Polizeiaktion

Krad-Kontrolle an der Einflugschneise zum Sauerland

Die Kreispolizei ist in Oberrödinghausen ins Gespräch mit zahlreichen Kradfahrern gekommen. Ziel der Aktion ist es, die Unfallzahlen zu verringern. 

Die Kreispolizei ist in Oberrödinghausen ins Gespräch mit zahlreichen Kradfahrern gekommen. Ziel der Aktion ist es, die Unfallzahlen zu verringern. 

Foto: Livia Krimpelbein

Menden.  Die Polizei nimmt die Krad-Fahrer im Hönnetal unter die Lupe. Bei einer Präventivaktion wird auf die Gefahren der Strecke aufmerksam gemacht.

Die Polizei des Märkischen Kreises führte in Oberrödinghausen eine Präventivkontrolle von Kradfahrern durch. Zu diesem Zwecke wurde jedes Zweirad, das am Parkplatz der Polizei vorbei auf dem Weg ins Hönnetal war, für ein kurzes Gespräch aus dem Verkehr gezogen.

Andreas Filthaut, Leiter der Verkehrsunfallprävention der Kreis-Polizei, erklärt im Vor-Ort-Gespräch: „Der Grund für diese Kontrolle sind vor allem die erschreckenden Zahlen von verunglückten Kradfahrern von 2015 bis 2018“.

Richtige Schutzkleidung

Die Polizei hielt ohne zu selektieren an diesem Mittwoch jedes Zweirad an: „Ganz egal ob Tourenfahrer oder High-Risk-Fahrer“, erklärte Filthaut. Letztere neigten schon allein dank ihrer Räder dazu, zu schnell zu fahren. „Daher wollen wir aufmerksam auf die Gefahr machen. Fahrsicherheitstrainings eignen sich gut, um auch die eigene Reaktionsmöglichkeit einzuschätzen“, so Filthaut. „Bei diesen Kontrollen weisen wir darauf hin, dass Kradfahrer genügend pausieren, viel trinken, die richtige Schutzkleidung tragen und auch das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer berücksichtigen“, ergänzte sein Kollege Claus Croce, Leiter des Verkehrsdiensts.

Während an diesem Standort die Polizei offen zeige, dass kontrolliert wird, fänden an anderen Standorten im Hönnetal Geschwindigkeitskontrollen statt. „So wollen wir herausfinden, welche Auswirkung diese offensive Kontrolle an dieser Stelle hat“, so Croce. So sind präventive und repressive Kontrolle kombiniert. „Ganz nach dem Motto: ,Wer nicht hören will, muss fühlen‘“, erklärte Filthaut. „Wir wollen in den Kopf. Denn egal wer in Schuld ist, bei einem Unfall ist der Kradfahrer immer der zweite Sieger.“

Eine Besonderheit an dieser Kombination sei, dass Kradfahrer, wenn sie in einer Kontrollstelle im Hönnetal gemessen werden, das doppelte Bußgeld erhielten. „Weil sie hier auf korrektes Fahren hingewiesen wurden, ist es dann nämlich mindestens bedingt vorsätzliches Verhalten“, so Filthaut. Und warum eignet sich gerade diese Stelle in Oberrödinghausen für die Präventivkontrolle so gut? „Das ist hier die Einflugschneise ins Sauerland“, erklärte Filthaut und ergänze: „Der ganze Verkehr Richtung Sorpe muss hierherfahren.“ Vor allem an Mittwochen in den Ferien sei der große See ein Treffpunkt, da dort ein Live-Event stattfinde.

Spezielle Topografie im Hönnetal

Auch das gute Wetter spiele der Polizei in die Karten. „Insgesamt stehen wir hier von 15.30 bis 20.30 Uhr. Und allein in der ersten Stunde zogen wir 29 Kradfahrer aus dem Verkehr“, so Filthaut.

Sehr wichtig sei es auch, Kradfahrern, die nicht aus dem Märkischen Kreis kommen, die komplizierte Topografie des Hönnetals zu erklären. „Kradfahrer von außerhalb kennen diese schwierigen Begebenheiten nicht. Hier fehlt ihnen die Erfahrung. Daher brauchen sie Training! Sonst ist es, als würde ein Skianfänger direkt die schwarze Piste befahren“, so Filthaut. Gerade deshalb würde die Polizei immer wieder auf Fahrsicherheitstrainings aufmerksam machen. „Ich muss mein Fahrzeug kennen. In Kurven muss ich wissen, was mein Fahrzeug macht“, so Filthaut.

Und bisher zeigen die Präventionskontrollen Erfolg: Um etwa 20 Prozent konnten die Unfallzahlen in den ersten sieben Monaten des Jahres 2019 gegenüber der Zahl an Unfällen vom Januar bis Juli 2018 gesenkt werden. Croce: „Es ist erschreckend: Nur ein Stundenkilometer Geschwindigkeitsunterschied kann darüber entscheiden, ob man die Kurve schafft oder nicht. Das sollte man sich immer im Hinterkopf behalten.“

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