Modellbau

Wo Tierliebe und Kunst sich treffen

Ann-Katrin Langner

Foto: Sebastian Blesel

Ann-Katrin Langner Foto: Sebastian Blesel

Letmathe.   Die erste Iserlohner „Modellpferde-Liveshow“ bietet am Samstag im Saalbau Einblicke in ein nicht alltägliches Hobby.

Sie stehen in fast jedem Kinderzimmer: lebensnahe Modelle von Tieren, Dinosauriern, Fabelwesen. Aus Kunststoff oder Hartgummi, im Überraschungs-Ei-Format oder auch deutlich größer. Mädchen entwickeln oft eine besondere Wertschätzung für Pferde – Ann-Katrin Langner ist da keine Ausnahme. Die 20-jährige Iserlohnerin erinnert sich noch an ihr erstes Exemplar, das „liegende Hafflingerfohlen“ von der Firma Schleich, ein wegweisendes Geschenk für die damals Vier- oder Fünfjährige.

Ein kleines Museum im heimischen Vitrinenschrank

Bei einer Handvoll Modellen für die Spielzeugkiste sollte es nicht bleiben. Heute sind es weit über 100 Pferde und noch rund 40 andere Tiere, die die Pferdenärrin zuhause auf mehreren Ebenen in einem wandfüllenden Vitrinenschrank ausstellt. Dazu kommen Modelle von thematisch passenden Gebäuden und Innenräumen. Das Hobby beschränkt sich nicht auf das bloße Sammeln, erklärt Ann-Katrin Langner: „Für viele kommt es darauf an, die Tiere so realistisch wie möglich zu bemalen.“ Wer dafür nicht die nötige Zeit, Geduld oder Fingerfertigkeit hat, kann die „paint jobs“ auch in Auftrag geben. „In Amerika ist die Szene größer, manche schicken ihre Modelle zur Bemalung dort hin.“ Das koste leicht ein paar hundert Euro, und im Internet würden für fertige Exemplare Spitzenpreise über 1000 Euro erzielt, berichtet die 20-Jährige. Den größten Aufwand betreiben Künstler, die selbst modellieren und ganze Dioramen bauen.

Mit Spielzeug habe das nicht mehr viel zu tun: „Die oberste Regel für Kinder lautet: nichts anfassen“, erklärt die Sammlerin. So wertvoll die Objekte zum Teil auch seien, böten sie finanziell betrachtet doch einen erheblichen Vorteil gegenüber ihren Verwandten aus Fleisch und Blut: „Modellpferde sind günstiger im Unterhalt“, sagt Ann-Katrin Langner nur halb scherzend. Als vormals aktive Reiterin weiß sie, wovon sie spricht. Von einer zwischenzeitlichen Pause abgesehen, begleitet die Begeisterung ihr Leben seit dem Kindergartenalter: „Das Pferdefieber verlässt einen nie.“

Auftragsarbeiten und Handel sind ein exklusives Geschäft

Heute bedeuten Auftragsarbeiten sowie der Handel mit Modellen und Zubehör einen Nebenerwerb für die Auszubildende, ihren kleinen Betrieb nennt sie „Modellpferdegestüt Rosenthal“. Dort geboren ist die junge Iserlohnerin nicht, erklärt sie: „Als Kind habe ich mir vorgestellt, dass mein zukünftiger Bauernhof so heißt. Warum gerade Rosenthal, weiß ich selbst nicht mehr.“

Die Szene ist weit verstreut und deshalb vor allem über das Internet aktiv. In der Waldstadt kennt die 20-Jährige immerhin eine Gleichgesinnte, kreis- und landesweit gibt es schon sehr viel mehr. Trotz der Distanzen kennt man sich: „Wir sind eine sehr eingeschworene Gemeinschaft“, beschreibt Ann-Katrin Langner den Umgang in der Szene.

Einen Einblick in die Welt dieser speziellen Sparte des Modellbaus gewährt die erste Iserlohner „Liveshow“ am Samstag, 13. Januar, ab 9 Uhr im städtischen Saalbau, der Eintritt ist frei. Dort stellen Sammler, die aus ganz NRW und darüber hinaus anreisen, Stücke aus, informieren über das Hobby und küren in verschiedenen Kategorien die gelungensten Arbeiten. Auf einem Trödelmarkt können auch Einsteiger und Familien mit Kindern sich eindecken, denn nicht jedes Modell muss in die Vitrine.

Die Teilnehmer sammeln auf der Veranstaltung Spenden für die Kinderkrebsstation in Dortmund und freuen sich auch über jeden Beitrag, den die Besucher dazu leisten.

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