Urlaubsregion unter Schock

Mendener Familie verunglückt im Urlaub - Region unter Schock

Die Unfallstelle auf dem Nordstrand-Damm. Auch die Einsatzkräfte mussten psychologisch betreut werden. 

Foto: Herbert Müllerchen

Die Unfallstelle auf dem Nordstrand-Damm. Auch die Einsatzkräfte mussten psychologisch betreut werden.  Foto: Herbert Müllerchen

Menden.   Bei einem Unfall auf Nordstrand bei Husum starb ein 74-Jähriger aus Menden. Seine Enkel sind außer Lebensgefahr. Die Einheimischen trauern mit.

Für eine Mendener Familie endete der Nordsee-Urlaub in einer Katastrophe. Bei einem schweren Unfall starb der Großvater. Die beiden Kinder, ein fünfjähriger Junge und ein zwei Jahre altes Mädchen, kamen schwerstverletzt in ein Krankenhaus. Auch die 29-jährige Mutter, die am Steuer des Autos saß, wurde schwerverletzt.

Den Einsatzkräften bot sich ein furchtbares Bild, als sie am Montag zur Unfallstelle auf der nordfriesischen Halbinsel Nordstrand bei Husum kamen. Der Renault Megan der Familie war mit einem entgegenkommenden Fiat Ducato zusammengeprallt. Der Transporter fuhr in die Beifahrerseite des Familienautos und drückte diese komplett ein. Trotz Wiederbelebungsversuchen durch Unfallzeugen starb der 74-jährige Großvater noch an der Unfallstelle.

Kinder aktuell stabil

Zwei Rettungshubschrauber flogen die schwerstverletzten Kinder aus. „Die Kinder sollen aktuell stabil sein“, sagt Polizeisprecher Christian Kartheus von der zuständigen Polizei in Flensburg nach Rücksprache mit der Klinik. Es bestehe keine Lebensgefahr mehr. Die Einsatzkräfte waren direkt nach dem Unfall noch von Lebensgefahr ausgegangen.

Die 29-jährige Mutter der beiden Kinder übersah nach ersten Erkenntnissen der Polizei mit dem Familien-Auto beim Abbiegen den Transporter. Ob noch andere Faktoren zum Unfall beigetragen haben, ist noch offen. Eines der Kinder soll laut Feuerwehr dringend auf Toilette gemusst haben. Deshalb habe die Mutter einen Parkplatz an Ende des Nordstrand-Damms, der die Halbinsel mit dem Festland verbindet, angesteuert. Beim Abbiegen prallten die Fahrzeuge zusammen.

Die Familie befand sich laut Polizei im Nordsee-Urlaub. Die Mendener waren offensichtlich auf einem Ausflug von Husum nach Nordstrand. Die Polizei in Flensburg hatte zunächst die genaue Herkunft der Familie geheimgehalten und sprach nur von Nordrhein-Westfalen. Auch auf Nachfrage wollten die Beamten nur den Märkischen Kreis bestätigen. Nach WP-Informationen ist aber gesichert, dass die verunglückte Familie aus Menden stammt.

In der Urlaubsregion sorgt der tragische Unfall für großes Entsetzen. „Das hat bei uns für eine Schockwelle gesorgt“, sagt der freie Journalist Herbert Müllerchen, der selbst am Unfallort war. Das Drama gehe vielen Menschen auf Nordstrand und in den benachbarten Urlaubsorten sehr nahe. Auch Müllerchen zeigt sich persönlich berührt von dem Unfall: „Das lässt niemanden kalt.“ Der Journalist lobt das schnelle Eingreifen der Rettungskräfte. Die Rettungsabläufe hätten vorbildlich funktioniert.

Die freiwillige Feuerwehr aus den Orten Nordstrand, Hattstedt und Husum musste den Unfall mit den beteiligten Einsatzkräften psychologisch aufarbeiten. Einsatzleiter Peter Schroeder spricht von einer „psychischen Belastung der besonderen Art.“ Trotz aller Ausbildung lasse sich solch ein Einsatzgeschehen nicht trainieren.

Feuerwehr kritisiert Gaffer

Die Feuerwehr kritisiert, dass kurz nach dem Unfall Gaffer zu der Unfallstelle strömten. Es seien sogar Eltern mit Kindern angelaufen gekommen, um die Rettungsarbeiten, die eineinhalb Stunden dauerten, zu beobachten. Einsatzleiter Schroeder bezeichnet dieses Verhalten auf der Facebook-Seite der Wehr als „unverantwortlich“.

Die Polizei hat zur Klärung der genauen Unfallursache einen Sachverständigen hinzugezogen, der die Unfallstelle und die Fahrzeuge untersuchte. Die Ermittlungen dauern an. Der Fahrer des Transporters kam als einziger trotz des schweren Aufpralls ohne schwere Verletzungen davon. Er wurde nur leicht verletzt, musste aber ebenfalls psychologisch betreut werden.

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