Jubiläumsfeier

Zukunftspläne rund um die Höhle

Dechenhöhlen-Jubiläum ist das ganze Jahr lang. Aber im Mai und Juni gibt es zwei Höhepunkte, die sowohl für Höhlen-Experten, als auch für Freunde des beliebten Ausflugsziel interessant sind.

Foto: Oliver Bergmann

Dechenhöhlen-Jubiläum ist das ganze Jahr lang. Aber im Mai und Juni gibt es zwei Höhepunkte, die sowohl für Höhlen-Experten, als auch für Freunde des beliebten Ausflugsziel interessant sind.

Oestrich.   Leiter Dr. Stefan Niggemann hat eine lange Liste mit Wünschen und Ideen. Aber am Samstag wird erst einmal gefeiert.

Das Team der Dechenhöhle hält unbeirrt Kurs auf das große Jubiläumsfest anlässlich der Entdeckung der Tropfsteinhöhle vor 150 Jahren (Programm siehe Zweittext). Gefeiert wird am Samstag von 10 bis 17 Uhr, auch wenn Höhlenleiter Dr. Stefan Niggemann ungefähr noch so weit von der entsprechenden Stimmung entfernt ist, wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft von ihrer WM-Form. „Es ist ja nicht so, dass uns ein Planungsstab zur Verfügung steht. Die Organisation läuft nebenbei“, schildert er.

Und dann auch noch das: Bei einem Gewitter am vergangenen Freitag muss nahe der Höhle ein Blitz eingeschlagen sein. Jedenfalls gab der Router, der die Höhle mit dem Internet verbindet, anschließend nur noch Rauchzeichen von sich. E-Mails können seitdem nicht mehr gesendet und empfangen werden. Glücklicherweise ist die Umstellung des Telefonanschlusses von der Analog- auf die Digitaltechnik noch nicht erfolgt. Somit sind Niggemann und seine Leute in dieser heißen Phase immerhin telefonisch erreichbar. Doch es ist kaum davon auszugehen, dass sich das Team am Samstagabend, nachdem sich der letzte Gast verabschiedet hat, entspannt zurücklehnt. Sicherlich wird kurz durchgeatmet, aber dann heißt es: Auf zu neuen Ufern.

Niggemann zieht Barendorf für Vergleich heran

„Die optische Aufwertung unseres Umfeldes ist immer noch ein Thema“, erzählt der Höhlenleiter. Es mangele vor allem an Hinweisschildern. „Es kommt schon mal vor, dass uns Besuchergruppen anrufen und mitteilen, dass sie später kommen, weil der Busfahrer bis nach Iserlohn durchgefahren ist.“ Auch mit dem Hinweis, dass mit dem Pkw anreisende Gäste hinter der Pommesbude links abbiegen müssen, wird er nicht warm. „Wenn für uns so wie für Barendorf geworben würde – das wäre toll.“ Auch in der Höhle selbst sieht Niggemann Handlungsbedarf. „Wir haben mittendrin eine Treppe, doch die Leute werden immer älter. Deswegen haben wir überlegt, den Höhenunterschied mit einem Stollen zu bewältigen. Technisch ist das machbar, es kostet aber auch eine sechsstellige Summe.“ Auch die Idee, eines Tages digitale Projektionen zur Entstehung des Höhlenreichs zu zeigen, klingt spannend. „Aber auch das ist in Anschaffung und Betrieb nicht billig“, weiß Niggemann. „Man kann das als Utopie ablegen. Aber den Altenaer Burgaufzug hat doch anfangs auch niemand auf der Rechnung gehabt.“

Langfristig sieht er die Höhle im Zentrum einer Reihe von geologisch, ökologisch und kulturhistorisch bedeutenden Orten. „Pater und Nonne kann erlebbar gemacht und unser ,Parkplatz 2’ etwa durch einen Spielplatz attraktiver gestaltet werden.“ Niggemann verschweigt auch nicht, dass er einen Blick auf ein Grundstück abseits des Höhlenterritoriums an der Schleddestraße geworfen hat. Das bestehe aus einem ehemaligen, einst bedeutsamen Steinbruch, zudem befinde sich dort die zum Teil zugängliche Martinshöhle. „Dort könnte ein Infozentrum zur Naturlandschaft und der Geschichte des Kalksteinabbaus entstehen. Immerhin kommen sogar auswärtige Forscher in die Letmather Naturschutzgebiete. „Was wir hier vorfinden, gibt es nicht in Köln oder Essen.“

Von einer attraktiven Höhle profitiert die ganze Stadt

Ganz nebenbei würde die zunächst kostspielige Realisierung seiner Visionen der gesamten Stadt helfen. Niggemann verweist an dieser Stelle auf den us-amerikaner Brad Wuest, den Präsidenten der internationalen Schauhöhlen-Vereinigung. In seinem in englischer Sprache verfassten Grußwort für das gerade erst erschienene Buch „Dechenhöhle Erdgeschichten“ weist Wuest auf die Bedeutung für andere Wirtschaftszweige der Stadt hin. Er benennt Restaurants, Geschäfte, Hotels, Tankstellen und andere Ausflugsziele. Niggemanns Ziel ist es, dass die Höhlenbesucher länger vor Ort bleiben als für die 40 Minuten, in denen sie die Höhle besichtigen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik