Traditionsunternehmen Heuer-Hammer bleibt in Erinnerung

Vor 60 Jahren starb der Fabrikant und Erfinder Josef Heuer

Foto: IKZ

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Grüne. Er war ein bedeutender Iserlohner Unternehmer und hat sich als Erfinder über Deutschland hinaus einen Namen gemacht. Am Mittwoch jährt sich der Todestag von Josef Heuer zum 60. Mal.

In der Iserlohner Industriegeschichte hat der Name Heuer-Hammer über viele Jahrzehnte eine große Rolle gespielt. In den besten Jahren des Unternehmens standen bis zu 280 Mitarbeiter auf den Lohn- und Gehaltslisten. Noch heute prangt der Name an der Fassade der alten Fabrik an der Igelstraße, die 1993 kurz vor dem 100-jährigen Jubiläum in Konkurs ging. Heute wird das Gebäude von verschiedenen kleineren Betrieben genutzt.

Josef Heuer führte das Unternehmen von 1912 bis 1948 und entwickelte es mit großem Erfolg zu einem Industriebetrieb. Er war gerade erst 18 Jahre alt, als er die von seinem früh verstorbenen Vater Heinrich gegründete Huf- und Wagenschmiede übernahm. Schon als Praktikant bei Krupp in Essen hatte Heuer erkannt, dass in den Möglichkeiten einer Freiformschmiede die Zukunft lag.

Der Iserlohner Unternehmer war ein Vorbild an Innovation und Kreativität, insbesondere im Bereich des Bergbaus. Er entwickelte viele Produkte zu deutschen und internationalen Patenten. Sie haben den technischen Fortschritt im Bergbau maßgeblich mitbeeinflusst. Außerdem hat sich die Firma Heuer-Hammer mit hochwertigen Schmiedestücken speziell für den Schiffsbau und mit Lasthaken im Kranbau einen Namen gemacht. Als drittes Standbein der Produktion kamen Maschinen für die Schrauben-, Nieten- und Nagelindustrie hinzu.

Als kreativer Unternehmer bleibt Josef Heuer auch in einem ganz anderen Bereich der Nachwelt in Erinnerung. Er ist der Erfinder einer Verkehrsampel, die bis in die 50-er Jahre an vielen Kreuzungen großer Städte in Betrieb war.

Die nach dem Erfinder benannte Heuer-Ampel war mit einer Art Zeiger ausgestattet, der es auch Farbblinden ermöglichte, die Rot- von der Grünphase zu unterscheiden. Einige Exemplare davon sind noch erhalten, ein Modell ist im Iserlohner Stadtmuseum zu sehen.

Mit seinem Tode am 20. November 1948 hinterließ Josef Heuer, dem übrigens auch die Gründung der Heuer-Siedlung in Dröschede zu verdanken ist, eine große Lücke. Später führten seine drei Söhne in wechselnder Verantwortung bis zu ihrem Tod das Unternehmen weiter. Zuletzt lag die Betriebsleitung in den Händen des jüngsten Sohnes Bernfried Heuer, der zwischenzeitlich „ausgestiegen” war und eine eigene Firma gegründet hatte.

Bernfried Heuer, mittlerweile 74 Jahre alt, erinnert sich mit Wehmut an die letzten Tage des traditionsreichen Unternehmens: „Mit der Öffnung der Grenze brach durch die plötzliche Konkurrenz ostdetuscher Schmieden unsere Existenzgrundlage weg.” Das schmerzt ihn noch heute. Trotz einer Krankheit hat er aber in seiner Wohnung am Tyrol ein Archiv mit zahlreichen Dokumenten aufgebaut und verwaltet so das Erbe eines großen Iserlohner Traditions-Unternehmens.

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