Marienhospital

Wie Ratsfraktionen auf das frühere Klinik-Aus reagieren

Aus dem Rathaus war am Freitag mehr Bedauern als Überraschung zur schlechten Nachricht aus Lüdenscheid zu vernehmen.

Aus dem Rathaus war am Freitag mehr Bedauern als Überraschung zur schlechten Nachricht aus Lüdenscheid zu vernehmen.

Foto: Archiv / IKZ

Letmathe/Iserlohn.  Nach dem Signal aus Lüdenscheid zur Verschärfung der Krise des Marienhospitals suchen die Ratsfraktionen nach Lösungen und Verantwortlichen.

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Mit Bedauern haben die Ratsfraktionen das jüngste Signal aus Lüdenscheid über die wahrscheinliche Schließung des Letmather Marienhospitals schon Ende Oktober zur Kenntnis genommen. Die SPD bemängelt an der Darstellung im Kreisausschuss, Dr. Thorsten Kehe sei eine Erklärung schuldig geblieben und habe „nicht erschöpfend dargelegt, wie diese Zahlen unter seiner Geschäftsführung zustande gekommen sind.“ In ihrer Stellungnahme ermahnen die Sozialdemokraten den Kreis zu konstruktiver Zusammenarbeit mit der Iserlohner Verwaltung, diese wiederum müsse jetzt „schnellstmöglich handeln“.

Die CDU betont, bei der Zukunft des Marienhospitals realistisch und dem Bürger gegenüber ehrlich auftreten zu wollen. Es solle „nichts unversucht“ bleiben, aber die Christdemokraten hätten „von Beginn an“ gesagt, dass es schwierig werde. Da es für eine Integration des Krankenhauses in den Konzern der Stadt „nicht nur wirtschaftliche Hürden“ gebe, solle weiter an alternativen Lösungen gearbeitet werden, damit es ein „möglichst geringes Vakuum in der medizinischen Versorgung in Letmathe gibt.“ Mit Blick auf die im Marienhospital ansässige Schmerzklinik sei eine Schließung besonders zu bedauern in Anbetracht der Worte von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), der in dieser Woche spezialisierten Kliniken eine größere Unterstützung in Aussicht gestellt hat.

Liberale sehen Verwaltung mit Mammutaufgabe überfordert

Die FDP sieht sich mit ihren Warnungen im Rat bestätigt, dass durch „personellen Aderlass“ eine vorzeitige Schließung des Marienhospitals zu befürchten gewesen sei. „Die Verantwortung dafür trägt aus unserer Sicht die Geschäftsführung der Märkischen Gesundheitsholding.“ Das Aufbauen einer funktionierenden Administration betrachten die Liberalen als „Mammutaufgabe, der die Stadt finanziell und organisatorisch derzeit nicht gewachsen ist.“ Daher solle umgehend der Aufbau eines MVZ geprüft werden.

Die Linke kommentiert, zu einem ehrlichen Umgang gehöre, die „völlig falsche Politik von SPD und CDU im Kreis“ zu kritisieren, die den Niedergang des Marienhospitals mit verursacht habe. Kritik übt die Fraktion auch an den Märkischen Kliniken, die zugelassen hätten, dass die Versorgung in Letmathe so stark gelitten hat. Landrat Thomas Gemke wäre „in dieser Situation in der Pflicht gewesen, zu intervenieren.“ Die Iserlohner Verwaltung sei bemüht, in den Gesprächen mit dem Kreis mangele es ihr aber an Entschlossenheit: „Man hat deutlich gemerkt, dass dort nicht zwei Partner auf Augenhöhe sitzen und die Verwaltung nur auf Drängen des Rates agiert.“

Die Blaue Fraktion macht die Entscheidungen der Iserlohner Politik in den vergangenen Jahren für die Misere in Letmathe mitverantwortlich. Eine Rettung durch die Stadt oder auch andere Investoren erscheine inzwischen „eher unwahrscheinlich“.

Von den Fraktionen Die Grünen und UWG/Piraten lagen am Freitag keine Stellungnahmen vor.

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