Altkleider-Verkauf

Hausfrauen misten Kleiderschränke für Mendener aus

Der Hausfrauenbund Menden (rechts: Ilona Schön) nutzt ein leerstehendes Ladenlokal, um Altkleider zu verkaufen. Der Erlös geht an das Kinderhospiz Olpe.

Der Hausfrauenbund Menden (rechts: Ilona Schön) nutzt ein leerstehendes Ladenlokal, um Altkleider zu verkaufen. Der Erlös geht an das Kinderhospiz Olpe.

Foto: Lisa Dröttboom

Menden.  Der Hausfrauenbund Menden veranstaltet bis zum 23. November einen Altkleider-Verkauf. Der Erlös der Aktion kommt dem Kinderhospiz Olpe zugute.

In dem kleinen Ladenlokal in der Innenstadt herrscht dichtes Gedränge. Mendener schieben sich aneinander vorbei, durchwühlen die Tische und probieren fleißig an. Eine Woche lang verkauft der Mendener Hausfrauenbund in dem Leerstand Altkleider, Taschen und Accessoires für einen guten Zweck. Der Erlös kommt gänzlich dem Kinder- und Jugendhospiz Olpe zugute.

Die ehrenamtlichen Helferinnen strahlen angesichts des regen Interesses. Dabei sah es zu Wochenbeginn noch ganz anders aus. „Ich hatte permanent Sorge, dass wir nicht genug Kleidung zusammenbekommen“, gesteht Ilona Schön, Vorsitzende des Hausfrauenbundes Menden. Es hätten sich kaum Leute gemeldet oder etwas gespendet.

Koffer voller Kleidung gespendet

Stattdessen sortieren die Ehrenamtlichen ihre eigenen Kleider aus. „Ich habe meinen Schrank ausgeräumt, meine Tochter hat ihren Schrank ausgeräumt, Freunde und Bekannte auch“, zählt Schön auf.

Als sie am Mittwoch aufbauen, erwartet die Hausfrauen jedoch eine Überraschung: Immer mehr Leute kommen vorbei, um ihre Altkleider vorbeizubringen. Die Mendener kommen mit Taschen und Koffern voller Kleidung, die sie abgeben wollen.

So viele, dass der Hausfrauenbund keine weiteren Spenden mehr annehmen kann. Im Hinterzimmer stapeln sich die Klamotten und Schön überlegt bereits jetzt, die Aktion zu wiederholen. „Wir haben so viele Sommersachen bekommen, die haben wir nicht einmal hier ausliegen“, sagt sie und lacht.

Von Aktion in Herne inspiriert

Auf die Idee gekommen ist Schön, nachdem sie von einer ähnlichen, erfolgreichen, Aktion in Herne gehört hat, die dort zweimal im Jahr stattfindet. „Da habe ich mir gedacht: Das ist doch auch eine schöne Idee für Menden, das könnten wir doch auch mal machen. Wir wollen als Hausfrauenbund sowieso präsenter werden in Menden“, erzählt sie. Als Dirk Oberkampf ihnen dann auch noch kostenfrei das Ladenlokal zur Verfügung stellt, steht ihrem Plan nichts mehr im Wege.

„Wir hatten natürlich schon ein wenig Sorge, ob das bei den Mendenern gut ankommt“, sagt Schön. Secondhand-Läden wären immer eine schwierige Angelegenheit.

Allerdings: Die Mendener sind begeistert. So sehr, dass bereits während der Aufbautage am Mittwoch und Donnerstag die ersten Kleidungsstücke den Besitzer wechseln. „Das Interesse war von Anfang an groß.“

Zwei Stunden nach dem offiziellen Beginn ist Ilona Schön begeistert von der Resonanz. „Ich glaube, das erhoffte Geldziel erreichen wir schon nach der Hälfte der Zeit.“

Pullover für fünf Euro

Auch hinter den Tischen wird kräftig mit angepackt. Die Hausfrauen haben viele Helfer, die ihnen neben Tischen und Ständern unter anderem auch eine Schaufensterpuppe zur Verfügung stellen. Erfahrung im Einzelhandel hat niemand der Ehrenamtlichen.

Wie aber sind die Preise? „Ein guter Wintermantel kostet schon 30 Euro, aber einen Pullover oder ein T-Shirt bekommt man durchaus schon für fünf Euro“, sagt Schön. „Es ist ja alles für einen guten Zweck. Wir wollen das Geld ja nicht für uns.“

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