Politische Bildung

Wie „Anne Frank“ Schüler stark gegen Rassismus machen soll

Bei einer früheren Auflage des Projekts liest eine Schülerin im Parktheater Iserlohn aus dem Tagebuch der Anne Frank vor (Archivfoto).

Bei einer früheren Auflage des Projekts liest eine Schülerin im Parktheater Iserlohn aus dem Tagebuch der Anne Frank vor (Archivfoto).

Foto: Michael May / IKZ

Letmathe/Iserlohn.  Das Projekt „Anne Frank und jüdisches Leben in Iserlohn“ findet in diesem Jahr an der Realschule und dem Gymnasium Letmathe statt.

Das Projekt „Anne Frank und jüdisches Leben in Iserlohn“ des Iserlohner Jugendamtes läuft auch in Corona-Zeiten weiter. Die Grundidee: Als sogenannte Peers ausgebildete Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen arbeiten mit jüngeren Mädchen und Jungen zusammen. Ausgangspunkt dafür ist eine Ausstellung, die im Jahr 2016 gemeinsam vom Anne-Frank-Zentrum Berlin, dem Bereich Beschäftigungsförderung der Stadt Iserlohn sowie Jugendamt, Stadtmuseum, Volkshochschule und Musikschule für Iserlohn konzipiert wurde. Dabei werden an mehreren Stationen großformatige Fotos von Anne Frank und dem Hinterhaus, in dem sie sich versteckt hielt, sowie zum jüdischen Leben in Iserlohn gezeigt.

Die „Peers“ lesen oder erzählen an den einzelnen Stationen aus dem Leben von Anne Frank. Ursprünglich wurde die Ausstellung jährlich im Altstadtstollen präsentiert, auch die Peers-Führungen fanden dort statt. Wegen der Corona-Pandemie ist die Ausstellung in die beteiligten Schulen gewandert: die Realschule Letmathe und das Gymnasium Letmathe. Dort hat ein Mitarbeiter des Anne-Frank-Zentrums die Schüler sachkundig eingewiesen.

Junge Menschen sollen Rassismus aktiv begegnen

Coronabedingt werden die ausgebildeten Schüler nur noch jeweils ihre eigenen Klassen durch die Ausstellung führen. Das Ziel des Projektes bleibt es, dass junge Menschen umfassend erfahren, wie wichtig es ist, rassistischen Tendenzen in der Gesellschaft zu begegnen – und mit dem Wissen, welche Gräueltaten in der Vergangenheit geschehen sind, ein aktuelles Zeichen gegen Rassismus und Extremismus und für mehr Demokratie und Mitmenschlichkeit setzen.

In der Realschule Letmathe hatten sich neun und am Gymnasium Letmathe sechzehn Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen neun gemeldet, die an der Peers-Ausbildung teilgenommen haben und in den kommenden Wochen ihren Klassen in Kleingruppen die Ausstellung präsentieren werden. Die Motivation der Jugendlichen ist bei allen dieselbe: Sie möchten mehr über die Zeit und die Entstehung des Nationalsozialismus erfahren. Die Geschichte und das Leid der Verfolgten anhand des Lebens von Anne Frank und ihrer Familie ermöglicht es ihnen, sich leichter mit den Ungerechtigkeiten dieser Zeit auseinanderzusetzen. Sofern die Corona-Situation dies zulässt, soll das Projekt an weiteren Schulen durchgeführt werden.

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