Tiere

Hündin Lucy stirbt auf einem Bösperder Feldweg

Hündin Lucy ist in Bösperde von einem Autofahrer angefahren worden und zum Sterben auf der Straße zurückgelassen worden. Für Pia Noack (37) unverantwortlich. Sie will andere Hundebesitzer sensibilisieren.

Hündin Lucy ist in Bösperde von einem Autofahrer angefahren worden und zum Sterben auf der Straße zurückgelassen worden. Für Pia Noack (37) unverantwortlich. Sie will andere Hundebesitzer sensibilisieren.

Foto: Privat

Bösperde.  Die achtjährige Hündin lief gerne draußen herum – bis sie von einem Unbekannten angefahren und zum Sterben am Straßenrand liegen gelassen wurde.

Die Trauer und der Schock über den Tod von Hündin Lucy sitzen bei Pia Noack und ihrer Familie noch immer tief. Rund vier Wochen ist es her, dass ein Unbekannter die achtjährige Hündin auf einem kleinen Seitenweg in Bösperde angefahren hat – und flüchtete.

Zum Sterben zurückgelassen

Am Unglücksort erinnert noch immer ein dunkler Fleck auf dem Asphalt an den Unfall. Dort, wo Lucy umkam, hat sich das Blut über die Zeit förmlich in die Straße gebrannt. Die Gräser rascheln im Wind. Die Straße Stemberg ist eine kleine, unauffällige Seitenstraße. Felder, der Rüthers Bach und Hofanlagen, so weit das Auge reicht. Idyllisch gelegen. Morgens um 10 Uhr begrüßt Lucy immer den Nachbarshund. Läuft vom Haus von Familie Noack über die Straße rüber zu Jack. Ein Ritual. Doch seit rund vier Wochen flitzt die Hündin nicht mehr zu ihrem Spielkameraden. Lucy wurde angefahren und zum Sterben auf der Straße zurückgelassen.

Nur Minuten nach dem Unfall

Dass Lucy im uneinsichtigen Kurvenbereich hätte angefahren werden können, ist Pia Noack durchaus bewusst. „Das kann natürlich passieren, aber einfach weiterzufahren, ohne anzuhalten“, sagt die 37-Jährige, das mache ihr zu schaffen.

Vermutlich nur wenige Minuten nach dem Zusammenprall findet Noack die Jack-Russell-Terrierin. Mitten auf der Straße. Vom Fahrer keine Spur.

Stemberg eigentlich ein Schleichweg

Der Ort, an dem Lucy umkommt, ist gut einsehbar. Eine gerade Strecke, weit weg von einer Kurve. Dass die Hündin den Fahrer überrascht, scheint nicht möglich zu sein. Noack vermutet, dass der Täter durch ein Handy oder ähnliches abgelenkt gewesen sein könnte. „Eigentlich fahren hier nicht viele Autos her, schon gar nicht um 11 Uhr“, sagt sie. Denn wenn, werde der Stemberg als Schleichweg von Fröndenberg in Richtung Menden genutzt – oder eben umgekehrt. Und das auch meist morgens oder am späten Nachmittag. „Es sind hier mehr Fußgänger als Autofahrer unterwegs“, sagt die 37-Jährige. So war es eben auch ein Fußgänger, der die Familie auf die angefahrene Lucy aufmerksam machte.

Trauer ist riesengroß

Dass ein solcher Zwischenfall jederzeit hätte möglich sein können, dessen ist sich Pia Noack bewusst, gerade weil Lucy auf dem Hof der Familie oft ohne Leine unterwegs war. Aber nicht nur die Familie hat der Tod der Hündin tief getroffen. Lotte, Lucys Schwester, sei zwei Wochen geradezu „lethargisch“ gewesen. Lotte trinkt und isst kaum. „Die beiden waren nie getrennt“, sagt Noack.

Die Trauer, sagt die Mutter, sei noch immer riesengroß.

Über eine Mendener Facebook-Gruppe hofft sie auf Hinweise. Die Anteilnahme ist groß. Gemeldet hat sich bis heute niemand.

Eine Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei laufe zwar, sei bislang aber ebenso ergebnislos gewesen. Und trotz der Tatsache, dass nur einen Steinwurf vom Haus ein Familienmitglied ums Leben kam, werde nur wegen Sachbeschädigung ermittelt. Bürokratie eben, sagt Noack.

Der Familienrat entscheidet

Vor dem dunklen Fleck, der den Unglücksort markiert, sind zwar Bremsspuren zu erahnen. Wirklich belegen lässt sich dies allerdings nicht. „So etwas kann passieren, das macht niemand absichtlich. Aber an so einem Tier hängen auch Menschenherzen“, sagt Pia Noack. Man dürfe in solchen Fällen nicht so fahrlässig handeln und einfach weiterfahren. Im Familienrat beschlossen sie, ihr Mann und ihre Eltern, eine neue Spielkameradin für Lotte zu suchen.

Mit der neun Wochen alten Polly hat Lotte nun eine kleine Schwester. Die tollt durch den Garten, zerbeißt kleine Stöckchen oder tapst am Sandkasten vorbei. Polly sorgt nicht nur bei ihrer großen Schwester spürbar für Freude, sondern auch bei Familie Noack. „Sie ist jetzt deutlich fröhlicher“, sagt die 37-Jährige. Die Hoffnung, dass sich doch noch jemand meldet, gibt Pia Noack nicht auf – auch wenn es unwahrscheinlich erscheint. Sie wolle nun sensibilisieren. Denn Lucys Schicksal hätten auch andere Vierbeiner Mendens erleiden können.

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