um 0,6 Prozent (53 Personen) auf 25,3 Prozent im Vergleich zum 31. Dezember 2016 gestiegen. Dabei verzeichnet Letmathe-Mitte als bevölkerungsstärkster Ortsteil einen Verlust von 27 Menschen. Ganz anders Dröschede – auch in dieser Statistik hat der Stadtteil kräftig zugelegt. Dort leben 41 Menschen mit Migrationshintergrund und zwölf Ausländer mehr als vor einem Jahr. Trotz Verlusten (minus zwei Personen) bleibt der Bereich um den Volksgarten mit einem Migrantenanteil von 33,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung der dort Wohnenden Letmathes multikulturelles Zentrum.

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