Verkaufspreis-Uneinigkeit zu Lasten von Letmathe

Steinbruch könnte langsamer auf Letmathe zukommen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Letmathe/Hohenlimburg.  Gescheiterte Kaufverhandlungen über einen Bergrücken drohen langfristig die Ausbreitung des Steinbruchs der Hohenlimburger Kalkwerke in Richtung Letmathe zu beschleunigen.

Wenn der Steinbruch, so wie es jetzt geplant ist, in Richtung Letmathe erweitert wird, müssen die Sprengmeister einen drei bis vier Hektar großen Bergrücken unangetastet lassen. Dieser bewaldete Rücken würde wie eine Zunge in den erweiterten Steinbruch hineinragen und zu drei Seiten rund 50 Meter steil in die Abbaufläche abfallen. Obwohl hier bester Kalkstein liegt, dürfen die Kalkwerke sie den Rücken nicht ausbeuten und müssen ihn abbautechnisch sogar ringsum schützen. Immense Rohstoffvorräte gehen so für den Abbau verloren, was langfristig, sobald alle anderen Reserven etwa im Süden des Antragsgebietes, erschöpft sind, durch eine schnellere Steinbruch-Ausdehnung Richtung Letmathe ausgeglichen werden muss.

Diese seltsame Lage hat einen simplen Grund. Die private Erbengemeinschaft, denen die Waldzunge gehört, kann sich mit den Kalkwerken nicht auf einen Kaufpreis einigen. „Wir sind verkaufsbereit“, erklärteam Mittwoch ein Erbengemeinschaftssprecher auf Anfrage. „Aber wir haben über 30 Jahre Pachtpreise bezahlt, die weit unterhalb des Marktwertes lagen.“ Jetzt wolle man „aus Verantwortung gegenüber den betroffenen Anwohnern“ einen Verkaufspreis erzielen, der auf einem Sachverständigengutachten beruhe und nicht weit davon entfernt liege.

Kalkwerke-Geschäftsführer Dr. Christian Lange hält dem entgegen, die Pachtpreise seien in den 30 Jahren immer wieder dem Marktniveau angepasst worden, sogar bis an dessen oberer Grenze. Die jetzige Verkaufspreisvorstellung sei überzogen und alles andere als marktgerecht. „Würden wir den geforderten Preis zahlen, wäre die Wirtschaftlichkeit unseres Unternehmens gefährdet.“

Wie weit die Parteien voneinander entfernt sind und um welche Beträge es geht, wollten weder die Kalkwerke noch die Erbengemeinschaft verraten. Die Unterschiede in der Wertermittlung für das Grundstück liegen wohl vor allem in der Frage begründet, welche Kalkmengen man herausholen kann, und da ist die Abbautiefe entscheidend.

Die Eigentümergemeinschaft Haine/Meissner gibt sich optimistisch, „dass die Kalkwerke ihren jetzigen Erweiterungsantrag nicht durchsetzen werden.“ Denn dann würde ihr von drei Seiten vom Steinbruch umgebener Wald gefährdet, wie sie beim Erörterungstermin der Genehmigungsbehörde einwandten. Die Eigentümer hoffen vielmehr auf eine Entscheidung dahingehend, dass der Steinbruch nur unter Einbeziehung des Bergrückens ausgebaut werden darf. Dann müsste neu über den Verkaufspreis verhandelt werden.

Sollte es doch noch zu einer Einigung kommen, würde Letmathe zu den Gewinnern gehören. Die Ausbreitung des Steinbruchs Richtung Steltenberg und Dümpelacker würde zwar nicht gestoppt, wie Dr. Lange erklärt, wohl aber ginge sie auf lange Sicht langsamer voran. Wobei der Kalkwerke-Chef sich nicht festlegen will, um wie viele Jahre sich der Ausbau über die Kreisgrenze hinaus verzögern würde. Nach Angaben der Eigentümergemeinschaft geht es um immerhin 17 Jahre. Um diesen Zeitraum würde Letmather Gelände noch vom Abbau verschont, wenn der Bergrücken mitabgebaut werden dürfte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (4) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik