Steinbruch

„Von Letmathe aus nicht sichtbar“

Die Gebrüder Dr. Christian und Matthias Lange mit Manfred Gloede von der Werbegemeinschaft Letmathe (von links) vor einer Luftaufnahme des Hohenlimburger Kalksteinbruchs.

Foto: IKZ

Die Gebrüder Dr. Christian und Matthias Lange mit Manfred Gloede von der Werbegemeinschaft Letmathe (von links) vor einer Luftaufnahme des Hohenlimburger Kalksteinbruchs. Foto: IKZ

Letmathe/Hohenlimburg.   Die Geschäftsführung der Hohenlimburger Kalkwerke sind zu einem Dialog mit der Bürgerinitiative zum Erhalt des Ahm bereit.

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Wenn der Steinbruch auf Hohenlimburger Gebiet wie jetzt beantragt erweitert wird, bleibt das Naherholungsgebiet am Ahm und am Steltenberg im Wesentlichen erhalten. Diese Sichtweise der Dinge haben die Geschäftsführer der Hohenlimburger Kalkwerke, die Brüder Dr. Christian und Matthias Lange, in einem Gespräch mit der Heimatzeitung dargelegt. Dabei haben sie auch betont, dass sie einen Dialog mit der Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm begrüßen würden.

„Das neu beantragte Abbaugebiet wird von keiner einzigen Stelle in Letmathe aus sichtbar sein“, versichern Dr. Christian und Matthias Lange. Das sei nicht nur durch die von Natur aus erhöhte Lage gegeben, sondern werde zusätzlich durch einen 2,70 Meter hohen begrünten Erdwall gewährleistet, der am Ostrand des künftigen Abbaugebiets aufgeschüttet werden soll.

Da die verloren gehende Waldfläche ausschließlich auf Hohenlimburger Gebiet liege, könne es auch nur in Hohenlimburg Ausgleichsmaßnahmen geben. Sowohl Neuanpflanzungen als auch die natürliche Begrünung von Steinbruchwänden seien zu diesem Zweck vorgesehen.

Die Steinbruchbetreiber räumen ein, dass für die Erweiterung ein Stück Wald von knapp vier Hektar Größe fallen soll, doch die insgesamt 12,5 Kilometer Spazier- und Wanderwege beidseits der Stadtgrenze blieben komplett erhalten, erklärten sie. Es müsse lediglich ein 179 Meter langes Wegstück begradigt werden. „Es wird sogar überlegt, einen weiteren 700 Meter langen Weg öffentlich zugänglich zu machen, der an der Abbruchkante einen schönen Blick in den Steinbruch ermöglicht“, sagte Matthias Lange.

„Was die Gestaltung der Wanderwege betrifft, sind wir gerne zu einem Dialog nicht nur mit den Naturschützern, sondern auch mit der Letmather Bürgerinitiative bereit“, versicherte er. Dieses Gesprächsangebot gelte natürlich auch für alle anderen Themen, die den Steinbruch betreffen.

Auf lange Sicht Erweiterung auf Letmather Gebiet nötig

Die jetzt beantragte Steinbruchvergrößerung bis an die Stadtgrenze wird nach Einschätzung der Brüder Lange ausreichen, um den Abbaubedarf für die nächsten zehn Jahre zu gewährleisten. Das Geschäftsführer-Duo verhehlt aber nicht, dass auf lange Sicht eine Erweiterung auf Letmather Gesicht unbedingt notwendig sei. Dort seien ergiebige Kalksteinvorräte nachgewiesen. Es gehe nicht nur um den Erhalt von knapp 50 Arbeitsplätzen, sondern auch um die Versorgung der Region mit wichtigen Rohstoffen.

Die Hohenlimburger Kalkwerke sehen sich als einen der wichtigsten Betonlieferanten und Zulieferer für Betonwerke im Umkreis von 30 bis 40 Kilometern. Hohenlimburger Kalkstein steckt als Rohstoff in einer Vielzahl von Bauwerken der Umgebung. Als Beispiele nannte Dr. Christian Lange den Hospiz-Neubau und die Lennepromenade in Letmathe, die Thier-Galerie in Dortmund, die Sparkasse und das Westfalenbad in Hagen, das Seilerseebad und die Eissporthalle in Iserlohn. Es sei im Interesse aller, dass auch künftig die Baustellen über kurze Wege aus der Region beliefert werden, argumentierten die Brüder Lange.

„Natürlich könnte man das Gestein über Hunderte von Kilometern herantransportieren“, räumte Matthias Lange als theoretische Überlegung ein. „Doch es fragt sich, ob das ökonomisch und ökologisch sinnvoll ist.“ Solche Themen würden gegenwärtig bei der Fortschreibung des Landesentwicklungsplans und die sich später darauf gründenden Regionalpläne diskutiert. „Das verfolgen wir mit Interesse“, betonte Matthias Lange.

Kalkwerke sind Mitglied in der Werbegemeinschaft

Die Werbegemeinschaft Letmathe setzt sich für einen Dialog zwischen den Kalkwerken und der „Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm“ ein. Deshalb nahm der 1. Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Manfred Gloede, am Gespräch der Heimatzeitung mit den Gebrüdern Lange teil. Er engagiere sich nicht nur, weil die Kalkwerke Mitglied der Werbegemeinschaft Letmathe seien, sondern weil ihm insgesamt an einem guten Miteinander gelegen sei.

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