Zertifizierung

Teil einer weltweiten Strategie

Landrat Thomas Gemke (rechts) überreichte die UN-Urkunde für das Projekt „Let's Fetz“ der Waldschulean Gräfin von Baudissin (Vorsitzende des Fördervereins), Andrea Hirsch,, Holger Schneider und Axel Dohmen (von links).

Foto: Michael May

Landrat Thomas Gemke (rechts) überreichte die UN-Urkunde für das Projekt „Let's Fetz“ der Waldschulean Gräfin von Baudissin (Vorsitzende des Fördervereins), Andrea Hirsch,, Holger Schneider und Axel Dohmen (von links). Foto: Michael May

Letmathe.  Auszeichnung für die Waldschule des Märkischen Kreises: Das Projekt „Let’s Fetz“ ist in die UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ aufgenommen worden.

Junge Menschen für den Wald als Ort der biologischen Vielfalt zu begeistern, ist eine der vielen Aufgaben, die sich die Waldschule des Märkischen Kreises in Letmathe auf die Fahnen geschrieben hat. Speziell dafür haben Waldschulleiter Axel Dohmen, der Erlebnis- und Theaterpädagoge Holger Schneider und die Waldpädagogin Andrea Hirsch das Projekt „Let’s Fetz“ entwickelt und in der Waldschule auf den Weg gebracht.

„Let’s Fetz“ wendet sich an Schülerinnen und Schüler der sechsten bis achten Klasse verschiedener Schulformen. Durch ihr eigenes Tun erfahren sie, dass der Wald mehr ist, als nur eine Ansammlung von Bäumen. So gestalten sie sich ein Waldcamp mit Waldsofa und Baumhaus oder ernähren sich von dem, was „Mutter Natur“ uns kostenlos zur Verfügung stellt, indem sie Wildkräuter sammeln und leckere Gerichte auf dem Feuer selbst kochen. In kleinen Teams erleben sie selbstorganisiert den Wald mit allen seinen Facetten und lernen den Wald als etwas besonders Schützenswertes kennen.

Ab sofort auf der Webseite der UN-Dekade zu finden

Am Montagabend nun ist „Let’s Fetz“ als offizielles Projekt der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ gewürdigt worden. Die Auszeichnung – sie wird verliehen an Projekte, die sich in nachahmenswerter Weise für die Erhaltung der biologischen Vielfalt einsetzen – wurde von Landrat Thomas Gemke während der Jahreshauptversammlung des Fördervereins „Lernort Natur“ übergeben. „Die Schülerinnen und Schüler erlernen Selbstkompetenz, Sozialkompetenz und Fachkompetenz“, lobte der Landrat und dankte den Projektleitern für ihr vorbildliches Engagement. „Das ist eine ganz hervorragende Sache, die sie hier gestemmt haben, und das geht auch nur mit hauptamtlicher Unterstützung“, wie Gemke betonte.

Neben einer Urkunde und einem Auszeichnungsschild erhält die Waldschule MK einen „Vielfalt-Baum“, der symbolisch für die bunte Vielfalt und einzigartige Schönheit der Natur steht, zu deren Erhaltung das Projekt „Let’s Fetz“ einen wertvollen Beitrag leistet. Ab sofort wird das Projekt auf der deutschen UN-Dekade-Webseite unter www.undekade-biologischevielfalt.de vorgestellt.

Möglichst viele sollen sich daran ein Beispiel nehmen

Der bis 2020 laufende Wettbewerb wird von der Geschäftsstelle der UN-Dekade „Biologische Vielfalt“ mit Sitz in Hürth ausgerichtet. Die Auszeichnung dient als Qualitätssiegel und macht den Beteiligten bewusst, dass ihr Einsatz für die lebendige Vielfalt Teil einer weltweiten Strategie ist. Möglichst viele Menschen sollen sich von diesen vorbildlichen Aktivitäten begeistern lassen und die ausgezeichneten Projekte als Beispiel nehmen, selbst im Naturschutz aktiv zu werden.

Die Jury entscheidet etwa halbjährlich über die Auszeichnungen. Seit Juni 2012 werden wöchentlich beispielhafte Projekte zur UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet und offiziell vorgestellt. Eine entsprechende Bewerbung als UN-Dekade-Projekt kann ausschließlich online bei der Geschäftsstelle UN-Dekade Biologische Vielfalt unter www.undekade-biologischevielfalt.de eingereicht werden.

Auch im weiteren Verlauf der Versammlung gab es gute Nachrichten. Die Zahl der Mitglieder im Förderverein ist leicht angestiegen, die Waldjugendspiele der Waldschule erfreuen im größerer Beliebtheit und der Kreis, aus dem Schülerinnen und Schüler zu umweltpädagogischen Angeboten nach Letmathe kommen, weitet sich aus. „Seit zehn Jahren dürfen wir uns über die meisten Teilnehmern an den Waldjugendspielen in ganz NRW freuen“, erklärte Axel Dohmen. Mit 3351 Anmeldungen sei 2017 ein neuer Rekord aufgestellt worden, auch wenn wegen schlechten Wetters dann „nur“ 3109 Teilnehmer mitmachten.

Die Auszeichnung der Vereinten Nationen – sie ist mit einer Zuwendung von 1000 Euro verbunden – ist für das Waldschul-Team eine Anerkennung für seine vorbildliche Arbeit und natürlich auch eine Herausforderung, das hohe Niveau der pädagogischen Arbeit mindestens fortzuführen.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik