Bildung

Vom guten Umgang mit Rohstoffen

Viel Nachfragebedarf gab es am Gymnasium Letmathe bei der UNESCO-Multivisionsschau “REdUSE“.

Viel Nachfragebedarf gab es am Gymnasium Letmathe bei der UNESCO-Multivisionsschau “REdUSE“.

Foto: Michael May

Letmathe.   Die UNESCO-Multivisionsschau „REdUSE“ gastierte am Gymnasium Letmathe.

„Wer hat heute schon Ressourcen verbraucht?“, fragt Moderator Björn Wiele in die Runde. „Und wenn ja, welche?“

Nur zaghaft gehen die Finger in die Höhe, „Wasser“, lautet die Antwort einer Schülerin, Wiele fährt fort, denn da ist ja doch noch einiges mehr, und genau darum, und vor allem den richtigen Umgang mit Ressourcen, also Rohstoffen, soll es jetzt in den kommenden 90 Minuten bei der UNESCO-Multivisionsschau mit dem Titel „REdUSE“ gehen.

Rund 400 Schüler der Jahrgänge fünf bis neun lauschen am Montag in der Aula des Gymnasiums Letmathe in zwei Durchläufen den Ausführungen Wieles, dazu gibt es einen Film, am Ende eine Diskussion. Natürlich geht es um weit mehr als nur Wasser und den richtigen Umgang damit – „wir versuchen ein Schlaglicht auf verschiedene Umweltthemen zu werfen“, erklärt Wiele im Gespräch.

„70 Prozent der Bestände weltweit sind überfischt“

Die Unterscheidung zwischen nichtnachwachsenden Rohstoffen wie verschiedenen Metallen und nachwachsenden Ressourcen ist ein wichtiger Punkt. Vor allem der Fokus auf letztere ist wichtig, denn Holz wächst zwar nach, Fische pflanzen sich fort. „Aber 70 Prozent der Bestände weltweit sind überfischt – die Gefahr eines Aussterbens ganzer Arten ist real“, sagt Wiele, der passend dazu per Beamer eine Reihe von Daten und Hochrechnungen präsentiert.

Drei Kilo Ressourcen habe ein Mensch in der Steinzeit pro Tag verbraucht. Heute sind es 27 Kilo, der durchschnittliche Europäer verbrauche laut dem Politikwissenschaftler sogar 44 Kilo. „Seit dem Jahr 1900 hat sich die Menschheit auf heute 7,6 Milliarden Menschen verdreifacht. Der Verbrauch von Ressourcen hat sich im selben Zeitraum verzehnfacht.“

Und: Viele verbrauchte Rohstoffe sind nicht recycelbar oder werden aus anderen Gründen nicht so wiederverwertet, wie es technisch möglich und wünschenswert wäre. Das Handy, in dem Aluminium und andere seltene Metalle verwendet werden, taugt hier als Musterbeispiel – zumal die Herstellung einzelner Komponenten auch noch energieintensiv ist. Eindrücklich auch das Beispiel PET-Flasche, für deren Herstellung laut dem Experten jeweils ein Schnapsglas voll Öl und drei Liter Wasser verbraucht werden.

„Wir empfehlen darum, wiederbefüllbare Flaschen zu verwenden“, sagt Wiele. „80 Prozent des PET-Plastiks wird verbrannt und nicht recycelt.“ Vom Plastikmüll, der im Meer landet, ganz zu schweigen.

Allgemein gesprochen, sagt Wiele, sei die Jugend sehr aufnahmebereit für Umweltthemen, wenn die Kurve in der Pubertät vorübergehend auch mal nach unten weise. Auch sei es schwerer, Kinder aus bildungsfernen Schichten für das Thema zu sensibilisieren. „Wobei es Schulen in sozialen Brennpunkten gibt, die in diesem Bereich sehr gute Arbeit machen.“

11.000 Liter Wasser zur Herstellung einer Jeans

Als praktische Tipps gibt der Experte den Schülern mit auf den Weg, Handys auch mal länger zu nutzen, und wenn nicht, dann doch zumindest zum Recyclinghof zu bringen. Auch Jeans sollten möglichst lange getragen werden – verbraucht die Herstellung einer einzelnen Hose laut Wiele doch ganze 11.000 Liter.

„Wir versuchen mit dem Projekt möglichst von klein auf ein Bewusstsein zu schaffen“, sagt Wiele. Und in Bezug auf den aktuellen Ressourcenverbrauch der Menschheit: „Es ist klar, dass es nicht immer so weiter geht.“

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