Holocaust

Fortsetzung für Mendener Aktion „Augen auf“

„Augen auf“: Die Erinnerung an die gelungenen  Veranstaltung am 9. November 2018 ist bei vielen noch lebendig.

„Augen auf“: Die Erinnerung an die gelungenen Veranstaltung am 9. November 2018 ist bei vielen noch lebendig.

Foto: Archiv/ Martina Dinslage

Menden.   Nach der Veranstaltung im Schmelzwerk wollen die Organisatoren weitermachen. Erste Ideen fürs Holocaust-Gedenken in diesem Jahr gibt es schon.

Mendens Schüler behalten ihre Augen auf. Ganz so, wie es der Name dieser großen Aktion für Vielfalt und Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit verspricht. Das große Konzert zum Gedenktag am 9. November vergangenen Jahres ist vielen noch in Erinnerung. Aber auch in diesem Jahr sind weitere „Augen auf“-Aktionen geplant. Und daraus ist auch eine stadtübergreifende Zusammenarbeit entstanden.

Die Erinnerung

Gut 40 Interessierte sind daher ins „woanders“ gekommen. Ein wenig schwelgen sie in Erinnerungen. An das „Sing deinen Song“-Projekt etwa, bei dem die Schüler Lieder auf die Bühne des Schmelzwerkes brachten und später auch auf einen Tonträger bannten. Stadtsprecher und

Moderator des Abends, Johannes Ehrlich, sagt, dass bei diesen Songs „sofort wieder die Gänsehaut da ist“, auch wenn es live beim Konzert im vergangenen Jahr natürlich noch ein bisschen intensiver war. „Stummer Schrei nach Liebe“ oder „Dir gehört mein Herz“ erklingen. Diese und alle weiteren Songs sind weiter auf Streamingplattformen im Internet verfügbar, und bei den CDs wird wegen der großen Nachfrage auch noch einmal Nachschub besorgt, der in Kürze eintreffen soll und dann in der „Rille“, an den Schulen oder bei Tristan Maiwurm erhältlich ist.

Die Pläne

Es gehen aber auch ganz neue „Augen auf“-Projekte an den Start. Eine eigene Homepage ist geplant. Corinna Häußler und Nils Bonk haben sie entworfen. Bis die Seite an den Start geht, dauert es aber noch ein paar Tage – bis Anfang Juli, um genau zu sein. „Bis dahin sollen die Schulen nämlich die ersten Inhalte auf die Seite stellen; Fotos, Texte, Videos“, so Nils Bonk, der dann auch erklärte, wie das Ganze technisch funktioniert. Aber auch danach soll die Homepage fortlaufend aktualisiert und mit Leben gefüllt werden. „Augenauf.online“ lautet die Adresse. Nach den Sommerferien wird sich eine Gruppe auf den Weg nach Berlin machen und dort Margot Friedländer, die Augenzeugin und Überlebende des Nazi-Grauens treffe, die auch im „Augen auf“-Film für bewegende Momente und eindrückliche Schilderungen sorgte.

Das Gedenken

Und auch der diesjährige Gedenktag an nationalsozialistische Verbrechen am 9. November wird wieder unter einer besonderen Beteiligung möglichst vieler junger Mendener begangen. Allzu viel wollte Stadtsprecher Johannes Ehrlich noch nicht verraten. Nur so viel: „Anders als sonst.“ Auch weil es dieses Mal auf einen Samstag fällt. „Und mit viel Licht. Und Glockenläuten.“

Die Vorbereitungen

In der Vorbereitung der vergangenen Gedenktage hatten Schülervertretungen und Schülersprecher der weiterführenden Schulen eng zusammen gearbeitet. Und das scheint auch Früchte weit über „Augen auf“ hinaus zu tragen. Die Schülersprecher am Gymnasium an der Hönne, Placida Berufskolleg, Realschule und Gesamtschule Menden sowie Walburgisgymnasium und -realschule treffen sich seitdem in regelmäßigen Abständen. Simon Kettelmann ist Schülersprecher am Gymnasium an der Hönne. Der 17-Jährige sagt: „Augen auf ist im Grunde die Inspiration für die weitere Zusammenarbeit.“ Dennis Kolodziej ist Schülersprecher am Gymnasium an der Hönne. Der Abiturient ist dem Projekt trotzdem weiter verbunden. Bei den ersten Treffen ging es darum, sich gegenseitig kennenzulernen. Zu schauen, was Schülervertreter und -sprecher an den anderen Schulen alles machen.

Die Herausforderungen

Die Herausforderung, die Dennis Kolodziej für eine Schülervertretung beschreibt, sei überall gleich: „Möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu erreichen und zu informieren über unsere Aktionen. An Plakaten gehen die

meisten eben nur vorbei.“ Dann kommen natürlich soziale Medien ins Spiel, auch die stadtübergreifende Schülervertretung macht ihre Abstimmungen und Absprachen natürlich über eine Whatsapp-Gruppe. Auch sonst sei die SV elektronisch gut erreichbar, die Schule stelle auch schon mal eine eigene Mailadresse zu Verfügung. Aber am besten, so sagen Kettelmann und Kolodziej, ist doch immer noch die gute, alte „Mund-zu-Mund-Propaganda“.

Die Kooperation

Den Willen zur Zusammenarbeit über Schulgrenzen hinweg wollen die Beteiligten in Kürze mit einer Absichtserklärung bekräftigen. Ein Treffen vor den großen Ferien steht dafür noch im Kalender. Weitere Details, wie auch darüber, was man in Zukunft alles auf die Beine stellen kann, müssen noch genauer formuliert oder sollen teilweise der Öffentlichkeit auch noch nicht verraten werden. Beide Schülersprecher betonen, wie wichtig es sein werde, „das ganze Projekt nachhaltig zu gestalten“. Da man ja vor dem Problem der Fluktuation steht. Schüler verlassen nun mal irgendwann ihre Schule.

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