Wirtschaft

Wieder viermal Sonntagseinkäufe?

Das Cityfest 2017 hat als erste der vier großen Veranstaltungen gezeigt, dass die Menschen nicht wegen des verkaufsoffenen Sonntages nach Letmathe kommen. Die Geschäfte blieben nämlich geschlossen.

Foto: Oliver Bergmann

Das Cityfest 2017 hat als erste der vier großen Veranstaltungen gezeigt, dass die Menschen nicht wegen des verkaufsoffenen Sonntages nach Letmathe kommen. Die Geschäfte blieben nämlich geschlossen. Foto: Oliver Bergmann

Letmathe.   Thorsten Schick sendet Signale aus der Landespolitik. Die Stadt wartet noch ab.

Der Haupt- und Personalausschuss der Stadt Iserlohn beschäftigt sich heute mit den verkaufsoffenen Sonntagen zum Cityfest, das am 3. Juni gefeiert wird, sowie zum Brückenfest, das im Spätsommer auf den Zeitraum 31. August bis Sonntag, 2. September, fällt. Es läuft darauf hinaus, dass die Ausschussmitglieder dem Stadtrat empfehlen, die ordnungsbehördliche Genehmigung zu beschließen. Die Sonntagsöffnung zur Kilianskirmes, die rund um den 15. Juli gefeiert wird, ist bereits ordnungsbehördlich auf Dauer festgesetzt. Zum Weihnachtsmarkt könnte zu einem späteren Zeitpunkt ein entsprechender Beschluss gefasst werden.

Um Irritationen zu vermeiden: Mit ihrer Zustimmung zur Beschlussvorlage können die Politiker lediglich bewirken, dass das Ordnungsamt keine Strafen gegen die Kaufleute verhängt, wenn diese ihre Geschäfte an einem der drei oder vielleicht sogar vier Sonntage öffnen.

Ergebnisse der Erhebungen sprechen eindeutige Sprache

Voraussetzung ist, dass die Öffnungen rechtlich gestattet sind – darauf haben die Ausschuss- und Ratsmitglieder keinen Einfluss. Aber die zu behandelnden Anträge wären vom Stadtmarketing nicht eingereicht und der Beschlussvorschlag von Verwaltungsseite nicht so formuliert worden, wenn rechtliche Bedenken gegen die fünfstündigen Öffnungen zwischen 13 und 18 Uhr bestehen würden. Mit dem durch Zählungen und Befragungen von unabhängiger Seite erbrachten Nachweis, dass die Letmather City wegen der jeweiligen Feste aus allen Nähten platzt, und nicht wegen der geöffneten Geschäfte, ist auch die letzte der aufgestellten Hürden übersprungen worden. Der Reihe nach: 2017 zog das Cityfest 29 556 Besucher an, ohne dass die Geschäfte öffnen durften. Ohne Veranstaltung kamen an einem Samstag 4884 Menschen in die Stadtmitte. Bei der Kiliansklirmes lag das Verhältnis sogar bei 48660 zu 4692 Personen, allerdings waren am Kirmessonntag die Geschäftsöffnungen gestattet. Der Sonntag an dem das Brückenfest zu Ende ging, war mit 54 516 bei geöffneten Geschäften am stärksten frequentiert. Auch hier kann die Kontrollzählung nicht mithalten. An einem „normalen“ Samstag kamen 6216 Besucher.

Die weiteren Bedingungen, die im Vorjahr vom Verwaltungsgericht Arnsberg noch einmal verdeutlicht wurden, waren eine deutlich größere Veranstaltungsfläche gegenüber der Verkaufsfläche und eine räumliche Nähe zwischen der Veranstaltung und den geöffneten Geschäften. Daran ist zuletzt ein Verkaufsoffener Sonntag zum Weihnachtsmarkt an Haus Letmathe gescheitert. Ganz abgeschrieben hat ihn die Stadt noch nicht. „Eine durch die Landesregierung angestrebte Veränderung des Ladenöffnungsgesetzes könnte dazu führen, dass die geplante Sonntagsöffnung an einem Adventssonntag in Letmathe ermöglicht wird“, heißt es in der Drucksache.

Landesregierung will für Klarheit sorgen

Darauf angesprochen, teilte der heimische Landtagsabgeordnete Thorsten Schick (CDU) der Heimatzeitung mit, dass eine entsprechende Gesetzesänderung noch vor der Sommerpause in Kraft treten soll. „Zum Weihnachtsmarkt an Haus Letmathe könnten demnach die Geschäfte öffnen“, ist Schick überzeugt. Offen ist, ob auch die maximale Zahl der verkaufsoffenen Sonntage erhöht wird. Derzeit sind es vier pro Jahr.

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