Großes Erlebnis

Lendringser Strolche beim wahren Herrscher von Menden

Mächtiger Beschützer: Ritter Goswin mit den Zweitklässlern der Josefschule Lendringsen, die als „Kulturstrolche" zu Gast bei den Karnevalisten der MKG waren. Goswin führte sie höchstpersönlich durchs mittelalterliche Menden.

Mächtiger Beschützer: Ritter Goswin mit den Zweitklässlern der Josefschule Lendringsen, die als „Kulturstrolche" zu Gast bei den Karnevalisten der MKG waren. Goswin führte sie höchstpersönlich durchs mittelalterliche Menden.

Foto: Thomas Hagemann

Menden.  Das hatten die Lendringser Josefschüler nicht erwartet: Ritter Goswin höchstselbst führte die „Kulturstrolche“ durchs mittelalterliche Menden.

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Wer ein Karnevalsmuseum leitet, der erlebt eine Menge – und doch dürfte der jüngste Besuch der kleinen „Kulturstrolche“ aus der Josefschule Lendringsen für Teufelsturm-Museumsleiterin Heike Hempelmann und ihr Team so unvergesslich bleiben wie für die Zweitklässler. Und dafür sorgte kein Geringerer als Ritter Goswin höchstpersönlich.

Herrscher von der Rodenburg

Denn der mächtige Ritter, der anno 1246 die Rodenburg errichten ließ und 1272 die Schutzgewalt über den Mendener Hof und die Kirche erwarb, ruft an diesem Morgen plötzlich mit mächtiger Stimme aus einer oberen Etagen des Turms: „Wer weckt mich hier so früh auf?“ Die Überraschung lässt einige Kinder aus der Klasse von Liane Brieden ganz schön zusammenzucken. Ein mutiges Mädchen ruft aber nach oben: „Wir sind das! Von der Josefschule Lendringsen!“ Und ein Junge ergänzt schlagfertig: „Wir bringen dir ein Bier!“

Das lässt sich ein echter Ritter natürlich nicht zweimal sagen. In voller Rüstung und mit dem Schwert bewaffnet schreitet Goswin majestätisch die Treppe herab. „Ich habe bis in den späten Abend hinein gekämpft! Jetzt bin ich müde“, lässt er die kleinen Untertanen wissen. Doch da hat der Ritter, trefflich verkörpert von Karnevalisten-Legende Uli Schlautmann, die Rechnung ohne die Lendringser Kinder gemacht. „Dann will ich mal dein Bett sehen“, verlangt der kleine Friedrich. Also geht’s für alle ganz hoch hinauf in den Turm. Oben hat Museumsführer und Goswin-Assistent Detlef Albrecht zwar nicht des Ritters Bettstatt vorzuzeigen, wohl aber einen tollen Blick auf die Vincenzkirche. „Da gehen wir gleich mal hin“, verspricht er. Und ein Junge erwidert: „Cool! Ich heiße nämlich Vincent.“

Vincent und die Wehrkirche

Einiges zum mittelalterlichen Menden können Albrecht und Schlautmann dann aber doch noch berichten. Der Museumsführer erzählt den Kindern, dass die Vincenzkirche einst eine Wehrkirche war, weshalb sie Schießscharten im Turm aufweist. Und dass die vier Wälle einst die Stadtmauer markierten. Derweil wird der Ritter nach seinem Schwert gefragt: „Wie willste eigentlich mit diesem Plastikmesser kämpfen?“ Schlautmann gibt’s auf: „Naja, Ritter gibt’s ja schon lange nicht mehr“, gesteht er dem kleinen Friedrich. Der bedauert sehr ernsthaft: „Ja, leider.“

Volles Programm

Doch als es dann heißt: „Jetzt geht’’s rüber zur Vincenzkirche!“ erkundigt sich ein Mädchen vorsichtshalber nochmal beim Ritter: „Du beschützt uns doch?“ Klar macht er das! Und dank Goswin geschieht den Kindern tatsächlich nichts, ob in der Vincenzkirche, im Poenigeturm, an der Stadtmauer, im alten Ratssaal oder im Museum. Denn all das haben die Kulturstrolche dank des Besuchsprogramms der Karnevalisten auch noch gesehen.

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