Brandschutz

Was lange währt, wird . . . eine Arche für Hilfesuchende

Endlich bezugsfertig: Löschgruppenleiter Christian Braun nimmt den symbolischen Schlüssel für das neue Gerätehaus in Oestrich von Michael Scheffler entgegen.

Endlich bezugsfertig: Löschgruppenleiter Christian Braun nimmt den symbolischen Schlüssel für das neue Gerätehaus in Oestrich von Michael Scheffler entgegen.

Foto: Alexander Barth

Oestrich.  Nach jahrelanger Hängepartie hat die Stadt das neue Gerätehaus an die Löschgruppe Oestrich der Freiwilligen Feuerwehr übergeben.

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„Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende“, zitierte der stellvertretende Bürgermeister Michael Scheffler (SPD) am Samstag bei der Übergabe des neuen Feuerwehrgerätehauses an die Löschgruppe Oestrich der Freiwilligen Feuerwehr den viktorianischen Schriftsteller Oscar Wilde und ergänzte: „Ich hoffe, Sie werden mir zustimmen, dass es gut geworden ist.“ Scheffler bezog sich damit auf die zurückliegende Odyssee, die sich über ein gutes Jahrzehnt erstreckt.

Beginn der Odyssee reicht zurück bis ins Jahr 2006

Die Suche nach einem neuen Standort für das alte Gerätehaus in der Kirchstraße begann schon im Jahr 2006, denn die Probleme dort – darunter Platzmangel und Feuchtigkeit – waren von Anfang an offensichtlich und verdichteten sich im Laufe der Jahre nur. Trotz dieser Schwierigkeiten und obwohl die einsatztaktische Bedeutung des Standorts zu keinem Zeitpunkt zu bezweifeln war, wie Scheffler betonte, gerieten die Planungen und Verhandlungen zur Hängepartie.

Erst Ende 2015 fiel die politische Entscheidung, das neue Gerätehaus auf der Wiese an der Stennert zu bauen. Die eine Hälfte des rund 2500 Quadratmeter großen Geländes gehörte bereits der Stadt, die andere wurde von der evangelischen Kirchengemeinde erworben. Eine Million Euro sollte dafür bereit gestellt werden, davon 300.000 im Jahr 2016 und 700.000 im Jahr 2017 aus dem städtischen Haushalt. Die endgültigen Kosten, inklusive des Grunderwerbs und einer Lärmschutzwand zum angrenzenden Wohngebiet, belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro – immerhin die Befürchtung, in Oestrich könnte ein Fiasko wie der Berliner BER-Flughafen entstehen, hat sich damit nicht bewahrheitet.

Zum ersten Spatenstich vergingen aber nochmal einige Monate, im März 2018 war es soweit. Die Schlüsselübergabe sollte bis zum Jahresende 2018 erfolgen, jetzt hat es bis Ende Juli 2019 gedauert – aber das Ergebnis, eine Stahlrahmenkonstruktion mit einer Grundfläche von 425 Quadratmetern, überzeugt. Mit einem strahlenden Lächeln nahm Löschgruppenführer Christian Braun symbolisch den Schlüssel von Michael Scheffler entgegen, Feuerwehrchef Jörg Döring würdigte in einer Ansprache das Gerätehaus als „eine Arche für Hilfesuchende, denen das Wasser bis zum Hals steht“.

Zwei neue Einsatzfahrzeuge unterstützen die Flotte

Zum Tag der offenen Tür, der einen festlichen Rahmen für die Übergabe bildete und mit einer thematisch passenden Playmobil-Ausstellung auch die kleinen Besucher beglückte, traten auch der Leiter des Feuerwehrausschusses, Michael Barth, der Leiter des Ressorts Sicherheit, Christian Eichhorn, und Vertreter der Kommunalpolitik an. Im neuen Gerätehaus werden zwei zusätzliche Fahrzeuge stationiert, um die Einsätze der Berufsfeuerwehr schwerpunktmäßig in Oestrich und Dröschede zu unterstützen.

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