MItarbeiter-Bindung

Jeder dritte Beschäftigte bei Aptar in Menden fährt E-Bike

Im nagelneuen Fahrrad-Unterstand von Aptar: In der Mitte Marko Fischer (mit Namensschild) aus der Betriebsleitung und Ausbildungschefin Kerstin Tisch, hier flankiert von Lena Brühl und Michael Woschnik von der Arbeitsagentur Iserlohn.

Im nagelneuen Fahrrad-Unterstand von Aptar: In der Mitte Marko Fischer (mit Namensschild) aus der Betriebsleitung und Ausbildungschefin Kerstin Tisch, hier flankiert von Lena Brühl und Michael Woschnik von der Arbeitsagentur Iserlohn.

Foto: Thomas Hagemann

Menden.  Bei Aptar sind es Fahrräder, anderswo ist es die Floßfahrt über die Bigge oder der Firmenlauf: Heimische Unternehmen tun mehr fürs „Wir-Gefühl“.

Zahlreiche Stellenanzeigen, ob gedruckt oder im Internet, zeigen es: Viele Unternehmen in Menden suchen nach wie vor neue Mitarbeiter. Auch Aptar hat an der Franz-Kissing-Straße gerade drei Stellen offen. „Es ist aber genauso wichtig, die vorhandene Belegschaft zu halten“, weiß Kerstin Tisch. Sie ist fürs Personalmanagement des Marktführers für Dosier- und Spendersysteme zuständig. Und beim Gedanken daran, was Mitarbeiter noch stärker ans eigene Unternehmen binden könnte, sind der Fantasie offenbar kaum Grenzen gesetzt. „Wir waren zum Beispiel erschlagen davon, dass 30 unserer gut 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Menden im letzten Jahr das Angebot des E-Bike-Leasings angenommen haben“, berichtet Martin Worm, Betriebsleiter bei Aptar Menden.

Zählbare Vorteile

Dabei liegen die Stromer unter den Drahteseln voll im Trend, und die Leasing-Vorteile bei Aptar sind zählbar: Die hohen Anschaffungskosten müssen nicht auf einmal gezahlt werden, das Fahrrad ist gegen Diebstahl versichert, Reparaturen werden übernommen. „Die Leasingverträge laufen über drei Jahre, dann kann der Mitarbeiter das Fahrrad gegen einen Restkaufwert kaufen oder eben zurückgeben“, erklärt Kerstin Tisch. Im Übrigen könnten nicht nur E-Bikes geleast werden, sondern auch normale Fahrräder und Rennräder, die mindestens 500 und höchstens 3000 Euro kosten können. Die Kosten für einzelne Mitarbeiter variierten je nach Preis des Fahrrads, aber auch nach Gehalt, Steuerklasse oder Kinderzahl. Die Rechnung sei also jeweils individuell.

Harte Faktoren zählen mehr

Aptar, ein US-Unternehmen, musste für die vielen Räder sogar einen Stellplatz bauen. Man freue sich aber über die hohe Nachfrage, weilo das auch zeige, wie viele Beschäftigte doch betriebsnah in Menden wohnten. Indes bietet Aptar der Belegschaft noch einige weitere „Benefits“, wie solche Vorzüge auf Neuhochdeutsch heißen. Dabei steht die Gesundheit im Vordergrund: Bezuschusst werden die Beiträge fürs Fitnessstudio, und Aptar selbst hält ein Massage-Angebot am Standort vor. Es gibt auch die Grippeschutzimpfung oder kostenlose Getränke im Betrieb. Hinzu kommen verschiedene Firmen-Events, die deutlich über die obligatorische Weihnachtsfeier hinausgehen. Für neue Azubis aus Dortmund und Menden ging es jüngst sogar in einen Escape-Room.

Derzeit denkt Aptar über die Einführung einer Kantine nach, „aber Benefits sind nicht alles“, gibt Martin Worm zu bedenken. Es gehe natürlich auch um ganz harte Faktoren wie die Bezahlung oder die optimale Organisation des Schichtdienstes in einem 24 Stunden laufenden Betrieb.

Zum Firmenlauf fürs „Wir-Gefühl“

Dass mit Aptar ein amerikanischer Konzern so großen Wert auf das Thema Gesundheit legt, wundert Thomas Marotzke wenig. Er ist Pressesprecher der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen, die auch Mendener Unternehmen betreut. „US-Firmen sind uns da weit voraus“, so stehe auch bei der Kammer selbst das Thema des „Job-Rades“ erst 2021 zur Debatte. Ihm fallen indes auch die Firmen- und Stadtläufe ein: So nehmen auch am Mendener Citylauf regelmäßig Laufgruppen teil, deren Dress von den Unternehmen gesponsort sind. Und vom Kletterpark bis zur Flossfahrt gebe es in Südwestfalen inzwischen zahlreiche Anbieter, die speziell fürs „Teambuilding“, das Wir-Gefühl, spannende Ideen vorhalten.

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