Unglück

Viele offene Fragen nach dem Feuer

Aus dieser Perspektive erscheint es wie ein Wunder, dass das Wohnhaus nicht auch noch ein Raub der Flammen geworden ist. Die Autos wurden komplett zerstört.

Foto: Feuerwehr Iserlohn

Aus dieser Perspektive erscheint es wie ein Wunder, dass das Wohnhaus nicht auch noch ein Raub der Flammen geworden ist. Die Autos wurden komplett zerstört. Foto: Feuerwehr Iserlohn

Letmathe.   Zwei Autos gingen in der Nacht zu Dienstag in der Stadtmitte in Flammen auf. Die Polizei bittet dringend um Hinweise zum Unglückshergang.

„Ich bin aus dem Schlaf gerissen worden, habe das Inferno gesehen und war vor Angst und Entsetzen wie gelähmt. Die Flammen schlugen ja schon auf die Garage und das Haus über.“ Mit diesen Worten schildert Ulrich Lübke, Inhaber der gleichnamigen Kfz-Werkstatt vor den Toren Oestrichs, wie er die Nacht auf Dienstag erlebt hat – die für ihn, seine Familie und viele weitere Letmather um kurz vor 3.30 Uhr zu Ende gewesen ist. Unmittelbar neben der Tür eines Mehrfamilienhauses an der Straße Zum Volksgarten brannten zwei Autos lichterloh.

Unter schwerem Atemschutz nahmen Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr sowie der freiwilligen Löschgruppen Letmathe und Stübbeken den Kampf gegen die Flammen auf. Ein VW Golf und ein Opel Insignia waren nicht mehr zu retten, eines der beiden Fahrzeuge gehörte einem Kunden Lübkes, zusätzlich wurde ein Daimler E 200 beschädigt. Zum Glück gab es keine Verletzten, zudem konnte die Feuerwehr das Übergreifen des Feuers auf das Haus in dieser Katastrophen-Nacht verhindern.

Familienkater Ben handelt genau richtig

Bei Lübkes Ehefrau und seinen beiden Töchtern könnte der Schock indes kaum tiefer sitzen. „Ich habe den Bosnien-Krieg miterlebt“, berichtet die Gattin am Tag danach gegenüber der Heimatzeitung. Da rührten für sie die Szenen der lodernden Autos an schrecklichen Erinnerungen. Zudem habe es beim Unglück extrem laut geknallt.

Das bestätigte ein Zeuge, der eher durch Zufall wach war, weil er sich um seinen kleinen Sohn kümmerte. „Ich dachte zuerst, dass unsere Heizungsanlage in die Luft geflogen wäre. Dann sah es so aus, als würde halb Letmathe brennen.“ Er war einer von elf Menschen, die sofort zum Telefon griffen, um die Feuerwehr zu rufen.

Die kam gerade noch rechtzeitig. Doch Garagenzufahrt und Tor, die Türklingelanlage, die Briefkästen und die Pflastersteine sind in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Sache hätte noch ganz anders ausgehen können, wenn Ben, der Kater der Familie, nicht instinktiv gehandelt hätte. Ulrich Lübke: „Er ist zu meiner Tochter ins Zimmer gelaufen und hat sie geweckt.“ Das junge Mädchen schlief bei geöffnetem Fenster nur wenige Meter neben dem Brandherd.

Die Ermittlungen zur Brandursache laufen zwar auf Hochtouren, Konkretes konnte Polizeisprecher Dietmar Boronowski aber am Dienstagnachmittag noch nicht verkünden. „Wir haben die Autos sichergestellt, um durch einen Sachverständigen prüfen zu lassen, ob ein technischer Defekt vorliegt, oder ob wir es mit Brandstiftung zu tun habe. Fest steht bislang nur, dass ein Auto von alleine nicht in Flammen aufgeht.“ Wo ist das Feuer ausgebrochen, kamen vielleicht sogar Brandbeschleuniger zum Einsatz? „Das lässt sich alles herausfinden“, sagt Boronowski. Die Höhe des Schadens durch das Feuer siedelt die Polizei im oberen fünfstelligen Bereich an. Dabei handele es sich aber zunächst um eine erste Schätzung, erklärt Boronowski.

Dringend bittet die Polizei um Hinweise zur Brandsache. Wer verdächtige Geräusche, Personen oder Fahrzeuge gehört oder gesehen hat, wird gebeten, sich unter Telefon 02371/9199-0 bei der Iserlohner Wache zu melden.

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