Business-Treff bei HJS

Mendener Abgasjäger: „Der Diesel wird vom Saulus zum Paulus“

Konzentrierte Zuhörer: Die Gäste des „Business Breakfast" der SIHK in den Räumen der Mendener Firma HJS, deren Seniorchef Hermann Josef Schulte über die Zukunft des Dieselmotors referierte.

Konzentrierte Zuhörer: Die Gäste des „Business Breakfast" der SIHK in den Räumen der Mendener Firma HJS, deren Seniorchef Hermann Josef Schulte über die Zukunft des Dieselmotors referierte.

Foto: Thomas Hagemann

Menden.  Lob für den Fortschritt bei der Diesel-Entgiftung, Kritik an der Bundesregierung: Hermann Josef Schulte (HJS) findet vor Unternehmern klare Worte.

Der Dieselmotor ist in Verruf geraten. Dank Stickoxiden, die Atemwege angreifen oder Ruß, der krebserregend sein kann, dank drohender Fahrverbote und nicht zuletzt der Abgas-Tricksereien auch der größten deutschen Automobilhersteller. Und doch kann der Diesel noch „vom Saulus zum Paulus“ werden: Davon zeigte sich Hermann Josef Schulte, Gründer und Seniorchef der Mendener Abgasjäger von HJS, beim jüngsten „Business Breakfast“ in den Räumen seines Unternehmens am Dieselweg überzeugt.

„Schönste Stadt“

Die Begrüßung der etwa 40 Unternehmer zu dem gemeinsamen Veranstaltungsformat der Agentur Mark, der Hagen Agentur und der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zu Hagen übernahm Andreas Lux, der als stellvertretender Hauptgeschäftsführer der SIHK für den Bereich „Innovation und Umwelt“ zuständig ist. Er hieß die Gäste launig in der „schönsten Stadt des Sauerlandes“ willkommen, bevor er das Wort an den Gastgeber und SIHK-Vizepräsidenten Schulte weitergab.

Non-Road zählt

Schulte wiederum, der sein Unternehmen mit der Gründung im Jahr 1976 auf seine Initialen HJS taufte, machte zunächst deutlich, dass seine Mendener „Emission Technology GmbH“ vor allem im Bereich der nicht auf Straßen fahrenden Motoren unterwegs ist. Jeder vierte Diesel ist heute ein „Non-Road“-Aggregat. HJS, einst Schalldämpferproduzent mit fünf Beschäftigten, säubert mit seinen Filtern vor allem die Abgase von Bau- und Landmaschinen, Schiffsdieseln oder Generatoren.

Der „Pipi-Kat“

In Schultes frei gehaltenem Vortrag nahm des Deutschen angeblich liebstes Kind, das Auto, gleichwohl den Löwenanteil ein. Seinen Gästen beschrieb Schulte etwa, warum der mit dem künstlichen Harnstoff „adBlue“ versorgte Motor dank des „Pipi-Kats“ kaum noch Stickoxide in die Umwelt entlasse. „Der Diesel“, sagte er, „hat eine saubere Zukunft.“ Der kraftvolle Antrieb werde auch noch in vielen Jahren eine wichtige Rolle spielen, neben der Straße seien in vielen Bereichen bis heute keine Alternativen denkbar. Auch auf der Straße seien die technischen Lösungen längst vorhanden, sie müssten aber auch umgesetzt werden.

Kritik an Scheuer

Hier vermisse er den politischen Willen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unterlaufe die Verbesserung der Bestandsflotten durch Nachrüstungen „ganz bewusst“, kritisierte Schulte. Die Motivation sei dabei aus seiner Sicht auch sonnenklar: „Wer seinen Wagen erstmal nachrüstet hat, der verkauft ihn auch später als üblich. Das will man nicht.“

Zum Abschluss der morgendlichen Veranstaltung dankte Andreas Lux dem Mendener Unternehmer für „ein technologisch-politisches Lehrstück“.

Noch mehr Fotos, Videos und Nachrichten aus Menden und Umgebung finden Sie hier.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben