Edel-Burger

Bonkers zeigt, dass Gastro im Bahnhof Menden funktioniert

Inhaber David Poloczek (28) und seine Assistentin Laura Luletzko (23) im Restaurant Bonkers in Menden.

Inhaber David Poloczek (28) und seine Assistentin Laura Luletzko (23) im Restaurant Bonkers in Menden.

Foto: Arne Poll

Menden.   Das Restaurant Bonkers ist mit Edel-Burgern im Bahnhof Menden eine Top-Adresse. Bei der Eröffnung hätte kaum jemand auf den Erfolg gesetzt.

Alle 70 Sitzplätze sind besetzt. In der Küche werden im Akkord Burger gebrutzelt. Der Barkeeper schüttelt und rührt Cocktails. An der Tür bildet sich schon eine Schlange von Gästen, die auf einen Sitzplatz warten. So sieht ein ganz normaler Freitagabend im Bonkers am Bahnhof aus. Von diesem Erfolg hätten die Besitzer selbst nicht zu träumen gewagt, als sie vor knapp drei Jahren eröffneten.

Als David Poloczek und sein Geschäftspartner im Sommer 2016 im Bahnhof einzogen, da hätte kaum jemand drauf gesetzt, dass ihr Bonkers ein Erfolg wird. Der Vormieter war krachend mit seinem Ziel, einen Edel-Italiener aufzubauen, gescheitert. Aber auch der damals 25-jährige Poloczek ging ohne Gastronomie-Erfahrung an den Start.

Insgesamt 140 Sitzplätze drinnen und draußen

„Langer Atem ist wichtig“, sagt Poloczek. Der studierte Hotel- und Eventmanager machte viel Werbung, sorgte mit frechen Sprüchen („Menden bekommt wieder mehr Biss“) für Aufmerksamkeit und verschaffte dem Lokal in dem Haus, das dem historischen Bahnhof nachempfunden ist, einen eigenen Stil. Ein Teil der Möbel ist aus Paletten selbst gezimmert, was nicht billig wirkt. Der Raum ist geschickt ausgeleuchtet. Ein bisschen Bling-Bling an der richtigen Stelle. Draußen ist ein kleiner Sandstrand, ebenfalls mit Paletten-Mobiliar. Dazu die Terrasse mit noch einmal 70 Sitzplätzen. Mittlerweile gehört das Bonkers gerade bei der U-30-Generation fest zum Ausgehprogramm und gilt in Menden als erste Adresse für Edel-Burger und Cocktails.

„Ich habe gelernt, kritikfähig zu sein“, sagt Poloczek. Am Anfang zeigten sich einige Gäste unzufrieden. Die Bewertungen im Netz waren gemischt. Frühstück unter der Woche funktionierte nicht. Auch der Mittagstisch wurde nicht nachgefragt. Für die Mittagspause dauere es vielen Gästen wohl zu lange, sich hinzusetzen und einige Minuten aufs Essen zu warten. „Die Mendener gehen zu Hackethal“, sagt der Gastronomie-Unternehmer, der sein Restaurant nach der gleichnamigen Zeichentrickserie benannte.

Acht Angestellte schmeißen den Laden

Mittlerweile hat das Bonkers acht Angestellte. David Poloczeks Partner, der das Bonkers nur nebenberuflich machte, stieg aus („Es ist nichts Negatives zwischen uns.“). Stattdessen assistiert nun Laura Luletzko dem Geschäftsführer. Die 23-Jährige ist gelernte Hotelfachfrau und studiert noch nebenher BWL. Sie kümmert sich um die schwierige Kalkulation, den Einkauf.

Der Gastronom macht keinen Hehl daraus, dass es auch nicht nur einfach ist. „Wir hatten noch kein großes Loch“, sagt er. „Aber es gibt schon deutliche Unterschiede zwischen den Tagen.“ Die Bonkers-Leute versuchen es mit neuen Ideen. Es gibt All-you-can-eat-Abende. Ostern gibt’s Brunch. David Poloczek will das ab 1. Juni an jedem 1. Sonntag im Monat anbieten. Dazu die neuen Trends: Kunden können sich ihren Eistee jetzt direkt am Tisch mixen. Der Geschäftsführer lässt seinen eigenen Gin brennen. Dazu mehr Öko und Nachhaltigkeit: Wer Cocktails bestellt, erhält jetzt statt Kunststoff-Strohhalmen welche aus Glas.

Eine Bier-Pipeline zur Theke

Haben die Bahnhofs-Planer damals richtig entschieden, als sie die Räume für Gastronomie vorsahen? „Wir stoßen an unsere Grenzen. Die Aufteilung ist nicht optimal“, sagt Poloczek. Er vermisst Lagerräume. „Man hätte dafür Flächen einplanen müssen.“

Und so wird im Bonkers jeder Quadratzentimeter Platz im Hintergrund optimal ausgenutzt. Die Bierfässer lagern deshalb auch nicht direkt unter der Theke. Stattdessen führt eine Rohrleitung aus einem Raum, der eigentlich als Büro vorgesehen war, zum Zapfhahn an der Theke. Eine Bier-Pipeline!

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