Musik

Mendener Paul-Gerhardt-Chor gibt Konzert für Notre Dame

Der Paul-Gerhardt-Chor lässt seine Stimmen für die Kathedrale Notre Dame erklingen.

Der Paul-Gerhardt-Chor lässt seine Stimmen für die Kathedrale Notre Dame erklingen.

Foto: Alexander Lück

Menden.  Der Platte Heider Paul-Gerhardt-Chor unterstützt mit einem Benefizkonzert den Wiederaufbau von Frankreichs Wahrzeichen Notre Dame.

Musik hilft, Musik heilt. Mit einem Benefizkonzert am Sonntagnachmittag beteiligt sich der Paul-Gerhardt-Chor von der Platte Heide am Wiederaufbauprojekt von Frankreichs Wahrzeichen Notre Dame.

Die Bilder gingen Mitte April um die Welt. Und sie haben viele Menschen tief berührt, als die berühmte Kathedrale Notre Dame im Herzen von Paris in Flammen stand. Schnell aber mischte sich nicht nur in Frankreich auch eine Entschlossenheit in die Gefühlslage des Schockzustandes, den Wiederaufbau als gemeinsames, völkerverbindendes Projekt anzugehen. Auch wenn es mehrere Jahre dauern wird.

Herausragende Orgel

So entstand in Menden eine Idee, musikalisch dabei mitzuhelfen. Für die Kathedrale, die auch ein reiches musikalisches Erbe ihr Eigen nennt, mit einer herausragenden Orgel oder einer Domsingschule. Professor Horst Pieper forcierte die Idee eines Benefizkonzertes. Und weil er schon lange (ob nun freundschaftlich, aber auch als Moderator zahlreicher Konzerte) dem Paul-Gerhardt-Chor verbunden ist, waren die Hauptakteure einer solchen Veranstaltung auch schnell gefunden.

Gut 60 Zuhörer folgten dann am Sonntagnachmittag der Einladung ins Pfarrheim St. Marien auf der Platte Heide. Sie sollten aber nicht nur stille Zuhörer der Darbietung des Paul-Gerhardt-Chores, ihres Dirigenten Reinhard Broich sowie der beiden Instrumentalisten Pia Goldschmidt am Klavier und Dorothee Schmidt am Schlagwerk werden. Vielmehr verbrachten diese gut eineinhalb Stunden ein Konzert zum Mitsingen.

Mit alten, wohlbekannten Melodien wie „Die Gedanken sind frei“, „Freut euch des Lebens“ oder „Abendstille überall“. Und dem Thema des Tages entsprechend stimmten alle auch in das französische Volkslied „Sur le pont d’Avignon“ mit ein.

Kleines Experiment

Für den Chor war das Konzert nicht nur ein Herzensanliegen als Beitrag zu einer guten Sache, sondern auch ein kleines Experiment. Mitsingkonzerte liegen ja im Moment groß im Trend. Können vielleicht auch manchem die Angst nehmen, seine Stimme sei nicht gut genug für den Chor. An die Zuhörer und Mitsänger gewandt sagte Reinhard Broich: „Wenn Ihnen das so gefällt, wollen wir diese Form des Musizierens gerne in nächster Zeit beibehalten.“ Und der Applaus bekräftigte das.

Natürlich standen auch einige Solobeiträge des Chores auf dem Programm, aus Schottland oder Frankreich. Die Texte handelten etwa von Lebensfreude, die man ja auch in schweren Zeiten nicht verlieren darf. Was eben auch zum Anlass des Tages passte. Reinhard Broich bedankte sich am Ende bei vielen Helfern, die dieses Konzert erst möglich gemacht hatten.

Post vom Direktor

So waren Heinz-Wilhelm und Anne Schmidt für das Übersetzen der Korrespondenz mit den Verantwortlichen der Kirchenmusik an Notre Dame zuständig. Vom dortigen Direktor Bertrand Grunenwald kam kürzlich ein Dankesbrief in Menden an, nachdem man sein Anliegen des Benefizkonzertes dort hatte verlauten lassen.

„Wir sind Ihnen ganz besonders dankbar, an dieser weltweiten Anstrengung des Wiederaufbaus von Notre Dame so spontan teilzunehmen“, schrieb Grunenwald unter anderem in seinem Brief, der für die Zuhörer ins Programmheft gedruckt war und vom reichen musikalischen Erbe an der Pariser Basilika erzählte. Dieses zu erhalten und durch kommende, schwere Jahre weiter zu tragen, dafür soll der Erlös des Konzertes einen kleinen Beitrag leisten. Er wird direkt der Kirchenmusik dort und der Singschule zukommen.

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