Kultur

Wilhelm-Busch-Erlebnis bei Pollmeier

Markus Veith schlüpfte in verschiedene Wilhelm-Busch-Rollen.

Foto: Manuela Radigk

Markus Veith schlüpfte in verschiedene Wilhelm-Busch-Rollen.

Genna.   Schauspieler Markus Veith wird vom Melange-Publikum für seine Darbietung gefeiert.

Ein hautnahes „Meet & Greet“ mit dem berühmten Wilhelm Busch haben die Gäste in der ausverkauften Kulturgaststätte „Pollmeier“ erlebt. Zu Gast war der freischaffende Schauspieler und Autor Markus Veith mit seinem Programm „Ein jeder Narr tut, was er will. In der Werkstatt von Wilhelm Busch“. Darin schlüpft er nicht nur in die Rolle des Schriftstellers und Zeichners, sondern auch in die seiner Figuren Dichter Balduin Bählamm und Maler Kuno Klecksel, die mit hoher Wahrscheinlichkeit autobiografische Züge haben.

Markus Veith hat direkt zu Beginn festgestellt, dass er es in Genna textlich mit echten Busch-Experten zu tun hat. Bei seinem Anfangsquiz zu berühmten Zitaten von Wilhelm Busch schnitt das Publikum hervorragend ab. Oft genügte nur ein einziges Wort, um ganze Verse, wie „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“, zu vervollständigen. Im Intro, von Veith selbst gedichtet, wurde bereits deutlich, dass Wilhelm Busch im wahren Leben wohl eher zurückgezogen und etwas griesgrämig in einer bescheidenen Werkstatt gelebt und gearbeitet haben muss.

Ob nun Busch oder die wohl autobiografisch geprägten Figuren Bählamm und Klecksel: Sie alle haben viele Charaktermerkmale, die von arrogant und nachdenklich bis hin zu cholerisch und ausschweifend reichten und von Veith beeindruckend mit wenigen Requisiten, aber mit viel Stimme, Gestik und Mimik dargestellt wurden. Da passte einfach alles, beispielsweise als es vor der Pause hieß: „Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich.“ Max und Moritz widmete Veith zudem noch Aufmerksamkeit in seiner Zugabe. Er bewies einmal mehr, dass er den typischen „Busch-Sprech“ längst verinnerlicht hat. Der Text gab einen Ausblick darauf, wie Max und Moritz heute wohl wären, und führte dazu, dass das Publikum auch nach dem eigentlichen Programm noch Tränen lachen konnte.

Mit seinem Theaterstück hebt er sich deutlich von den zahlreichen Busch-Rezitationen ab und ist bereits seit rund acht Jahren damit auf den Bühnen unterwegs. „Hier bei Pollmeier bin ich besonders gern, weil man so nah am Publikum dran ist. Das passt bei meinem Busch-Stück natürlich perfekt zum Inhalt“, erklärte Veith.

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