Kein Dementi

Freck soll Bürgermeister-Kandidat der Fröndenberger CDU sein

Noch ist er Erster Beigeordneter der Stadt, will aber offenbar Nachfolger von Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe werden: Heinz-Günter Freck (rechts).

Noch ist er Erster Beigeordneter der Stadt, will aber offenbar Nachfolger von Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe werden: Heinz-Günter Freck (rechts).

Foto: Jürgen Overkott

Fröndenberg.  Es wird nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert: Der Erste Beigeordnete der Stadt Fröndenberg soll Bürgermeister-Kandidat der CDU werden.

Es wird von Seiten der CDU nicht offiziell bestätigt, aber auch nicht dementiert: Heinz-Günter Freck soll offenkundig der Bürgermeisterkandidat der Union in Fröndenberg für die Kommunalwahlen im Herbst 2020 werden. Der Name des Ersten Beigeordneten, seit 2011 im Amt und im Frühjahr 2019 einstimmig für weitere acht Jahre wiedergewählt, soll vom Stadtverbands-Vorstand der Union als Vorschlag an die Mitglieder beschlossene Sache sein. Freck soll zugesagt haben, im Fall seiner Wahl auch für zwei Amtszeiten zur Verfügung zu stehen.

Präsentation im November

Dass der Parteivorstand den Unions-Mitgliedern Heinz-Günter Freck zur Nominierung vorschlagen will, wird aber ungeachtet erster Veröffentlichungen darüber von Parteichef Olaf Lauschner nicht bestätigt: „Erst Anfang bis Mitte November“, sagte Lauschner der WP, „wird es eine Pressekonferenz zur Präsentation der Kandidatur geben. Dafür gibt es gute Gründe, und darum bitte ich um Verständnis.“

Zwischenzeitlich hatte die CDU aber schon im Vorfeld bei anderen Parteien sondiert, ob Freck von diesen als gemeinsamer Kandidat unterstützt werden könne. Das stieß zumindest spontan auf wenig Gegenliebe, wie zu hören ist. Erreicht wurde damit allerdings, dass der Kreis der Eingeweihten inzwischen den gesamten Stadtrat plus Parteien, Presse und interessiertem Publikum umfasst. Dennoch soll es beim einmal abgestimmten Fahrplan zur Präsentation der Kandidatur bleiben.

SPD kann abwarten

Zu erwarten sei damit auch, dass die SPD mindestens bis zu diesem Zeitpunkt mit einer eigenen Kandidatur wartet, hieß es weiter. Dafür soll es inzwischen mehrere Interessenten aus den eigenen Reihen geben. Wird erwartungsgemäß Heinz-Günter Freck als CDU-Bewerber vorgestellt, dann hätte im Kontrast dazu womöglich eine jüngere SPD-Bewerberin die besten Chancen, den Sozialdemokraten weiterhin den Chefsessel im Rathaus der Ruhrstadt zu sichern. Bekanntlich will der amtierende Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe (SPD) im Jahr 2020 nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten. Den neuen Kandidaten-Vorschlag der Sozialdemokraten soll eine Findungskommission erarbeiten. Ihr gehören der neue Stadtverbandschef Torben Böcker, seine Stellvertreter Klaus Böning, Gudrun Hermann und Taner Cegit, Geschäftsführer Gerd Schürmann und Fraktionschefin Sabina Müller an.

Enorme Erfahrung

Ins Feld führen kann Heinz-Günter Freck neben seiner Lebenserfahrung eine enorme Fröndenberg-Expertise, auch wenn er in Werl wohnt. Letzteres wird aber gerade die SPD im Wahlkampf indes kaum verwenden können, deren heutiger Bürgermeister über seine bald zehnjährige Amtszeit hinweg ein Mendener blieb.

Als Stadtkämmerer führte Heinz-Günter Freck die Stadt Fröndenberg zumindest aus den tief roten Zahlen heraus in Haushaltsjahre, die in Einnahmen und Ausgaben mittlerweile ausgeglichen sind. Auch der Alltag eines Bürgermeisters ist ihm keineswegs fremd: Freck übernimmt als Beigeordneter in Abwesenheit des Bürgermeisters dessen Funktionen als Chef der Stadtverwaltung, zudem nimmt er repräsentative Termine wahr.

Doch auch Erfahrung kann angreifbar machen. Zum Zeitpunkt der Bürgermeisterwahl ist Freck fast 60 Jahre alt, er wäre zum Ausklang einer zweiten Amtszeit annähernd 70 – „und das im Zeitalter der Digitalisierung“, wie im politischen Raum am Mittwoch angemerkt wurde.

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