Gericht

Im Wodka-Rausch: Mendener soll seine Ex geschlagen haben

Große Mengen Alkohol sind der Auslöser für die Dresche gewesen.

Große Mengen Alkohol sind der Auslöser für die Dresche gewesen.

Foto: Ingo Otto / Ingo Otto / WAZ FotoPool

Menden.  Nach einem Kirmesbesuch hat ein 21-jähriger Mendener seine Ex-Freundin an den Haaren gezogen und geohrfeigt. Dafür stand er jetzt vor Gericht.

Weil er seine ehemalige Freundin an den Haaren gezogen und geohrfeigt haben soll, stand ein 21 Jahre alter Mann, der nach der achten Klasse die Hauptschule verlassen hat und zurzeit von Arbeitslosengeld II lebt, vor der Strafrichterin des Mendener Amtsgerichtes. Am Ende kam er recht glimpflich davon.

Eine Vielzahl von Zeugen hatte das Gericht geladen, aber auch Freunde, Verwandte und Kleinkinder waren im Tross, und die Richterin erinnerte daran, dass man sich in einem Gericht befinde und dieser Ort für ein Familientreffen ungeeignet sei. Da Ruhe herrschte, war aber außer der Ermahnung kein weiteres Eingreifen notwendig.

Im April dieses Jahres hatte sich der Angeklagte mit seiner ehemaligen Freundin, der geschädigten jungen Frau, deren Freund und einer „Truppe“ anderer junger Leute im Park an der Hönne verabredet. Dort floss dann reichlich Wodka. „Wir wollten uns aussprechen und waren auf der Osterkirmes in Iserlohn gewesen“, so der Angeklagte. Nach den harten Getränken blieb es dann allerdings zwischen dem alten und dem heute neuen Freund der jungen Dame nicht mehr so friedlich. Auf dem Weg zur Gaststätte „Woanders“ begann eine Rangelei und ein Glas wurde über einem Kopf geleert. Die Herren gingen miteinander ringend zu Boden.

Nicht zum ersten Mal vor Gericht

Dies konnte oder wollte die junge Frau nicht mitansehen, versuchte, die beiden Kampfhähne zu trennen und Frieden zu stiften. „Er hat mich dann an den Haaren gezogen und mir eine Ohrfeige gegeben“, so die Ex-Freundin des Angeklagten. Böse Wörter wie „Schlampe“ seien auch gefallen. „Wenn man dazwischen geht, kann man schon mal eine abbekommen“, so der junge Mann, „ich habe aber nicht an den Haaren gezogen und auch nicht die Hand gegen sie erhoben. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer“, beteuerte er. „Aber jetzt sitzen Sie hier und das nicht zum ersten Mal“, so der Staatsanwalt mit Blick auf den Auszug aus dem Bundeszentralregister, in dem die Straftaten aufgezeichnet werden.

Nun hatten Richterin und Staatsanwalt leider unterschiedliche Auszüge. Nach kurzem Wortwechsel sah es zunächst so aus, dass die Verhandlung an diesem Tag nicht weiter geführt werden könnte. Doch die Richterin bestand darauf, die zahlreichen Zeugen zu vernehmen. „Die müssten ja alle nochmals geladen werden“, bemerkte sie.

Dann nahm das Verfahren eine andere Richtung. Es wurde nur die geschädigte junge Frau als Zeugin gehört. Genau konnte die junge Dame sich nicht mehr erinnern. Sie sei noch in der Notaufnahme des Krankenhauses gewesen. Später habe der Hausarzt ein Attest ausgestellt.

Verfahren vorläufig eingestellt

In Anbetracht des fehlenden Erinnerungsvermögens des Angeklagten und der Geschädigten wurde auf die Anhörung weiterer Zeugen verzichtet. So wurde im Einvernehmen mit dem Staatsanwalt mit der Auflage 300 Euro in drei Raten an die Geschädigte zu zahlen das Verfahren vorläufig eingestellt.

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