Irritation bei der FDP

Gut Rödinghausen: Sanierung wird für Menden doch teurer

Bereits Ende Juni eingeweiht, aber noch nicht offiziell eröffnet: Die Sanierung von Gut Rödinghausen strebt jetzt der Vollendung entgegen.

Bereits Ende Juni eingeweiht, aber noch nicht offiziell eröffnet: Die Sanierung von Gut Rödinghausen strebt jetzt der Vollendung entgegen.

Foto: Thomas Nitsche

Menden.  Ungläubiges Staunen in der Politik: Die Sanierung von Gut Rödinghausen kostet noch einmal 200.000 Euro mehr als gedacht – Schlussrechnung folgt.

Die Sanierung von Gut Rödinghausen strebt seiner Vollendung entgegen, und damit rückt auch die Schlussrechnung näher. Dass die noch einmal um 200.000 Euro höher ausfällt, weil es „Mehrkosten durch Massenmehrungen“ gegeben habe, teilte Martin Niehage für den Immobilienservice Menden (ISM) am Dienstagabend den Politikern im zuständigen Betriebsausschuss mit. Der Mehrbetrag sei allerdings abgedeckt, weil die ursprünglich für 2019 vorgesehenen 1,3 Millionen Euro für den aufs nächste Jahr verschobenen Bau der Kita Kötterbredde nicht ausgegeben werden müssen. Die Politiker reagierten dennoch verblüfft.

Nicht vorhersehbare Arbeiten

Stefan Weige (FDP) hakte bei Martin Niehage nach: „Hatten wir denn nicht beschlossen, dass da nichts mehr dazukommen soll? Was für Mehrkosten sind das?“ Niehage wiederholte, es gehe um „nicht vorhersehbare zusätzliche Maßnahmen“. – „Für 200.000 Euro?“, fragte Weige sichtlich entgeistert.

Komplexer Bauauftrag

An dieser Stelle schaltete sich Markus Majewski ein, der die Sanierung für den ISM begleitet: „Das ist ein sehr komplexer Bauauftrag, und er ist sehr schwer zu steuern. Das ist nicht zu vergleichen mit dem Estrich, den ich in einen Neubau lege. Da kann ich punktgenau sagen, was es kostet“, im Gut Rödinghausen sei dagegen vieles erst im Zuge der Sanierung ans Licht gekommen. Sven Langbein (SPD) erklärte dennoch, er wolle sich mit pauschal 200.000 Euro nicht zufriedengeben. Zumindest die größeren Mehraufwendungen solle die Verwaltung genauer benennen, was Niehage und Majewski auch zusagten.

Die richtigen Aufzugtüren

Der ISM werde noch ausstehende Schlussrechnungen der Betriebe jetzt nachdrücklich einfordern, um in diesem Jahr tatsächlich den Schlussstrich unter die Sanierung ziehen zu können, kündigte Niehage an. Zu den zuletzt durchgeführten Maßnahmen habe auch der Austausch der Aufzugtüren gezählt.

Die hatten bei der Einweihung am 30. Juni für einen handfesten Skandal gesorgt: Als der im Rollstuhl sitzende Sohn von Ehrengast Ulrich Bettermann den Fahrstuhl nicht benutzen konnte, verließen Vater und Sohn wütend das Gelände. Hintergrund war, dass die gelieferten und eingebauten Aufzugtüren nicht die richtige Brandschutzklasse hatten – und der TÜV deshalb unmittelbar vor der Einweihung die Abnahme verweigerte.

Gesamtsumme unklar

Und wie teuer wird es für die Stadt nun wirklich? Hierzu will der ISM die Schlussrechnungen abwarten. Bisherige Angaben zu möglichen Gesamtkosten schwankten enorm. So hatte ISM-Chefin Ulrike Schriever vor einem Jahr von 4,2 Millionen Euro gesprochen. Das sorgte für Schlagzeilen, war doch zum Baustart vier Jahre zuvor von 3,5 Millionen die Rede gewesen, davon 500.000 als Fördergeld. Schriever betonte zudem, dass sich auch die 4,2 Millionen zum Teil noch aus Schätzkosten zusammensetzten.

Keine Punktlandung mehr

Ein Vierteljahr später sagte der Erste Betriebsleiter des ISM, der städtische Beigeordnete Sebastian Arlt, dass die Stadt dank deutlich höherer Fördergelder von den rund 4,2 Millionen nur 3,01 Millionen Euro selbst werde zahlen müssen. Das sei also fast genau der ursprünglich kalkulierte Eigenanteil. Die Kosten seien insgesamt zwar höher geworden, würden aber durch die Fördermittel aufgefangen. Jetzt müssten allerdings mindestens 200.000 Euro hinzugerechnet werden. Mindestens: Niehage und Majewski betonten, dass noch Rechnungen ausstünden. Auf eine neue Zielangabe legte man sich auch auf Nachfrage der WP nicht mehr fest.

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