Podiumsdiskussion

Dagmar Freitag diskutiert mit Mendener Schülern

Menden Dagmar Freitag (rechts) zu Gast im Gymnasium an der Hönne zu einer Podiumsdiskussion. 

Menden Dagmar Freitag (rechts) zu Gast im Gymnasium an der Hönne zu einer Podiumsdiskussion. 

Foto: Peter Müller

Menden.  Was läuft falsch in der Bildungspolitik, wo gibt es Verbesserungsbedarf? Die SPD-Bundestagsabgeordnete diskutierte das nun mit Mendener Schülern.

Die Bundestagsabgeordnete Dagmar Freitag (SPD) diskutierte am Donnerstagabend mit Schülern, Lehrern, Eltern und interessierten Bürgern über das Thema des Abends „Allen das Gleiche oder jeder nach seinen Fähigkeiten“. Das Bildungsforum Schule hatte dazu in die Aula des Gymnasiums an der Hönne eingeladen.

Während einer Studienfahrt verschiedener Oberstufenkurse nach Berlin hatten die Schüler die Bundestagsabgeordnete, das Paul-Löbe-Haus und den Deutschen Bundestag besucht und eine Gegeneinladung nach Menden ausgesprochen.

Schüler gut vorbereitet

Dr. Alexander Zibis, der gemeinsam mit Beate Sänger das Bildungsforum Schule ins Leben rief, sprach die Hoffnung aus, dass man in drei, vier oder fünf Jahren vielleicht sagen könne, was Bildung sei. Neben Dagmar Freitag saßen Giuliana Barthel, Selin Baydili, Florian Klein und Penka Todorinova als Schüler des GHM auf dem Podium. Nach der Diskussion folgten Fragen aus dem Publikum. Ein wichtiges Resümee zog Dagmar Freitag aus der Diskussion: „Wir haben es nicht geschafft, Benachteiligungen abzuschaffen.“ Betroffen von Benachteiligung seien bis heute Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund, Kinder aus Familien mit geringerem Einkommen und Kinder, die einer besonderen Förderung bedürfen. Hier habe man versagt und gesagt: „Jetzt macht mal Inklusion“. Lehrer seien allerdings nicht geschult worden, und die Schüler waren nicht vorbereitet.

Dagmar Freitag machte auf die komplizierte Situation in der Bildungspolitik aufmerksam. „Wir haben 16 Bildungssysteme in sechzehn Bundesländern.“ Ob Bildung Bundessache werden könne, fragte ein junger Mann. Dagmar Freitag gab ihm eine eher ernüchternde Antwort: „Das werde ich – und auch Sie – nicht mehr erleben. Der Bund hat keine Möglichkeiten einzugreifen. Wir zahlen nur.“ Eine Anpassung der Lehrpläne an die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft hält Dagmar Freitag für notwendig. „Sonst verlieren wir im internationalen Wettbewerb den Anschluss“, sagte sie, „auch am Gymnasium wird man nicht an der Berufsvorbereitung vorbeikommen.“ Freitag erinnerte aber auch an die Eigenverantwortung: „Bildung ist der Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben. Wer die Möglichkeiten nicht nutzt, verstellt sich viele Chancen für seine Zukunft.“

Es gibt auch Fortschritte

Erinnert wurde an das politische Gezerre um die Gesamtschule, das G8 Abitur, die Inklusion, den Lehrermangel und die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Doch Fortschritte gibt es auch. Auf dem Podium und Zuschauerraum wurde deutlich, was früher fast undenkbar war: Noch nie gingen so viele Mädchen zum Gymnasium – und auch die Zahl der Schüler mit Migrationshintergrund steigt.

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