Kunst

„Tunichtgut und Sorglos“ in den Startlöchern

Christoph Wieloch und Petra Lukoschek eröffnen am 13. September an der Hagener Straße 28 ihre Galerie.

Christoph Wieloch und Petra Lukoschek eröffnen am 13. September an der Hagener Straße 28 ihre Galerie.

Foto: Jennifer Katz

Letmathe.  An der Hagener Straße eröffnen Petra Lukoschek und Christoph Wieloch ihre Galerie – ohne Angst vor Aberglauben.

Dort, wo einst zunächst Kleidung und später Gardinen verkauft wurden, entsteht demnächst quasi „live und in Farbe“ Kunst. An der Hagener Straße 28 eröffnen Pe­tra Lukoschek und Christoph Wieloch ihre Galerie. Auf dem Weg zur Entscheidung haben viele Zufälle eine große Rolle gespielt.

„Ich habe vor etwa 15 Jahren in Potsdam neben einem Hotel eine Galerie entdeckt, darin saß eine Frau und malte. Ich war begeistert und dachte: Das will ich auch“, blickt Petra Lukoschek zurück. Damals hatte sie ihr Kunststudium noch nicht aufgenommen. „Die Malerei habe ich verfeinert, den Gedanken an die Galerie aber nicht weiter verfolgt“, sagt die Sprecherin des Iserlohner Kunstvereins. Dessen Vorsitzender Wieloch erzählt: „Es ist etwa ein halbes Jahr her, als wir bei einem Spaziergang ein altes Haus entdeckt haben. Ich sagte mehr aus Spaß: ,Da könnte man eine Galerie draus machen.’ Als Petra dann sagte, sowas würde ich auch gerne machen, haben wir die Suche nach passenden Räumen gestartet.“

Fündig geworden sind die beiden durch eine Anzeige. „Als die Besitzer hörten, dass wir eine Galerie eröffnen wollen, waren die anderen Interessenten gleich abgeschrieben“, so Petra Lukoschek, die unter anderem in Wetter Kunst studiert hat. Und sie gesteht: „Wir wollten eigentlich erst einmal die Räume nur ansehen, doch ein altes Regal war ausschlaggebend. Ich wusste sofort: Das ist es. Ich habe mich direkt verliebt.“ Neben den eigentlichen Räumen gibt es nämlich noch eine großzügige Schaufensterfläche, die sich bestens für die Kunstpräsentation eignet. Nun laufen die Modernisierungsarbeiten, unter anderem wird der Fußboden erneuert, weshalb ein Vorab-Besuch noch nicht möglich war. Neben der positiven Reaktion der Hausbesitzer habe es auch nette Fürsprache von Seiten der Letmather Werbegemeinschaft gegeben. Zudem, so Petra Lukoschek, habe es immer wieder die Frage gegeben, wo ihre Bilder denn einmal zu sehen seien. Die beiden Künstler haben zwar schon vielfältig ausgestellt, aber eben nicht dauerhaft.

Künstlerin lässt sich bei der Arbeit auf die Finger schauen

Während Christoph Wieloch weiterhin als Techniker für Elektronik arbeiten wird, wagt Petra Lukoschek den Schritt, nur noch künstlerisch tätig zu sein. „Ich werde den ganzen Tag in der Galerie sein und dort malen. Besucher haben die Gelegenheit, mir über die Schulter zu schauen und über die Bilder zu sprechen. Wir wollen es ganzheitlich angehen, auch eine Sitzecke und Kaffee anbieten“, erklärt sie. Auch Kurse sollen zum Portfolio gehören.

Hinter dem Namen der Galerie, „Tunichtgut und Sorglos“, verbirgt sich die nächste kreative Anekdote. Die gebürtige Schwerterin, die schon lange Gedichte zu ihren Bildern schreibt, arbeitet gerade an einem gleichnamigen Buch, in dem es um zwei Elfen geht. „Eine Geschichte für Erwachsene“, betont sie. Als es an die Namenssuche für die Galerie ging, habe Wieloch „Tunichtgut und Sorglos“ vorgeschlagen – weil sich der Titel deutlich von den üblichen „Art“-, „Galerie“- und ähnlichen Begriffen abhebe. Aus dem Elfen-Vorbild des Buches resultiert auch das Logo, das die Künstler selbstverständlich selbst gestaltet haben. Christoph Wieloch, nach Petra Lukoscheks Angaben „Perfektionist ohne Ende“, hat lange an den Feinheiten gefeilt.

Gleichermaßen Abenteuer und Wagnis

Bevor „Tunichtgut und Sorglos“ am 13. September zum ersten Mal die Pforten öffnet und die Besucher dort Bilder, Skulpturen und vieles mehr bewundern sowie kaufen können, ist noch einiges zu tun. „Für uns ist das ein Abenteuer“, sagt Petra Lukoschek. Christoph Wieloch verrät: „Selbstverständlich ist es auch ein Wagnis, das keiner von uns allein auf sich genommen hätte.“ Ob da ein „Freitag, der 13.“ ein gutes Omen für die Eröffnung ist? „Ja“, ist sich die Malerin und Literatin sicher, „wir haben es sogar bewusst so gelegt“. Los geht es an diesem Tag um 18 Uhr, neben der Kunst gibt es auch musikalischen Genuss. Kris und Joel haben Gitarrenklänge im Gepäck. „Tunichtgut und Sorglos“ wird von da an von montags bis freitags zwischen 10 und 13 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr öffnen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben