Brandschutzmängel

Flüchtlingsheim in Menden muss geräumt werden

Eine Wäscheleine hinter dem Gebäude an der Bischof-Henninghaus-Straße in Menden. In den Häusern gibt es massive Brandschutzmängel.

Foto: Arne Poll

Eine Wäscheleine hinter dem Gebäude an der Bischof-Henninghaus-Straße in Menden. In den Häusern gibt es massive Brandschutzmängel. Foto: Arne Poll

Menden.   Die Stadt muss ein Flüchtlingsheim in Menden räumen. Auslöser ist eine Brandschau der Feuerwehr.

Mendens größte Unterkunft für Geflüchtete und Obdachlose an der Bischof-Henninghaus-Straße muss noch in diesem Jahr zur Hälfte geräumt werden. Das betroffene Haus 37, eines von zweien, soll kernsaniert werden. Zugleich waren bei einer Brandschau durch die Feuerwehr im Oktober in beiden Gebäuden massive Mängel beim Brandschutz festgestellt werden. Wie Ulrich Menge, Leiter des Teams Schule, Sport und Soziales, weiter erklärte, konnten einige Mängel sofort behoben werden, etwa durch Freiräumen versperrter Rettungswege. An anderen Stellen aber fehlten zweite Rettungswege offenbar. Eine Untersuchung der Atemluft habe immerhin ergeben, dass die Räume trotz des Schimmelbefalls an einigen Stellen unbedenklich bewohnbar seien. Die Räumung sei mit dem Immobilienservice der Stadt abgestimmt worden. Der ISM wolle mit der Sanierung auch eine Neuaufteilung der Räume vornehmen.

Die Unterbringung der heute noch im Haus 37 lebenden Menschen soll keine Platzprobleme bereiten. Wie kürzlich berichtet, stehen die verbliebenen Unterkünfte der Stadt für Geflüchtete und Obdachlose durchweg zur Hälfte leer. Die Stadt versucht, Menschen mit Bleibeperspektive rasch in private Wohnungen zu vermitteln, nachdem sie die allererste Zeit noch in einer Unterkunft verbracht haben.

Kritik an neuen Richtlinien

Dies entspricht auch den neuen Richtlinien für die Unterbringung, die in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses zentrales Thema waren. Während Politiker aller Fraktionen die Richtlinien als solche begrüßten, gab es im Detail auch Kritik. War die Anzahl von einer Waschmaschine für 30 Bewohner schon im Integrationsrat als zu niedrig aufgestoßen, will auch der Sozialausschuss die Zahl auf drei angehoben sehen.

Hohes Konfliktpotenzial

Inakzeptabel sei auch die vorgesehene Regelung, wonach Sanitärräume nur dort nach Geschlechtern getrennt werden sollten, wo es „baulich möglich“ sei. Das, so befanden vor allem die Frauen im Ausschuss, gehe nicht. „Das birgt hohes Konfliktpotenzial“, stellte Annette Schrick (SPD) fest. Zudem muss die Verwaltung aufführen, was im Starterpaket für Neuankömmlinge enthalten ist. Zusätzlich gewünscht werden Hygieneartikel. Auf Anfrage von Thomas Thiesmann (Die Linke) erklärte Menge, einige der Vorgaben in der Richtlinie seien erreicht, andere noch anzupeilen. So solle es Gratis-W-Lan geben, auch die Zielsetzung, jeder Familie einen Briefkasten zu stellen, sei noch zu erfüllen.

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