Ausgebildeter Sänger

Ingo Düe steht auch an den Weihnachtstagen auf der Bühne

Musiker Ingo Düe

Musiker Ingo Düe

Foto: Martina Dinslage

Platte Heide.   Einer von denen, die Weihnachten arbeiten, ist Ingo Düe. Der 45-Jährige ist Sänger – und er steht am zweiten Weihnachtstag in Köln auf der Bühne.

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Weihnachten gilt als Fest der Familie. Die meisten Menschen haben genau deshalb frei. Aber eben nicht alle. Einer von denen, die während der Festtage arbeiten, ist Ingo Düe. Der 45-Jährige muss es nicht – er will es. Ingo Düe ist Sänger. Am zweiten Feiertag steht er in Köln auf der Bühne. Wir trafen ihn vorab daheim auf der Platte Heide. Ganz ehrlich: Wir hatten richtig Glück, ihn überhaupt zu erwischen. Süßer die Kassen nie klingeln – das gilt nicht nur für den Einzelhandel, sondern auch fürs Musikgeschäft.

Als Ingo Düe uns durchs Haus zum sonnendurchfluteten Wintergarten führt, fällt uns auf, dass er die Weihnachtszeit mit wenig Tannengrün und zurückhaltender Deko gerade mal andeutet. Advent, Bauhaus-Version. Und bei dem Musiker ist keine Musik zu hören. Kein einziger Ton. Die Atmosphäre bei unserem Gespräch wirkt so, als genieße der gebürtige Mendener die Ruhe vor dem großen Ansturm.

Tatsächlich war unser Gesprächstermin die einzige Möglichkeit, den ausgebildeten Sänger vor dem Adventstrubel zu erwischen. Bis zum 23. Dezember war er, bis auf ein Gastspiel in Hemer, fest gebucht in Köln: auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Chlodwigplatz wie auf der „Christmas Avenue“ am Rudolfplatz. So sehr der bodenständige Sauerländer in der Heimat Familie und Freunde schätzt – am weltoffenen Köln liebt er den Rummel. Und dann, Heiligabend, ist wieder Ruhe. Für einen Moment.

Teilzeit bei der Fluglinie

Den Heiligen Abend macht Ingo Düe vor allem die Akustik zu einem einzigartigen Tag. „Es ist die Ruhe, wenn du durch menschenleere Straßen gehst, das ist das Besondere; es gibt bei uns keinen Weihnachtsbaum, und es gibt keine Musik“, sagt er nachdenklich, aber ohne jede Form von Sentimentalität.

Im Gegenteil: Der bekennende Halbprofi, der in Teilzeit für die Fluglinie Germanwings arbeitet, kann zuckriger Festtagsstimmung wenig abgewinnen. „Die Feiertage sind für mich Tage wie alle anderen; ich habe während Weihnachten eigentlich immer gearbeitet.“

Am zweiten Weihnachtstag geht es nach Köln

Am zweiten Tag geht’s, wie so oft, nach Köln. Eine Firmenfeier steht an. „Immer mehr Unternehmen amerikanisieren ihre Weihnachtsfeiern“, erklärt der Show-Mann, „45 bis 60 Minuten lang ,Rockin’ Around The Christmas Tree’“. Das Motto gab Rock’n’Roll-Röhre Brenda Lee bereits in den 50ern vor. Rock’ den Weihnachtsbaum. Und es darf geswingt werden.

Genau das nämlich hat Ingo Düe zu seinem Markenzeichen gemacht: Swing der Marke Frank Sinatra. Musik, die in die Beine geht. Selbst bei dem verbreitet hüftsteifen heimischen Publikum. Ingo Düe präsentiert Swing-Klassiker wie „Puttin’ On The Ritz“ oder immergrüne Weihnachtshits wie „Rudolph The Red Nosed Reindeer“ mit persönlicher Note – aber keineswegs, wie einst Bing Crosby, mit coca-cola-roter Bommel-Mütze. Stattdessen bevorzugt der Mendener Smoking und Fliege. Viva Las Vegas! Die Casino-Stadt Las Vegas steht für schönen Schein und Glitzerwelt, und einen Hauch von Glitzer verbreitet die Glas-Deko in Ingo Dües Wintergarten, wenn sie im Sonnenlicht aufleuchtet. „Gutes Licht ist genauso wichtig wie guter Ton“, weiß Musical-Fan Düe.

Singen ist Silber, Reden ist Gold

Der ehemalige Hüingser Chorknabe hat noch eine weitere Erkenntnis gewonnen. Singen ist Silber, Reden ist Gold. „Du musst das Publikum ansprechen, mit Witz und Charme.“ Wie das geht, hat der Entertainer bei seinen ersten Bühnen-Erfahrungen als Moderator gelernt. „Zu jedem Song gibt es vorbereitete Geschichten“, fügt er hinzu, „aber spannend wird es, wenn ich auf Bemerkungen aus dem Publikum reagieren kann – das macht bei Auftritten den Reiz aus.“

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