Anwohner verärgert

Wo ist das Mittel gegen Hundehaufen?

Kaum zum Gartentor gegangen, schon reingetreten. Franz-Karl Rath von der Bergstraße ist mächtig sauer wegen der Hinterlassenschaften freilaufender Hunde an seinem Grundstück.

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Kaum zum Gartentor gegangen, schon reingetreten. Franz-Karl Rath von der Bergstraße ist mächtig sauer wegen der Hinterlassenschaften freilaufender Hunde an seinem Grundstück. Foto: IKZ

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Letmathe. „Schon wieder in die Sch. . . getreten!“ Franz-Karl Rath, der an der Bergstraße wohnt, ist einer von vielen Grundeigentümern, die sich täglich ärgern. Kaum geht er zum Briefkasten am Zufahrtstor, hat er den Kot freilaufender fremder Hunde unter den Schuhen. Als er sich eines chemischen Mittels bediente, um die Hunde abzuschrecken, bekam er Ärger mit dem Ordnungsamt, das ansonsten aber auf seiner Seite steht.

In seinem Zorn auf die freilaufenden Hunde und deren Herrchen trieb es den 79-jährigen Letmather in die Apotheke. „Schwefelblüte“ oder „Sulfur sublimatum“ nennt sich das Mittel, das er kaufte und an der Grundstückszufahrt am Straßenrand ausstreute. Dieses Pulver aber kann Hautreizungen der Kategorie 2 verursachen und insbesondere die Schleimhäute angreifen. Deshalb schaltete sich das Iserlohner Ordnungsamt, das davon Wind bekommen hatte, ein und untersagte den Gebrauch.

Amtsleiterin Angela Schunke hatte sich eigens bei einem Professor in Essen erkundigt. Und der hatte zum Einschreiten geraten. Was von Franz-Karl Rath als eher harmlose, aber wirkungsvolle Abschreckung gesehen wird, war aus Schunkes Sicht höchst bedenklich.

„Das Mittel ist nicht im eingefriedigten Privatbereich verwendet worden, sondern am offenen Straßenrand“, begründete Schunke auf Nachfrage der Heimatzeitung ihr Vorgehen. „Spielende Kinder oder andere Tiere hätten damit in Berührung kommen und gesundheitliche Schäden erleiden können.“

Cayenne-Pfeffer wäre vom Ordnungsamt möglicherweise nicht beanstandet worden. Aber Franz-Karl Rath verwendet dieses harmlosere Mittel nicht mehr. „Es ist nicht wirkungsvoll genug“.

Angela Schunke kann wegen möglicher Gefahren für Mensch, Tier oder Umwelt nur davon abraten, irgendwelche Mittel auszustreuen. Dabei steht sie durchaus auf der Seite derjenigen, die sich durch fremden Hundekot belästigt und geschädigt fühlen.

„Selbstverständlich ist es eine Ordnungswidrigkeit, wenn jemand seinen Hund in einem Wohngebiet unangeleint herumlaufen lässt“, lässt die Amtsleiterin keinen Zweifel im Raum stehen. Und selbstverständlich ist es auch nicht in Ordnung, wenn jemand seinen Hund ein Geschäft verrichten lässt, ohne die Hinterlassenschaft sofort zu entfernen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es im öffentlichen Raum oder auf einem fremden Privatgrundstück geschieht.

Das Ordnungsamt ist sogar bemüht, dem Unwesen durch Kontrollen Einhalt zu gebieten. „Wenn uns jemand detaillierte Angaben machen kann, um welche Uhrzeit etwa fremde Hunde ein bestimmtes Grundstück heimsuchen, dann fährt jemand raus und versucht ihn auf frischer Tat zu erwischen.“ versichert Schunke. Auch im Fall Rath ist dies mehrfach geschehen. Dabei wurde allerdings kein Hund gesehen, geschweige denn ertappt. „Unsere personellen Möglichkeiten sind natürlich eingeschränkt“, muss die Amtsleiterin einräumen.

Was bleibt den Geplagten, die täglich in die Sch . . . tappen? Vielleicht die Hoffnung darauf, dass eines Tages sämtliche Hunde mit genetischen Informationen erfasst und mittels hinterlassener DNA-Spuren überführt werden.

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