Huckenohl: Politiker beraten

Kein Klettergarten: Stadion wird für Menden trotzdem teurer

Eine Calisthenics-Sportlerin in Aktion: Eine solche Anlage ist auch für das Huckenohl-Stadion vorgesehen.

Eine Calisthenics-Sportlerin in Aktion: Eine solche Anlage ist auch für das Huckenohl-Stadion vorgesehen.

Foto: Michael Korte

Menden.  Klettergarten und Beachsport werden gestrichen, dafür soll es im Huckenohl ein Multifunktionsfeld geben – auch für Basketball und Badminton.

Riesengroß war die Freude in Menden im April, als die Stadt vom Bund die Zusage über mehr als drei Millionen Euro zur Sanierung des Huckenohl-Stadions erhielt. Neben einer barrierefreien Top-Sportanlage für alle Generationen und einem Tribünendach sollte es auch einen Hochseil-Klettergarten am nahen Jugendbildungszentrum Kluse geben. Doch der wird jetzt ebenso gestrichen wie das geplante Feld für Beach-Volleyball. Trotz dieser Verzichte soll der städtische Eigenanteil von 362.000 auf 405.000 Euro steigen. Der Grund: Bürger und Nutzervereine (BSV Menden, Leichtathletik-Gemeinschaft und Marathon-Club) haben Zusatzwünsche in anderen Bereichen. Mendens Sportpolitiker beraten die daraus erwachsenen Empfehlungen der Stadt am heutigen Donnerstag öffentlich ab 17 Uhr im Ratssaal. Der Stadtrat soll am nächsten Dienstag über die Einreichung des fertigen Förderantrags entscheiden.

Der Klettergarten

Hier steckt der Teufel im Detail: Das „Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung“, von dem die hohe 90-Prozent-Förderung kommt, will den Klettergarten nur von einem Verein betrieben sehen, nicht von einem kommerziellen Anbieter. Diesen Verein kann die Stadt aber nicht liefern. Deshalb will sie auf den Klettergarten und auch auf eine Kletteranlage am Anbaugebäude verzichten. Stattdessen soll es drei Meter hohe Klettertürme zum sogenannten „Bouldern“ geben – für Klettergarten-Fans wohl eher ein schwacher Trost.

Basketball statt Beachsport

Ähnlich verhält es sich mit der Beachvolleyball-Anlage. Hier verlangt der Bund eine „nachhaltige Lösung“ für den Betrieb. So müsste die Anlage täglich gereinigt, der Sand regelmäßig ausgetauscht werden. Auch hier sei der Stadt nahegelegt worden, darauf besser zu verzichten.

Zugleich hatten sich in der Bürgerbeteiligung viele Mendener ein Basketballfeld gewünscht. Daher soll es jetzt auf der westlichen Freifläche ein Multifunktions-Spielfeld geben. Darauf kann man Basketball, Soccer oder Badminton spielen – auf einem pflegeleichten Kunststoffbelag.

Die Wurfdisziplinen

Die heutige Anlage für Kugelstoßen, Speer- und Diskuswerfen soll wegen des Multifunktions-Feldes verlegt werden. Sie weicht einer Fläche für Calisthenics – das sind Fitnessgeräte für Körpergewichtsübungen – und fürs „Bouldern“ an den Kletterwänden.


Barrierefreiheit

Darauf besteht der Bund „eindringlich“, wie es heißt. Ein Aufzug, ein Lift und eine Rampe sollen die Zugänge zur Tribüne, von der Tribüne zum Umkleidegebäude und den Duschen und WCs sicherstellen. Die Umkleiden und sanitären Anlagen im Erd- und im Obergeschoss werden behindertengerecht. Auf dem Stadiongelände, erreichbar über die Zufahrt Balver Straße, werden zudem behindertengerechte Parkplätze eingerichtet, ebenso am Parkplatz Oesberner Weg.

Die Kosten

Die Gesamtkosten betragen jetzt rund 3,66 Millionen Euro, also 44.000 mehr als bisher. Der Bund gibt höchstens 3,255 Millionen. Der Eigenanteil der Stadt liegt damit jetzt bei 405.000 Euro. Weitere Kostensteigerungen müsste ebenfalls die Stadt zahlen.

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