Spott im Sportausschuss

Bösperder Duschen ohne Lüftung: Kopfschütteln über ISM

Lüftung vergessen? Über die laufende Sanierung des Umkleidegebäudes in Bösperde soll die Stadtverwaltung dem Stadtrat am Dienstag Bericht erstatten.

Lüftung vergessen? Über die laufende Sanierung des Umkleidegebäudes in Bösperde soll die Stadtverwaltung dem Stadtrat am Dienstag Bericht erstatten.

Foto: WP-Archiv

Menden.  Im Bauprogramm für Duschbereiche im Bösperder Umkleidegebäude haben Rathaus-Planer offenbar den Einbau der Lüftung vergessen.

Als der Sportausschuss-Vorsitzende Gisbert Gutberlet (SPD) diesen Beschlussvorschlag verlas, konnte er sich ein Kopfschütteln nicht verkneifen: Die Duschbereiche in der ehemaligen Hausmeisterwohnung im Umkleidegebäude des Gemeindesportplatzes Bösperde sollen eine Lüftungsanlage erhalten. Die Kosten in Höhe von etwa 25.000 Euro müssen für 2020 zusätzlich zu den bereits veranschlagten 210.000 Euro bereitgestellt werden. Das Fehlen der Lüftung war dem eingeschalteten Fachingenieur im Zuge der Sanierungsarbeiten an den Gebäuden am Sportplatz aufgefallen. Offenbar sei die Lüftung vom Immobilienservice der Stadt (ISM) schlicht vergessen worden, vermuteten die Sportpolitiker.

Weige: „Mir fehlen die Worte“

„Mir fehlen die Worte“, sagte FDP-Fraktionschef Stefan Weige angesichts des offenkundigen Dusch-Malheurs. Es reichte aber noch für die Frage, ob weitere Maßnahmen vergessen wurden. Die Sportverwaltung habe beim ISM gefragt, antwortete Teamleiter Uli Menge und verlas die Stellungnahme des Fachingenieurs. Demnach „steigt beim Duschen die Luftfeuchte schnell an“. – „Aha“, grinste Weige. Damit, so der Bericht weiter, entstehe Schimmelgefahr. Nutzer müssten beständig die Fenster öffnen, was aber im Winter zum Auskühlen der Bauteile und hohen Energiekosten führe. Eine Lüftung, so der Experte, sei somit sinnvoll.

Frage nach Dacharbeiten

„Ja, was haben die denn gedacht?“, fragte sich Rudi Weber (CDU) laut. Es sei doch klar, dass eine Dusche eine Lüftung brauche. „Wir dachten, die wäre mit drin“, ergänzte Gutberlet. Sebastian Meisterjahn (SPD) fragte vorsichtshalber, ob für die Sanitärbereiche im Erdgeschoss an eine neue Lüftung gedacht wurde, er bitte das zu überprüfen. Und: Das Dach der Umkleide sollte nach seiner Erinnerung komplett erneuert werden, zu entsprechend hohen Kosten. In dieser Woche habe er aber gesehen, dass nur Bitumenbahnen aufgebracht wurden. Die könnten dann aber kaum die veranschlagte sechsstellige Summe verschlingen. Hierauf will die Verwaltung schriftlich antworten.

Stefan Weige beantragte, dass der ISM zur Ratssitzung am Dienstag den Stand des Umbaus der Umkleide erläutern soll. Achim Buß (CDU) verlangte, dass der Politik künftig sämtliche Kosten genannt würden. Bisher erlebe man eine Salamitaktik bei den Kostenstellen, und so sei aus zuletzt noch 310.000 Euro fast eine halbe Million geworden – „für eine Sanierung nach Mindeststandard“, nahm Weige diesen Ball auf. Der FDP-Antrag auf den ISM-Bericht wurde einstimmig angenommen.

Sporthalle: Förderprogramm läuft aus

Ärger gab es für die Verwaltung noch in einem anderen Punkt: die geplante neue Sporthalle in Lendringsen. Hier teilte Uli Menge mit, dass die Stadt kein Geld mehr aus dem Förderprogramm „Soziale Integration im Quartier“ beantragen könne, da Ende September die letzte Antragsfrist abläuft. „Wir wissen ja noch nicht, was wir bauen wollen: Dreifach- oder Fünffachhalle, Sport- oder Multifunktionshalle.“ – „Aber das sollte der ISM doch mit der Kostenermittlung für alle Varianten zur Entscheidung vorlegen“, erinnerte Weige an einen Ratsbeschluss vom Juli. Prompt stellte er auch hier den Antrag auf Vorstellung im Stadtrat.

SSV zeigt sich enttäuscht

Markus Kisler, Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV), zeigte sich enttäuscht: „Wir reden jetzt seit drei Jahren über dieses Förderprogramm. Und jetzt gehen wir leer aus, weil wir die Frist nicht halten können?“ Die, entgegnete Menge, sei zuletzt allerdings deutlich verkürzt worden.

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