Bahnhof

Warten bis das Licht angeht

Die Bahn macht Hoffnung: Sobald die Beleuchtung angeschlossen und bautechnisch abgenommen ist, können die Züge wieder in diesem Bereich halten. Die Arbeiten sollen noch im November in Angriff genommen werden.

Foto: Oliver Bergmann

Die Bahn macht Hoffnung: Sobald die Beleuchtung angeschlossen und bautechnisch abgenommen ist, können die Züge wieder in diesem Bereich halten. Die Arbeiten sollen noch im November in Angriff genommen werden. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Baldiger Zughalt im modernisierten Bereich soll die Lage am Bahnhof entspannen.

Die Deutsche Bahn macht vage Hoffnung auf eine zeitnahe Verbesserung der Reisebedingungen am Bahnhof Letmathe. Bereits Ende Oktober meldete die Pressestelle des Konzerns auf Anfrage der Heimatzeitung, dass notwendige Elektroarbeiten zur Fertigstellung der Beleuchtung im bereits weitgehend modernisierten Bereich des Mittelbahnsteigs noch im Laufe dieses Monats ausgeführt werden sollen.

Es handelt sich, wie jetzt mitgeteilt wurde, um den Anschluss der Beleuchtung an eine 50-Hertz-Anlage. „Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, folgt der Abnahmeprozess und der Halt der Züge kann dann verschoben werden“, heißt es wörtlich in der jüngsten Antwort-E-Mail. Die Fahrgäste müssten dann nicht mehr bis zum westlichen Ende des Bahnsteigs hetzen – es wäre ein Fortschritt der seit Monaten vehement gefordert wird, wie zahlreiche E-Mails, die uns von Reisenden erreicht haben, zeigen. Allerdings werde auch geprüft, ob die durch mutwillige Beschädigungen in Mitleidenschaft gezogenen provisorischen Holzunterstände erneuert werden können. Das trübt die Freude wiederum, denn: Die Unterstände wären überflüssig, wenn die Züge wieder im Bereich der Treppen halten würden. Wozu dann eine Erneuerung?

Nutzung der Nebengleise ist laut Bahn problematisch

Eine Erklärung gab die Bahn für die erneut verschobene Fertigstellung des Mittelbahnsteigs ab: Das Gedankenspiel, die durch Letmathe fahrenden Züge während der Arbeiten zu nächtlicher Stunde über Nebengleise an der Baustelle vorbei zu führen, kollidiere mit einem sogenannten Abstellkonzept des in Letmathe verkehrenden Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU) Abellio. „Bei unseren Baustellen wollen und müssen wir die Interessen der jeweiligen EVU berücksichtigen“, schreibt die DB-Pressestelle. Im Laufe dieser Woche will die Bahn ein Gespräch mit dem beauftragten Bauunternehmen führen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. „Daraufhin werden dann neue Sperrpausen bei der DB Netz angemeldet. Wie schnell Sperrpausen zwischen DB Netz und dem Eisenbahnverkehrsunternehmen einvernehmlich abgesprochen werden, können wir zur Zeit nicht beurteilen“, heißt es weiter.

Auch zum Ausfall der Pumpe, die vor einigen Wochen erneut für „Land unter“ in der Unterführung gesorgt hat, gibt es eine Erklärung. Der sei ebenfalls auf mutwillige Zerstörungen zurück zu führen – die Pumpe selbst sei intakt geblieben. Erklärung der Bahn: „Es wurden die Kabel zerstört. Daraufhin musste die Pumpe abgestellt werden. Sobald die neue 50-Hertz-Anlage angeschlossen ist, wird auch die Pumpe mit dieser Anlage angebunden und in Betrieb gehen.“

Baudezernent Janke: Stadt kann nicht viel ausrichten

Die Aussagen und Ankündigungen klingen in vielerlei Hinsicht vielversprechend. Doch es wurden schon zu oft Termine verschoben, über einen zu langen Zeitraum rührte sich gar nichts auf dem Bahnhof, dessen Modernisierung im Sommer 2015 begann. „Warum“, so die Fragestellung, die rund um den Bahnhof immer lauter gestellt wird, „schaut sich die Stadt die Sache so lange an, ohne etwas zu unternehmen“? Stadtbaurat Mike-Sebastian Janke sagte gestern klipp und klar: „Weil wir keine Instrumente haben, um darauf einzuwirken.“ Der Kontakt zum DB-Konzern sei zwar da und es werde auch darauf hingewiesen, dass die Lage ein großes Ärgernis für die Bürger Iserlohns und deren Besucher darstelle, was laut Janke noch freundlich ausgedrückt sei. Aber er weist nochmal darauf hin: Es ist alles andere als ein scharfes Schwert, das wir in der Hand halten.“

Als Baudezernent wisse er um die Komplexität einer Baustelle, die in diesem Fall nochmal um einiges größer sei, da der Schienenverkehr berührt werde. „Es kommt die Problematik der Streckensperrung hinzu und auch noch unvorhergesehene Aspekte wie im aktuellen Fall mit weiteren dringenden Bauarbeiten auf der Strecke.“ Das Instrument, den Bau selbst in die Hand zu nehmen, habe die Stadt nicht.

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