Fröndenberger begleitet Designer Luigi Colani ein Leben lang

Dezember 1973 am Schloss Harkotten: Luigi Colani präsentiert seinen Entwurf eines turbinengetriebenen Zweirads. Der Designer war berühmt für seine extravaganten Designs.

Dezember 1973 am Schloss Harkotten: Luigi Colani präsentiert seinen Entwurf eines turbinengetriebenen Zweirads. Der Designer war berühmt für seine extravaganten Designs.

Foto: Horst Ossinger / dpa

Fröndenberg.  Seit 1972 begleitete Aloys Reminghorst Designer Luigi Colani. Der Fröndenberger verrät, was nach Colanis Tod mit dessen Lebenswerk passieren soll.

Die Meldung über den Tod des Designers Luigi Colani hat den Fröndenberger Aloys Reminghorst am Montagmorgen getroffen. Reminghorst kannte den Designer seit 1972 und begleitete ihn über viele Jahre hinweg. Im Gespräch mit der WP verrät Colanis Weggefährte, was er sich für dessen Lebenswerk wünscht und vorstellt.

Mit dem Ruhrgebiet verbunden

„Ich bin ganz schön traurig. Das war ein Hammer“, sagt Aloys Reminghorst über die Todesmeldung Colanis. Seit seiner Fotografen-Ausbildung im Münsterland und Kreis Warendorf Anfang der 1970er Jahre kannte der Fröndenberger den berühmten Designer. Auf Schloss Harkotten im Münsterland habe er Colani mehrfach besucht, dort Modelle und Zeichnungen für ihn fotografiert. „Ich habe ihn über Jahrzehnte begleitet“, erklärt Reminghorst.

Stardesigner Luigi Colani im Alter von 91 Jahren gestorben
Stardesigner Luigi Colani im Alter von 91 Jahren gestorben

Zeitlebens war der 91-jährige Luigi Colani dem Ruhrgebiet verbunden. „Als junger Student hat er in Frankreich unter Tage gearbeitet, da ist klar, dass er eine besondere Verbindung zur Kohle und zum Bergbau hier hat“, sagt der Fröndenberger. Die größte Ausstellung des weltberühmten Künstlers gab es 1992 im Dortmunder Westfalenpark.

Wenige Jahre später – am 15. August 1999 – holte Reminghorst seinen Bekannten dann nach Fröndenberg. Ein Eintrag ins goldene Buch ist noch immer mit einer Zeichnung eines rundlich-colanitypischen Autos versehen.

Die Idee damals: Das Kulturforum im Himmelmannpark neu gestalten. Colani und dem Förderverein, für den Reminghorst den Designer in die Ruhrstadt lotste, schwebte demnach eine rundliche Glaskuppel auf dem Dach der heutigen Kulturschmiede vor. Und auch Solar-Zellen seien laut Reminghorst damals eine Idee gewesen.

„Colani war seiner Zeit um Jahrzehnte voraus“, sagt Reminghorst. Sein Grundsatz sei immer gewesen: „90 Prozent Natur, 10 Prozent Colani.“ Ein Rennrad, das er vor Jahren für die Fröndenberger Union entwarf, hatte ebenfalls die typischen runde Form. Die Rennrad-Studie gilt derzeit allerdings als verschollen. Nun sei es denkbar, heißt es, das Lebenswerk und die Botschaft Colanis in eine Stiftung zu überführen.

Doch Aloys Reminghorst ist sich sicher: „Seine genialen Ideen werden noch Jahre bestehen bleiben.“ Und zahlreiche solcher Ideen soll der Designer gesammelt haben. Nun gelte es, diese umzusetzen. Ohnehin sieht Reminghorst das Wirken Colanis als vorbildlich an. In Zeiten, da der Klimawandel immer mehr Menschen und immer mehr Regionen der Welt zusetzt, könnten seine Herangehensweisen genutzt werden. Gerade in der Automobilindustrie.

Vorbild in Zeiten des Klimawandels

„Langsam, leise, leicht und lustig“, sei das Motto des Designers beim Thema Mobilität gewesen. Statt 15-Liter-SUVs zu bauen, sollte auf benzinsparende Fahrzeuge gesetzt werden – so habe es sich Colani zeitlebens gewünscht, erklärt Reminghorst. Gerade jetzt, da sich immer mehr Menschen Gedanken über den Klimawandel machten, könne Colanis Lebenswerk greifen. „Ich hätte ihn gerne noch einmal nach Fröndenberg geholt, aber das geht jetzt nicht mehr“, sagt Reminghorst betroffen.

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