Marienhospital Letmathe

„Wir brauchen nur ein wenig Zeit“

Der CDU-Fraktionsvorstand aus Iserlohn hat sich im Letmather Marienhospital über den Stand der Dinge zwei Tage vor der Abstimmung im Kreistag informiert.

Der CDU-Fraktionsvorstand aus Iserlohn hat sich im Letmather Marienhospital über den Stand der Dinge zwei Tage vor der Abstimmung im Kreistag informiert.

Foto: Frank Jungbluth (jun) / IKZ

Letmathe/Lüdenscheid.   20.000 Unterschriften, engagierte Bürger und entschlossene Politiker – am Donnerstag wollen die Letmather im Kreistag für ihr Krankenhaus kämpfen.

Wenige Minuten, bevor die Delegation aus dem Iserlohner Marienhospital das Kreishaus in Lüdenscheid am Montagnachmittag erreicht, rasen Feuerwehrwagen zur Verwaltungszentrale, rennen Feuerwehrleute umher, müssen die Mitarbeiter ihre Büros verlassen. Landrat Thomas Gemke (CDU) steuert Draußen den Notfalleinsatz – ein Schwelbrand irgendwo im Gebäude. Fast so wie im Letmather Marienhospital.

Die Rettungsaktion der Letmather für ihr Marienhospital hat inzwischen neue Dimensionen erreicht, muss auch der Landrat anerkennen. Mehr als 20.000 Unterschriften gegen die Schließung sind gesammelt. 17.674 Unterstützer haben auf den Listen überall in der Region unterschrieben, mehr als 2000 haben noch Online protestiert. Thomas Gemke nimmt die Unterschriften in einem Karton entgegen. Bei seiner Linie bleibt er trotzdem. Der Kreistag soll am Donnerstag beraten und dann beschließen, das Letmather Marienhospital nach 146 Jahren zu schließen.

Marjan Nowak ist dabei, als Gemke erklärt, warum das Land 10.000 Krankenhausbetten abbauen will und warum auch deshalb das Marienhospital abgewickelt werden soll. Den Text kennen die Letmather schon. Im Süden nichts Neues. Marjan Nowak ist 33 Jahre jung, seit vier Jahren im Marienhospital als Anästhesieschwester. „Ich verliere nicht nur einen Arbeitsplatz, ich verliere auch ein familiäres Umfeld, das von großem Vertrauen der Ärzte in unsere Arbeit geprägt ist“, sagt sie.

Michel Hillebrand, Pfleger in der Schmerzambulanz, ist dabei, und Dr. Wolfgang Welke, Direktor der Klinik für Schmerztherapie und Anästhesie am Marienhospital. Alle, die sich für ihr Krankenhaus stark machen, die den Kampf nicht aufgeben, sind in den letzten Wochen bis zum Umfallen auf den Beinen. Die Patienten sollen währenddessen optimal versorgt werden, wie sie es seit 146 Jahren in Letmathe kennen.

Ortswechsel, der Vorstand der CDU-Ratsfraktion Iserlohn ist in Wolfgang Welkes Büro im Letmather Hospital versammelt. Draußen warten Patienten. „Wir sind ein erfolgreiches Krankenhaus“, sagt Dr. Ulrich Müller, der ärztliche Direktor. „Wir brauchen nur ein wenig Zeit.“ Zeit, um profitabler werden zu können. Zeit, um endlich den Antrag für ein Intensiv-Bett mehr in der Notaufnahme zu stellen.

Karsten Meininghaus, der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Letmather, Vizebürgermeister der Stadt Iserlohn, hofft auf Donnerstag. Gelingt es, noch Stimmen ins Lager der Befürworter zu ziehen? Was macht die SPD? Bisher ist die CDU im Kreistag näher bei der Rettung des Marienhospitals. „Wir setzen uns weiter auf allen Ebenen ein“, verspricht Ratsfraktionschef Fabian Tigges. „Das, wie der Kreis hier vorgeht, macht mich sprachlos.“ Man will innerhalb von ein paar Wochen eine Klinik abwickeln“, sagt Dr. Thomas Müller. „Das geht nur, wenn man das lange vorbereitet hat.“

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